Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 22.08.2017

 

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Historie mit Bär

Im Historischen Museum in Hannovers Altstadt ist jede Woche "Freier Freitag" (geöffnet bis 17.00 Uhr), was bedeutet, dass man keinen Eintritt zahlen muss. Und noch bis zum 11. Januar eine Ausstellung zum Leben in Hannover während des 1. Weltkrieges.

Wer errät, was wir am letzten Freitag gemacht haben?

aus der Ausstellung im Historischen Museum Hannover
aus der Ausstellung im Historischen Museum Hannover

Es war interessant und beklemmend, denn das war auch ein Stück Familienvergangenheit. Leider gab es nur wenige Stücke zum "Anfassen" (wenn das erlaubt gewesen wäre), dafür viele Fotos und viel, viel zum Lesen. Zuviel für Ungeduldige.


Der Krieg zog bis in die Kinderzimmer.

Es gab alte Postkarten, die zeigten, was und womit Kinder wohlhabender Familien damals gespielt haben.

Rollenspiele - wir erziehen durch unser Vorbild - damals nicht anders als heute, oder?


aus der Ausstellung im Historischen Museum Hannover
aus der Ausstellung im Historischen Museum Hannover

Wer der Sütterlinschrift nicht mächtig ist: Der Titel der Karte lautet "Gefangenenlager".

Was hat den Zeichner dieser Postkarte wohl dazu bewogen, einen Teddy in die Mitte zu setzten? Sollte er die Gefangenen trösten?


Meine Familie meint, ich hätte einen Bären-Tunnelblick.

Apropos Ungeduld, die hatte auf jeden Fall das Museumspersonal erwischt: Es war recht voll in der Ausstellung, trotzdem war der Geräuschpegel sehr gedämpft. Bis um 16.42 Uhr eine schrille laute Frauenstimme aus den Lautsprechern über uns hereinbrach: "Bitte begeben Sie sich zum Ausgang. Das Haus schließt in wenigen Minuten." Nicht nur wir zuckten erschrocken zusammen und sahen verwundert auf die Armbanduhr. Na gut, dachten wir, können wir ja noch etwas schauen. 16.45 Uhr, schrill, laut, befehlender Tonfall: "Wir bitten Sie, sich zum Ausgang zu begeben. Das Museum schließt in Kürze." Kinder zupften nervös an den Jacken der Eltern, Sich-Fremde sahen sich irritiert an. Und tatsächlich, obwohl noch 15 Minuten Zeit waren, bewegte sich eine Besucherprozession in Richtung Eingangshalle, zu Fuß innert 1 Minute zu erreichen. 16.50 Uhr, wir zogen langsam die Jacke an, wieder laut und schrill: "Bitte gehen Sie zum Ausgang. Das Museum schließt um 17.00 Uhr." Eine uns fremde Besucherin ging daraufhin zum Kassentresen und fragte, ob man das nicht auch etwas freundlicher und weniger schrill sagen könnte. Antwort: "Das ist eben so." Wir schauten etwas im Shop, ich hätte gern noch eine Karte mitgenommen, aber die Kasse wurde schon abgerechnet und um 16.55 Uhr ging dann das Licht aus. Da musste wohl jemand sehr pünktlich Feierabend machen...