Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 17.06.2024

 

 

das Un-Wort des Tages:

ambulantisierbar

aus einem Beitrag im Heute Journal - April 2023

 

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So

16

Jun

2024

Rosen

Der Regen hat die Rosenblüten viel zu früh Verblühen lassen.

Rose Meillard Vincent van Gogh

Erinnerungen an die Pracht.

 

Fr

14

Jun

2024

Igel-Sorgen

Wir haben Igel Isidor in die Tierärztliche Hochschule TiHo gebracht. Wir hoffen, dass sie ihn dort so behandeln, dass er wieder gesund wird, dass er in einigen Wochen wieder nach Hause kommt. Aber das Risiko, dass er stirbt und wir ihn gestern das letzte Mal gesehen haben, ist groß. Ich bin traurig.

Wie das alles kam? Ach ja, am Montag, im Dauerregen, tauchte er, noch im Hellen, auf der Terrasse auf und schnupperte langsam durch alle Ecken, fraß und trank aus den Schalen an der Schaukel und ging wieder schlafen. Dann sahen wir ihn zwei Tage lang nicht und ich war in Sorge, denn ... bei Nachbarn gibt es neuerdings einen Rasenmähroboter und was die mit kleinen Igeln machen ... und das ist nicht egal, von wegen ist ja nur ein Igel, ok?

Igel Isidor in der letzten Woche
Igel Isidor in der letzten Woche

Am Donnerstag wollten wir am späten Vormittag in die Stadt fahren und als wir mit dem Auto aus unserem kleinen Stichweg herauswollten, da saß er da. Mitten auf der Straße. Ich rannte zurück und holte Handschuhe und einen großen Eimer, hob ihn hinein und brachte ihn in den Garten, den Eimer gekippt, sodass er hinaus konnte. Als wir nachmittags zurückkamen war Igelchen weg.

Heute sahen und hörten wir nichts von ihm und ich machte Gartenarbeit. Und dann, am späten Nachmittag, hörte ich sein Schnaufen. Wo verflixt war er? Längere Suche. Dann fand ich ihn. Im Schacht vor dem Kellerfenster, die Schächte sind durch Gitter und Vorhangschlösser gesichert, wie war er da nur hineingekommen? Ich holte Handschuhe und den großen Eimer und hob ihn durchs Kellerfenster aus dem Schacht in den Eimer. Ihn umschwirrten zig Fliegen, die musste ich erst fortscheuchen. die hatten Eier auf sein Gesicht, das Ohr, überall hin, abgelegt. Wie lange war er im Schacht gewesen? Er hatte nichts zu 'verkaufen', wirklich nichts. Krank sah er aus.

Das Internet sagte, die Fliegenmaden würden Igel von innen auffressen und jede Minute, sie zu entfernen, würde zählen. Fahren Sie in den Notdienst, sagte das Internet. Ja, und dann rannten wir, holten das Auto, ich legte Fliegengaze über den Eimer, weil ein Floh mich schon erwischt hatte. Und so fuhren wir zur TiHo.

ein kranker Isidor
ein kranker Isidor

Die TiHo Klinik für Kleintiere ist ein Erlebnis für sich. Es ist alles nur sehr rudimentär ausgeschildert, es gibt zwei Eingänge, im Internet hatte gestanden, Wildtiere müssten zum rechten Eingang, man müsse klingeln. Das taten wir, schilderten Igelchens Zustand, hörten etwas leises Unverständliches, verstanden aber "zweiter Stock", die Tür öffnete sich von allein und wir gingen hinein. Wir fanden den Fahrstuhl und fuhren hoch, dann standen wir vor vielen Türen, alle verschlossen, niemand zu sehen. Erst nach einigen Minuten kamen drei junge Frauen, ich fühlte mich nicht mehr ganz so verloren, und nahmen sich Isidors an: sie würden ihn betäuben und röntgen, alle Parasiten entfernen und alle Fliegenhinterlassenschaften und Zecken und Flöhe und, wie gesagt, wenn er alles überlebte und wir ihn wieder auswildern wollten, dann riefen sie an ... frühestens in drei Wochen.

Wir wurden zur Kasse im Erdgeschoss geschickt, denn all das kostete uns 25 Euronen. "Wer ein Wildtier der Natur entnimmt, übernimmt für das Tier die Verantwortung, auch finanziell." Und die tatsächlichen Kosten betrügen bedeutend mehr, da könnten wir noch froh sein. Ob wir nicht etwas spenden wollten ... Im Gang vor der Kasse stand eine lange Schlange, würden wir wohl bis zum Fussballspiel wieder zu Hause sein? Nach mehr als 30 Minuten waren wir drin, brauchten 2 Minuten fürs Bezahlen und 10 Minuten nach Hause. Uns war so gar nicht nach Fussballfest.

Rund um den Flohbiss rötete sich die Haut und wurde dick und heiß. Und überhaupt war mir zum Heulen.

 

Di

11

Jun

2024

zum einen und zum anderen

Wir müssen uns erst einmal erholen und durchatmen.

Zum einen war da Tennis. Tennis in Paris, Roland Garros, am Freitag die Halbfinal-Spiele, im zweiten davon spielte unsere deutsche Tennishoffnung und gewann. Gleichzeitig spielten die deutschen Fußballmänner um die Ehre und der Tenniskommentator sagte, er hoffe, die Zuschauer blieben dem Tennis erhalten. "Fußball wird im Allgemeinen schrecklich überschätzt." Nun, wir werden sehen, denn am nächsten Freitag beginnt die Europameisterschaft. Aber am Sonntag war erst einmal das Tennis-Endspiel und es war spannend und lang und nervenaufreibend. Und dann verlor unsere Tennishoffnung und sein unsympathischer Gegner hielt den Pokal. Ach, wie schade.

die kleine Blaumeise sitzt im Kirschbaum - oh ein Käferchen - und müde
die kleine Blaumeise sitzt im Kirschbaum - oh ein Käferchen - und müde

Am Sonntag wurde auch gewählt, das neue Europaparlament. Und das war das Andere. Das Ergebnis.

Hier bei uns in der Stadt Hannover wurden die Grünen am stärksten, knapp dahinter (um 1,3 %) liegt die CDU, nochmal dahinter (um 1,5 %) die SPD. Da könnten wir ja ganz zufrieden sein, wenn nicht ... die Nazis hier bei uns in der Stadt Hannover zwanzigtausendneunhundertvierundfünfzig Stimmen bekommen hätten, zwanzigtausendneunhundertvierundfünfzig Stimmen zu viel. Und wenn nicht ... wenn nicht das Gesamtergebnis unseres Landes wäre. Und das der Franzosen. Und das der Niederländer. Und das der Italiener. Welche Fehler hat Europa bei der Aufarbeitung der letzten hundert Jahre Politikgeschichte gemacht, dass diese Nazis wieder so einen Zulauf bekommen?

Blaumeisenkind
Warten auf die Eltern - wo seid ihr denn?

Irgendwie passte das Wetter am Montag dazu. Es regnete, es wurde kalt, nein, kein Frost, aber gerade mal 14 Grad Celsius am Tag. Die kleinen Meisenkinder saßen aufgeplustert in der Kletterrose unterm Dachüberstand und Igel Isidor stand vor der Tür, verschnupft und mit kleinen Äuglein. Und alle hatten Hunger.

So haben wir sie jetzt, die Schafskälte. Das ist kein Klimawandel, das ist pünktlich wie immer seit ich denken kann. Normal. Einfach normal.

 

So

09

Jun

2024

Fußball und Kafka

Zur Samstagsausgabe unserer Tageszeitung gehört eine Sonntagsbeilage. Schon immer. Früher, ganz früher, übrigens mit Kinderseite, die ich geliebt habe. Heute mit zwei festen Glossen und Interviews und ab und an mal mit einem Thema, das sich durch die acht Seiten zieht. Ganz aktuell also Fußball, damit wir schon mal angefixt werden, wenn die Europameisterschaft in einer Woche losgeht. In diesem Jahr ohne die kleinen Ottifanten, ich muss unbedingt die von vor 4 Jahren suchen gehen, vielleicht ....  Die seltsamen langweiligen Playmobil-Figuren, die Edeka für teures Geld für die EM anbietet, sind jedenfalls kein Ersatz.

die ersten Rosen sind schon verblüht, aber 'Chippendale' ist noch wunderschön
die ersten Rosen sind schon verblüht, aber 'Chippendale' ist noch wunderschön

Vor einer Woche stand die Sonntagsbeilage noch ganz im Zeichen von Franz Kafka: "Generation Kafka", "Die vielen Seiten des Franz K.", "Die Angst des Ostens vor Kafka". Was man alles so schreibt zum 100sten Todestag eines Schriftstellers, der meiner Erinnerung nach bestimmt hatte, dass nach seinem Tod alles Geschriebene von ihm verbrannt werden sollte. Ach hätten sie doch nur. Ich musste ihn für mein Abitur lesen und fand ihn grauenhaft. Damals hatte ich ganz konkret mein Alltagsleben zu bewältigen und für die dunkel-depressiven Gedankenwindungen eines Kafka überhaupt keinen Zugang. Seine Werke sind für mich Alpträumen gleich, schrecklich. Aber er ist IN. Im Fernsehen laufen Filme zu und über Kafka, die Zeitungen schreiben über ihn, nicht nur unsere Tageszeitung, oh nein, viele Blogger lesen auf einmal Kafka und behaupten, er sei ja soo zeitgemäß und modern. Nein, danke.

 

Mi

05

Jun

2024

we proudly present

Meisenkind wird gefüttert

Die kleinen Blaumeisen sind da. Eins - Zwei - Drei - Vier - Fünf. Sie sitzen im Kirschbaum und rufen die Eltern. Und dann kommt der Blaumeisenpapa mit einer fetten braunen Schmetterlingspuppe und sein Kind beugt sich so weit zurück, dass es fast vom Zweig fällt. Hunger. Lecker.

 

So

02

Jun

2024

immer wieder Engesohde

Zweimal im Jahr fahren wir nach Engesohde. Ja, ich weiß, wir sollten eigentlich öfter. Aber das klappt einfach nicht, denn Engesohde ist nicht gerade 'umme Eck', sondern bedarf 20minütiger Autofahrt. Engesohde ist der große Friedhof am Maschsee und dort hat die Familie seit 1888 eine Grabstelle. Im Frühjahr und im Herbst wird sie von uns bepflanzt.

Hannover Friedhof Engesohde
Friedhof-Impressionen

In diesem Jahr waren wir spät dran, irgendetwas passte immer nicht, Termine und das Wetter. Wer will schon bei Dauerregen ein Grab bepflanzen oder im Starkregen ... Die bewährten Knollenbegonien standen bereits parat, dieses Mal in einer gewagten dunkelrot-gelb Kombination - und dann kam der Hexenschuss und so standen sie noch etwas. Aber nun.

Im letzten Herbst waren wir von Mückenschwärmen überfallen worden, dagegen wappnete ich mich mit langen Ärmeln und Anti-Brumm. Und prompt stach mich etwas ins Handgelenk. Es ist eben ständig alles nass und die Böden sind dunkel und schwer und das trotz scheinender Sonne, die für eine Luftfeuchtigkeit sorgt, dass ich Moos ansetzen könnte. Wäre ich ein Baum.

Hannover Friedhof Engesohde
Alleen auf dem Friedhof - aus dem Goldener-Engel-Brunnen wurde ein Ohne-Engel-Brunnen

Nach dem Pflanzen bummelten wir noch etwas, früh am Morgen war der Friedhof menschenleer bis auf uns. Da war der Goldener-Engel-Brunnen an der Wegekreuzung - die Schale noch immer verwaist seit gewissenlose Diebe Anfang letzten Jahres die schöne kleine vergoldete Brunnen-Figur geraubt haben. Vergoldeter Gips. Die Figur wurde, was viele offenbar gehofft hatten, nicht wiedergefunden oder gegen Lösegeld zurückgegeben. (Das gab es vor vielen Jahren mit der alten Sonnenuhr im Berggarten und vor gar nicht so vielen Jahren mit dem Leibnizkeks vor dem Bahlsen-Stammhaus.) Die Figur, die so verlässlich strahlend dort zwischen den Bäumen stand, fehlt mir. Ich kann verstehen, dass die Stadt zögert, eine neue aufzustellen, Wert immerhin 20.000 Euronen, aber trotzdem ... Wie kann man nur. Auf einem Friedhof stehlen ...

Hannover Friedhof Engesohde
das große Wasserbecken mit und ohne Buchskugeln

So liefen wir zum großen Wasserbecken, angelegt irgendwann zwischen 1913 und 1934 von Stadtgartendirektor Kube, mit den schönen Seerosen. Vor zwei Jahren noch standen große Buchskugeln links und rechts davon, vor jeder Grabstelle eine. Der Buchs ist verschwunden, die kleinen Buchskugeln auf unserer Grabstelle, von mir gepflanzt, übrigens auch. Zu dem Warum gab es keine Auskunft.

 

kleine Tannenwedel (Hippuris vulgaris) im Wasserbecken und dazwischen die Libellen
kleine Tannenwedel (Hippuris vulgaris) im Wasserbecken und dazwischen die Libellen

Die Grabstellen am Wasserbecken sind groß, die Grabsteine darauf wuchtig und riesig und teilweise fast Kunstwerke, die meisten stammen aus den 40er Jahren. Es war bestimmt teuer, dort eine Grabstelle zu erwerben, vermögend musste man sein und vielleicht auch der 'richtigen' Meinung. 'Fabrikant' steht auf einem der Steine, 'Bankdirektor' auf einem anderen. Zu steigern war das nur mit dem eigenen Mausoleum. Das der Familie Woltmann, von dem 'unser' Weg abgeht, wird seit einem Jahr restauriert und sieht inzwischen fast neu aus. Bei den meisten aber nagt die Zeit.

Libellenparadies
Libellenparadies

Rund ums Wasserbecken tummelten sich die Libellen - und die Mücken. So ganz ohne Stich kamen wir doch nicht davon.

Hannover Friedhof Engesohde
noch steht ein Baugerüst um das Mausoleum Woltmann

Herr Woltmann war Geschäftsmann, Pferdehändler schreibt die Zeitung. Er und seine Frau und Kinder sind in dem 1918 fertiggestellten Mausoleum beigesetzt. 1982 gab es keine zahlungswilligen Nachfahren mehr, seitdem gehört es der Stadt Hannover und es verfiel, bis ein für die Öffentlichkeit anonymer Spender auftauchte, der die Restaurierung bezahlte - oder einen Teil davon. Als Gegenwert dürfen er und seine Familie sich später im Mausoleum beisetzen lassen, das ist als Investition in die Zukunft wirklich nicht zu verachten, denn die Erbbegräbnisse auf Engesohde sind teuer. Wir wissen das.

Der Bauzaun steht noch und die Tür fehlt, im Inneren ist noch nicht alles fertig, aber schon ist es schick geworden. Mit blauer Bemalung, restauriert und ergänzt. Das Mausoleum rechts daneben wartet auf einen Restaurierungs-Paten, nötig hat es ihn.