Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

Bloglovin

Follow on Bloglovin

 

  letztes Update am 24.09.2017

 

Any Questions? Please ask me.

Kontakt

 

Mein Blog

Januar 2017

Di

31

Jan

2017

Schnupfen

Die Gedanken sind gefangen vom politischen Geschehen in der Welt und mich friert.

theGraphicsFairy
theGraphicsFairy

Wettermäßig wenigstens kommen wir endlich aus dem Frostbereich heraus, der wenige hannoversche Schnee ist gestern von Dauerregen weggewaschen worden, von Sonnenschein war und ist nichts zu sehen. Gefährliches Wetter für die Gesundheit - Schnupfen, Husten und Grippe lauern auf uns.

 

Den politischen Schnupfen haben sich schon so Einige geholt, einen hässlichen Virus. Mit dickem Kopf fällt natürlich das Denken schwer... das Erinnern an die letzten so roundabout 100 Jahre Weltgeschehenfehler und No-Gos.

Dazu passt ein Zitat von Curt Goetz: "Nach dem Gesetz, dass ein Mittel gegen eine Krankheit immer dann gefunden wird, wenn sie ihren Höhepunkt erreicht hat, wenn sie schier unerträglich geworden ist, nach diesem Gesetz muss heute oder morgen die Mikrobe der menschlichen Dummheit gefunden werden. Wenn es gelingt, ein Serum gegen die Dummheit zu finden, diese entsetzlichste aller ansteckenden Krankheiten, dann wird es im Nu keine Kriege mehr geben, und an die Stelle der internationalen Diplomatie wird der gesunde Menschenverstand treten."

 

Mi

25

Jan

2017

Papier

Eigentlich erstaunlich, wir leben im Computerzeitalter und trotzdem sammelt sich das Papier - und sammelt sich - und sammelt sich. Dann werden die Stapel immer höher, die Leitzordner immer mehr (wenn die Papierseiten es dorthinein schaffen). Ja, wenn wir in Film und Fernsehen die Schauspieler in Büros sitzen sehen, dann ist immer alles leer und aufgeräumt bis auf einen schicken Bilderrahmen und einen stylischen PC. Wenn einer viel auf dem Schreibtisch herumliegen hat, womöglich durcheinander und nicht sorgsam geordnet, dann ist es der Schurke, der Mörder - oder zumindest der Durchgeknallte. Oh ja, letzte Woche, gerade wieder gesehen, so ein Reality-TV-Interview, bei CNN glaube ich.

Schneemann
mein Schneemann aus Papier - was man mit Papier so alles machen kann, die Firma Steiff hat auch schon Teddybären daraus gefertigt

Wehret den Anfängen (und außerdem ist es draußen noch immer winterlich kalt und das Zimmer warm) - ich habe mir meine Papierstapel vorgenommen und mich durchgewühlt. Was sich da so alles angesammelt hat: alte Kalender, Zeitungsartikel, jede Menge Zeitschriften, herausgerissene Kochrezepte... Beim Durchblättern alter amerikanischer Teddybärzeitschriften fiel mir ein Werbetext in die Augen: "This lovely vintage-style bear embodies all the finest characteristics of an early 19th century bear." Frühes 19. Jahrhundert? Ab in die Papiersammlung.

Das angeblich älteste "Teddybär"exemplar, das mir bisher über den Weg gelaufen war, war ein "very nice teddy bear ca 1890, approx 18 1/2 inches tall", den die SpringStreetAntiques für lächerliche (denn er wäre dann älter als die ersten Steiff-PBs und Idealteddys des Jahres 1902) 175 Dollar verkaufen wollte. Für mich sah er wie in den 1920er Jahren für kleines Geld gefertigt aus. Und sehr, sehr renovierungsbedürftig.

 

Mo

23

Jan

2017

ein Wochenende im Januar

Das war ein Wochenende. Überall lag viel Schnee, nur in Hannover blieb es bei einer dünnen Puderschneeschicht. Der Harz lockte mit seiner Wintermärchenwelt und verstopften Anfahrtswegen für die Schneetouristen.

selbst mit alternativen Fortbewegungsmitteln ging es nicht richtig voran
selbst mit alternativen Fortbewegungsmitteln ging es nicht richtig voran

Wir ließen ihn locken.

Wir warfen unseren kleinen Kaminofen an, kochten uns einen schönen Winterfrüchtetee (mit ein bisschen was drin), sortierten Fotos und schauten Film. Wir sehen gerne alte Filme und haben meterweise DVDs damit. Dieses Mal war es Charlie Chaplins "Der große Diktator". Ich dachte, passend zum Geschehen in Washington. Der kleine Mann aus dem Volk trickst den selbstverliebten, unreifen Herrscher aus. Das Schöne an diesem Film ist, dass ich weiß, es geht für das Land und die Welt und seine Bewohner gut aus.

Kolbenente
beim Sortieren wiedergefunden: die schönen Kolbenenten im Tierpark Goldau - Männchen im Angebergefieder und mit rotem Schnabel für die Balz

An diesem Wochenende habe ich lange nach einem Wort gesucht. Kennt Ihr das? Es liegt einem fast auf der Zunge, aber man kommt und kommt nicht drauf.

Sonntagabend hatte ich es dann: Vulgär.

 

Do

19

Jan

2017

Welttag des Schneemanns

Das Dompfaff-Männchen im Schnee
Das Dompfaff-Männchen im Schnee

Im Harz haben sie gestern bestimmt Schneemänner gebaut. Dort gibt es derzeit zur Freude der Wintersport-Abhängigen genug Rohmaterial dafür und schließlich war gestern Tag des Schneemanns. Aber hier bei uns in Hannover - no chance. Nur einige Schneereste haben in Schattenpartien überdauert. Das reicht nicht.

Herr und Frau Dompfaff
Herr und Frau Dompfaff

Schade, denn den Pflanzen würde eine Schneedecke guttun, wenn die Temperaturen des Nachts in die Tiefe fallen. Herrn und Frau Dompfaff hat der Schnee auch gut gefallen, sie waren den ganzen Tag da und haben die Futterschale geplündert.

 

Übrigens - Unser Thermometer hat aufgehört, die "Minus29Grad" anzuzeigen, aber das Rätsel darum haben wir noch nicht gelöst.

 

Mo

16

Jan

2017

es friert

Wir haben uns eine digitale Temperatur-Meßstation gekauft. Das Hauptgerät steht im Wohnzimmer, ein externes Gerät steht auf dem Balkon, ein weiteres im Gewächshaus. Das ist praktisch, wir sitzen auf dem Sofa und können auf dem Hauptgerät ablesen, wie warm kalt es draußen ist und ob unser kleiner Heizlüfter mein kleines Gewächshaus ausreichend heizt. Denn das Display zeigt die Raumtemperatur und außerdem abwechselnd die Temperaturen der externen Geräte: Balkon - Gewächshaus - Balkon - Gewächshaus.

Heute zeigte es Balkon - Gewächshaus - -29,9 °C - Balkon - Gew....

Minus 29,9 Grad Celsius?

Winterwetter von meinem Schwager gemalt - Ölgemälde by Maurice Carver/Gerrards Cross
Winterwetter von meinem Schwager gemalt - Ölgemälde by Maurice Carver/Gerrards Cross

Ja, es ist kalt. Feucht und kalt, Rauhreif überzieht Hannover und selbst am Tage keine Plusgrade. Aber das? Wer sendet so eine Temperatur auf unser Gerät? Sibirien? Aber in Nowosibirsk sind aktuell nur minus 28 Grad Celsius. Nordpol? Oder die Kühltruhe der Nachbarn? Extra tief eingestellt - wer weiß, was da eingefroren wird - nein, wir sehen nicht zu viele englische Krimis. Seltsam, seltsam. Wer eine Idee hat, kann sich bei mir melden.

 

Mi

11

Jan

2017

Zeitreise

Habe ich erwähnt, dass ich wirklich gerne in Museen gehe? Ja?

Hannover hat eine ganze Reihe von Museen zu den unterschiedlichsten Gebieten, so dass eigentlich kein Hannoveraner eine Ausrede hat, nicht wenigstens in einem davon einmal gewesen zu sein. Und Hannover hat den "Freien Freitag", da kostet es nichts im Sprengel-, Landes-, Historischem und August Kestner Museum. Also wirklich keine Ausrede.

In Letzterem wird noch bis zum 29. Januar eine ganz fabelhafte Ausstellung gezeigt:

"Reklamekunst aus Hannover". Betonung auf "Kunst". Aber es ist mehr.

Hannover Museum August Kestner Reklamekunst
alte Werbeseiten am Eingang der Ausstellung

Es ist eine Begegnung mit unseren großen hannoverschen Firmen, von denen viele im 19. Jahrhundert gegründet wurden und von denen es einige heute noch gibt oder sich zumindest der Markenname noch erhalten hat: Bahlsen, Sprengel, Conti, Appel, Pelikan, Hanomag. Und mit kleinen hannoverschen Firmen, die die Zeit nicht überdauern konnten.

Die aber alle ein Problem hatten, das jeder Selbständige und jeder Betrieb auch heute hat - Wie bringe ich die Menschen dazu, ausgerechnet bei mir, ausgerechnet mein Produkt zu kaufen, wie mache ich mich bekannt?

aus den 50er Jahren
aus den 50er Jahren

Es ist eine Begegnung mit dem Charme alter und älterer Werbung und überaus talentierten Designern, denn die Firmen beschäftigten nicht irgendwen, sondern Künstler auf ihrem Gebiet. Bahlsens alte Keksdosen sind Hingucker, die gezeigten Werbeplakate und Schilder zeitlos.

Bei diesem hier stand leider nicht dabei, wer der Zeichner war. Was sich die beiden wohl zu sagen haben?

Hannover Museum August Kestner Reklamekunst
Pelikane - lebendige saßen früher im Vorgarten der Firma an der Podbielskistraße

Für uns war der Besuch eine Zeitreise, zurück in die Zeit unserer Großeltern und Eltern, manchmal skurril wegen der beworbenen Objekte und der Ernsthaftigkeit der Aussagen.

Und in unsere eigene Kindheit. "Weißt Du noch, damals, der Pelikano (Schulfüller von Pelikan)? Die Erfrischungsstäbchen 'zum Schmunzeln' (die echten von Sprengel)?" Wer schmunzelt heute denn noch... Mein Gott, ist das schon so lange her?

Hannover Museum August Kestner Reklamekunst
Bahlsen - Ideen für meine nächste Marmeladenaktion - und wie die TET-Packung zusammengefaltet wird, entdecke ich auch noch irgendwann

Dazu kann man sich in ein kleines Kino setzen und alte Werbefilme ansehen, merken, wie sich Werbung mit unserer Gesellschaft und medialen Möglichkeiten verändert hat. Und Heinz Ehrhardt entdecken, der fein-köstliche Werbung für die Firma Appel-Feinkost macht. "Schnippeldischnappel-Mayonnaise von Appel" und "Appels Delikatessen lassen Kater vergessen". Oder das Salzletten-Ballett der Bahlsenknabbereien.

 

Zu Hause habe ich unser altes Hannoverbuch von 1927 herausgeholt. Darin haben damals viele hannoversche Firmen inseriert, auch die oben aufgeführten, nur Bahlsen nicht. Bahlsen ist mit zwei seitengroßen Fotos der Gebäude und einem kurzen Satz im Text vertreten: 'Jedem deutschen Kinde sind die Leibnizkekse der Hermann Bahlsen Keksfabrik ... bekannt.' Ja, dann ... Aber ansonsten war Bahlsen Reklameprofi.

Hannover Museum August Kestner Reklamekunst
"Seit 1871 entwickelt Continental intelligente Technologien für die Mobilität der Menschen und ihrer Güter." (Werbetext der Firma)

Welche Firma benutzt heute noch Reklameschilder? Das Hanomag-Schild finde ich genial in seiner Schlichtheit. Und ich kenne auch den Ort, an dem es hergestellt wurde. Das war das Emaillierwerk am Rand von Mellendorf, nicht weit vom Mellendorfer Fernsehturm, 1926 entstanden und leider in den 1990er Jahren verstorben. Im Werksverkauf gab es auch schöne Schalen und Schlüsselborde, aber offenbar nicht genügend Werbung dafür. Das Schild mit unserer Hausnummer am Haus meiner Eltern stammte von dort.

Meine Zeitreise. Geht noch schnell ins Museum - direkt neben unserem Rathaus - und geht auf Eure eigene Zeitreise.

 

Die Fotos aus der alten Hanomag stammen - woher auch sonst - aus der Hanomag-Werbung im alten Hannoverbuch.

Die übrigen Fotos zeige ich mit der freundlichen Genehmigung des Museums August Kestner.

 

Mo

09

Jan

2017

Vögel und Mäuse

Füße wärmen auf dem Hausdach - Möwen vom nahen Mittellandkanal
Füße wärmen auf dem Hausdach - Möwen vom nahen Mittellandkanal

Väterchen Frost hat mächtig zugeschlagen und alles außerhalb des Hauses tiefgekühlt. So kalt wie am Freitag war es am Tage schon sehr lange nicht mehr. Dick aufgeplusterte Vögel saßen in unseren Bäumen dicht am Haus und um die Futterschalen herum. Und vertrugen sich sogar. Selbst die Spatzen. Und meine NABU-Wintervogelzählung war dadurch ein voller Erfolg.

Wintervögel
einige unserer Gäste im Garten

Ich habe alles an Pflanzen hereingeholt, was tragbar war, und in unseren Windfang gestellt. Auch die Schale mit Heidekraut und dem alten Schulte-Ufer-Wasserkessel meiner Großmutter (neben dem Firmenlogo am Boden ist US gestempelt, wie bei alten Steiffbären, die nach dem 2. Weltkrieg in der US-Zone gefertigt wurden). Am nächsten Tag war Pflanzerde im Windfang verstreut - und trockene Blättchen - und Heidekrautstückchen.

Und da habe ich einmal genauer nachgeschaut, was ich mir da hereingeholt hatte: Drei kleine Waldmäuschen, die zusammengekuschelt unter Kokosfleece im Wasserkessel schliefen. So schnell habe ich noch nie etwas nach draußen an seinen alten Platz getragen. Gottlob war es auch nicht mehr ganz so kalt.

Die Mäuschen haben sich erst einmal etwas zu Essen organisiert. Vom Tisch herunter zu kommen war gar nicht so einfach.

Waldmaus

Und dann kam der Eisregen und Hannover verschwand unter einer spiegelglatten Eisschicht. Da waren die Mäuse aber schon wieder in ihrem gemütlichen Zuhause. Und wir auch.

 

Und trotz dieser Wetterkapriolen und ihrer Folgen habe ich mich gefreut. Denn der NDR2-Verkehrsfunk-Sprecher sagte im Radio: "Wegen des Eisregens ist der Busverkehr ... eingestellt." Danke für den Genitiv.

 

Fr

06

Jan

2017

Ein Stern

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: "Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen."

Sie brauchten anscheinend bis zum 6. Januar, um ihn zu finden.

Helleborus niger - die Blüte meiner Christrose
Helleborus niger - die Blüte meiner Christrose

Die katholische Kirche machte die Sterndeuter zu Königen und bestimmte gleich die Anzahl: Drei. Das dauerte einige Jahrhunderte, in denen auch Hautfarbe, Namen und Geschenke klarer wurden und  in denen ab und zu noch ein vierter König auftauchte, der aber zu spät zur Krippe kam und da waren dann alle schon weg. Vielleicht deshalb fiel er später einfach unter den Tisch. Ginge es nach der political correctness der WhatsApp-Emojis müssten es mindestens Sechs sein. Na ja. Und eine Frau - und ein ...

 

Übrigens Krippe - als der dritte König sich bückte, um durch die Stalltür zu treten, und wieder hoch kam, stieß er sich den Kopf und fluchte leise: "Oh, Jesus." Und Maria schaute Josef an und sagte: "Jetzt weiß ich, wie er heißen wird."

Und dieser Witz ist leider nicht von mir, sondern von dem Pastoren, der mich vor vielen Jahren konfirmiert hat.

Wir Protestanten sprechen zwar weiterhin von den Weisen aus dem Morgenland, weil Luther das nicht so hatte mit den Adeligen und sie in der Bibel eben nicht vorkamen, aber Könige sind doch einfach viel schicker und präsentabler und können bessere Geschenke mitbringen. Weihrauch, Myrrhe und Gold - hei, wer hätte das nicht gern.

 

Als ich in den Garten schaute, habe ich ihn gesehen, den Stern. Ich glaube es ist die Venus, benannt nach der römischen Göttin der Liebe. Jetzt müssten eigentlich die Könige um die Ecke kommen ... Aber vielleicht ist es ihnen zu kalt: Minus 10 Grad.

 

Di

03

Jan

2017

... Ist es wirklich schon 2017?

"Wer an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?" Kennt Ihr noch Paulchen Panther, der sich wunderte, wie schnell manchmal die Zeit vergeht?

 

Silvester ist das bei uns immer so. Zuerst denken wir, wie viele Stunden doch bis 24 Uhr noch vor uns liegen, und dann müssen wir zusehen, dass wir mit unserem Essen und dem Dessert und dem Tisch-Aufräumen und den Knallbonbons noch fertig werden, um den Mitternachtssekt rechtzeitig geöffnet zu bekommen.

Dann läuten alle Kirchenglocken, wir wünschen uns alles Gute und dann beginnt die finale "Pyrotechnik".

Und wieder knüpfen wir ein Bündel an Erwartungen und Hoffnungen und guter Vorsätze. Und ich nehme mir vor, das alles nur als lockere Vorschläge zu sehen und mich zu freuen, wenn sich irgendetwas realisiert. Und so, ja tatsächlich, ist 2017 da.

 

Ein guter Vorsatz: Mehr Rauskommen.

Hannover Neues Rathaus

Fangen wir damit an.

Unter unserem Weihnachtsbaum lag ein Buch: "Hannoversche Geheimnisse". Eins der Geheimnisse handelte von unserer Rathausuhr und da sind wir doch gleich einmal hin und haben nachgeschaut.

Genau hingesehen hat das hannoversche Neue Rathaus eine Uhr an der Eingangsseite zum Trammplatz und eine zweite an der Gartenseite zum Maschpark. Die Trammplatzuhr ist nicht am zentralen Rathausturm, sondern am großen Giebel über dem Eingang angebracht. Sie ist so alt wie das Rathaus, das 1913 eingeweiht wurde, und wurde damals von Bürgern der Stadt gestiftet. Ein kostbares Stück. Nachts ist das Ziffernblatt von innen beleuchtet oder sieht zumindest so aus, die Zeiger sind dunkel.

neues Rathaus HannoverRathausuhren
Trammplatzuhr - Maschparkuhr

Die Gartenseite-Rathausuhr ist dagegen unterhalb der Kuppel direkt am Rathausturm angebracht und bei ihr leuchten die Zeiger und die Ziffern, während das Ziffernblatt dunkel bleibt. Sie ist auch nur gut halb so alt (aus den 1950ern) wie ihre Trammplatzschwester, denn zum Ende des 2. Weltkriegs beim letzten großen Luftangriff auf Hannover wurde auch die Fassade des Rathauses an der Gartenseite getroffen. Und nach dem Krieg musste wieder aufgebaut werden und eine neue Uhr her. Leuchtende Zeiger waren damals der letzte Schrei, ich kann mich noch an Wecker und Uhren meiner Eltern erinnern, deren Zeiger leuchteten. Und ich kann mir vorstellen, wie die hannoverschen Ratsherren sich gesagt haben, dass das ganz praktisch ist, wenn man angetüdelt vom Schützenplatz nach Hause wankt und die Uhr Richtung und Zeit gibt. Denn man sieht sie wirklich gut durch den ganzen Maschpark.

Maschparkuhr bei Nacht
Maschparkuhr bei Nacht

Wie das genau funktioniert, da sind die Aussagen etwas diffus.

Die Rathausuhrzeiger und Ziffern sind aus vielen einzelnen Glasröhrchen zusammengesetzt. Jedes Röhrchen ist innen hohl und mit einem Gas gefüllt, das alle 5 Jahre von einer Spezialfirma neu aufgefüllt werden muss. Dazu werden sie vorsichtig abgenommen und für einige Zeit zeigt die Uhr - gar nichts.

 

Und jetzt habe ich ein Geheimnis des Buchs ausgeplaudert, aber es gibt ja noch so viele weitere darin. Kauft es Euch.

Was da genau leuchtet? Ich vermute, dass es sich um das radioaktive Tritiumgas handelt. Tritium ist ein Wasserstoffisotop, Nebenprodukt bei der Kernspaltung, mit einer Halbwertzeit von 12 Jahren. Die Glasröhrchen sind innen beschichtet, mit Phosphor oder Zinksulfit, und in der Regel Laser-verschweißt. Der Zerfall des Isotops setzt Radioaktivität frei und bringt die Beschichtung zum Leuchten. Und während das Tritium zerfällt, wird das Leuchten langsam weniger. Bevor das auffällt, wird neu gefüllt.

Es gibt im Handel Uhren und Lampen zu kaufen, die diese Chemie nutzen. Die Glasröhrchen sind heute so fein und dünn, dass sie in Armbanduhren eingesetzt werden. Angeblich unbedenklich. Hmm.

Bevor man darauf kam, Tritium zu verwenden, war Radium in. Arthur Junghans erfand 1912 die Radium-Leuchtfarbe, die bis in die 1960er Jahre bei allem, was im Dunkeln leuchten sollte, eingesetzt wurde. Vom Militär noch länger. Das Radium setzte erheblich mehr Radioaktivität frei als heute das Tritium, trotzdem galt es lange als unbedenklich, bis man mal genauer hinsah. Beim Militär übrigens erst zur Jahrtausendwende. Tritiumgaslichtquellen sind ab einer bestimmten Stärke melde- und genehmigungspflichtig und Uhren und Lampen damit müssen im Sondermüll entsorgt werden, gelten im Gebrauch aber für die menschliche Gesundheit als unbedenklich. Wann sieht man da genauer hin? Ich möchte keine Strahlenquelle am Handgelenk tragen. Was ist, wenn sie hinfällt und das Röhrchen zerbricht?