Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 15.12.2018

 

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Juli 2015

Di

28

Jul

2015

Hunger

Darf ich vorstellen? Isi.

Wir vermuten eine Isidora, es könnte aber auch ein Isidor sein. Egal...

Wir könnten die Uhren nach Isi stellen, so pünktlich erscheint sie jeden Abend um 20.00 Uhr zum Essen: Sonnenblumenkerne aus dem alten Tonigel, ein Häppchen heruntergefallenen Apfel, die letzten Erdbeeren aus dem Beet. Dann ein Rundgang durch den Garten, Trinken aus der großen Vogelschale und weiter geht es.

Am Samstag hatte ich Isi nicht erwartet. Die Wetterkanäle hatten uns Böses vorhergesagt und die Feuerwehren und Eisenbahner plagten sich mit umgestürzten Bäumen herum. Zeljko stürmte so stark, dass wir alle Blumenampeln und Rosenkugeln abgehängt, alle Blumentöpfe an der Hauswand zusammengerückt hatten und von drinnen zusahen, wie die trockenen Eibennadeln in den Windböen auf den Rasen schneiten. Isi kam trotzdem und schaute mich erwartungsvoll an.

Und ja, ich bin in Sturm und Regen hinaus und habe ihr die Schale gefüllt. Und dann saß sie unter unserem großen Farn und aß zu Abend.


Meistens schaut noch ein zweiter Igel vorbei, aber erst, wenn Isi wieder fort ist. Er ist so groß wie sie, aber dunkler. Und manchmal kommt noch ein dritter, kleinerer. In der Regel gehen sich die drei aus dem Weg.


Es sei denn, Krümel vom Zwiebelbrot liegen auf der Terrasse - der Geruch der Röstzwiebeln muss für Igel der Himmel auf Erden sein - oder es gibt aufgeweichte Haferflocken. Dann wird geschubst und gezwickt und gemampft bis alle satt sind. Und dann gehen sie wieder.


Fr

24

Jul

2015

Kreativität?

Niedersachsens Schulkinder genießen den ersten Ferientag. Und ich genieße den frischen Wind, der die drückende Schwüle der letzten Tage vertreibt.

Temperaturen um die 22 Grad Celsius und Wolken sind vielleicht nicht das, was sich Kinder unter Sommerferienwetter vorstellen, aber zum Arbeiten prima. Und der Kopf funktioniert gleich besser.

Goldfelberich im Garten
Goldfelberich im Garten

In einem Welt-am-Sonntag-Artikel stand, dass erst die Erfindung der Klimageräte den wirtschaftlichen Erfolg in warmen Ländern ermöglicht habe. Hitze senke nicht nur die Produktivität, sondern unterdrücke auch unternehmerische Kühnheit, habe schon Montesquieu 1748 gesagt.

Im Selbstversuch lässt sich leicht beobachten, dass bei hohen Temperaturen der Intelligenzquotient rapide absinkt, alles Denken mühsam wird und Logik und Kreativität einfach abhanden kommen.

Aus diesem Blickwinkel hat die globale Erwärmung noch dramatischere Auswirkungen auf die Menschen als steigende Meeresspiegel und Unwetter und die kleine Eiszeit, die nach Ansicht einer britischen Forscherin 2030 über uns hereinbrechen wird, könnte durchaus ihr Gutes haben.

Ich habe mein Kreativitätsminimum an den heißen Tagen genutzt, um diese "kleine" Stickarbeit fertig zu stellen. Um ehrlich zu sein, begonnen habe ich damit vor 10 Jahren und immer nur im Sommerurlaub gestickt. Nun ist sie gerahmt.

Das Originaltuch stammt aus den Vierlanden bei Hamburg, entstand 1826 und hing im Deutschen Stickmustermuseum in Celle, das zu meinem großen Bedauern von der Stadt Celle 2012 geschlossen wurde. Was sie wohl mit den Hunderten an Exponaten gemacht haben? Celle sagt, alles lagere in Archiven und solle digitalisiert und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Die Stadt hatte 2012 versprochen, Teile der Sammlung im Bomann-Museum zu präsentieren, hat nun aber angeblich keine Mittel dafür und spricht vage von "frühestens 2018".

Warum drängt sich mir der Gedanke auf, dass es schneller ginge, wenn eine Frau dafür die Verantwortung trüge?

 

(Eine Stickpackung für dieses Tuch gibt es immer noch bei Permin of Copenhagen. Ich habe den beigefügten Stoff in handgewebtes Leinen meiner Großmutter getauscht, dadurch ist es kleiner ausgefallen als das Original, und die Initialen und Datum verändert).


Di

21

Jul

2015

Noch etwas Rathaus

Das waren schöne Sommerabende im Maschpark mit klassischer Musik von der Rathausterrasse her und der Regen hat gewartet, bis alles vorbei war. Danke, Petrus. Unser Rathaus hat dem Ganzen einen prächtigen Rahmen gegeben und es verdient, dass ich noch etwas darüber erzähle.

 

Eigentlich haben wir in Hannover ja zwei Rathäuser. Ein "Altes" aus dem 15. Jahrhundert in der Altstadt direkt neben der Marktkirche und das "Neue" im Stil des Späthistorismus nicht weit von Maschsee, Schützenplatz und Stadion. Es sieht eigentlich mehr wie ein altes Schloss aus, nicht nach "nur" 100 Jahren, passend dazu bröckelt es an der Fassade. Die Schlossneuerbauer in Herrenhausen haben dieses Prinzip aufgegriffen. Außen auf alt, Innen neueste Technik, ob sie auch das Bröckeln eingearbeitet haben?

 

Gebaut wurde ab 1901 und die daran beteiligten Firmen warben heftig mit dieser Tatsache im wunderbaren Hannover-Buch von 1927 des Verkehrsvereins der Stadt, in dem die Stadt mit Historie und damaliger Gegenwart, ihrer Industrie, Handel und Handwerk präsentiert wurde (und in dem ansonsten erstaunlich wenig über das Neue Rathaus steht). Eingeweiht wurde das Rathaus 1913 und bot endlich genug Platz für die Stadtverwaltung. Kaiser Wilhelm II. kam zu den Feierlichkeiten - immerhin gab es ein über 3 Meter hohes Bronzestandbild von ihm und ein zweites von Wilhelm I. zu bewundern - und die Stadtoberen platzten vor Stolz und Ehre.

Eingangsseite des Neuen Rathauses mit Trammplatz
Eingangsseite des Neuen Rathauses mit Trammplatz

Der Platz davor heisst Trammplatz, weil - welch eine Überraschung - von 1891 bis 1918 Heinrich Tramm Stadtdirektor war, dessen Vorstellungen von repräsentativer Größe und Schönheit sicher in den Rathausbau eingeflossen sind und der so dafür gesorgt hat, dass auch heute noch unser Bürgermeistersitz ein Hingucker ist.

 

In diesem Frühjahr wurde der Trammplatz gründlich renoviert und mit viel Party neu eingeweiht. 1913 war hier noch Rasenfläche, später lagen dann einfallslose Betonplatten. Jetzt hat das Pflaster ein schickes florales Muster und integrierte Beete und passt, obwohl modern, gut zum Stil des Hauses.

Hodlersaal - Wappen der Partnerstädte
Hodlersaal - Wappen der Partnerstädte

Im Rathaus gibt es außer den üblichen Büroräumen eine große Eingangshalle mit prächtiger Treppe und viele schöne Festsäle, hier finden die Ratssitzungen statt (im Hodlersaal, so genannt nach dem Wandbild) und der Bürgermeister hat hier sein Büro. Im wunderschönen Gartensaal mit Terrasse zum Maschpark hat unsere Tochter ihr Abitur mit Mitschülern, Eltern und Lehrern gefeiert.

 

Von der fast 100 Meter hohen Rathauskuppel aus (höher als die hannoversche Marktkirche und auch als die Reichstagskuppel in Berlin, Zimmerarbeiten übrigens John Martens aus der Biesterstr.) hat man einen tollen Blick auf Hannover und den Maschpark und manchmal bis zum Harz. Hinauf geht es mit dem Bogenaufzug, der den Bogen der Kuppel mitfährt und vor einigen Jahren erneuert werden musste.

 

In der Eingangshalle stehen Stadtmodelle, an denen Hannovers Schulkinder (und natürlich alle Interessierten) die Entwicklung der Stadt durch die Jahrhunderte ansehen können. Und ihre Zerstörung im 2. Weltkrieg. Fast wäre auch das Rathaus zerstört worden, von deutschen Truppen, um es den Alliierten nicht in die Hände fallen zu lassen. Aber listige und mutige Hannoveraner und jede Menge Alkohol konnten das verhindern. (Wer sich für die Geschichte interessiert, kann sie bei HAZ.de nachlesen.)

Eingangshalle - Lutherbüste "die Liebe ist die Sonne aller Werke"
Eingangshalle - Lutherbüste "die Liebe ist die Sonne aller Werke"

Das Erstaunlichste am Neuen Rathaus sind nicht die Größe oder die vielen Buchenpfähle des Fundaments, damit das Ganze nicht in der Masch versinkt, sondern die Tatsache, dass Hannover die Baukosten von damals wahnsinnigen 10 Millionen Mark, BAR bezahlt hat, also ohne dafür Schulden zu machen. Schade, dass unsere Politiker dieses Prinzip nicht beibehalten haben.

 

Sa

18

Jul

2015

Summ Summ

In der Zeitung stand, wir Gartenbesitzer sollten doch daran denken, dass die Bienen und Hummeln auch im Juli und August Nektar zum Leben brauchen. Zu viele früh blühende Sommerblumen würden gekauft und nach der überreichen Juniblüte gäbe es dann im Hochsommer zu wenige Blüten um die Insekten satt zu bekommen.


Hungernde - gar verhungernde Bienen - nein, das geht natürlich nicht. Ich habe mein Bestes versucht und mit Lavendel und Phlox, mit Schafgarbe und Mädchenauge, vielen Astern und mit diesem Allium ist das bisher ganz gut gelungen. In unserem Garten darf der Besucher allerdings keine Angst vor Insekten haben.

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum !
Ei wir tun dir nichts zu Leide,
Flieg nur aus in Wald und Heide !
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum !

Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum !
Such in Blumen, such in Blümchen !
Dir ein Tröpfchen, dir ein Krümchen.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum !


Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum !
Kehre heim mit reicher Habe,
Bau uns manche volle Wabe,
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum !


Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)


Fr

17

Jul

2015

Julisommerhitze

Ich bin der Juli.


Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.
Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?

Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,
die Ähren sind zum Bersten voll;

reif sind die Beeren, die blauen und roten,
saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.

So habe ich ziemlich wenig zu tun,
darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.

Duftender Lindenbaum,
rausche den Sommertraum!

Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?
Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

 

Paula Dehmel (1862 - 1918)

Di

14

Jul

2015

Rathaus Open-Air

Hoffentlich spielt das Wetter mit.

 

Wir hatten so ein Wetterdurcheinander in den letzten Wochen. Trockenheit, Schafskälte und tatsächlich fast Bodenfrost in gar nicht so entfernten Landesteilen, Saharahitze bis zum Umfallen und dann Unwetter und jetzt immer wieder Regengüsse, als wäre Petrus der Putzeimer umgefallen. Mein Garten tropft und dampft in der immer wärmer werdenden Luft wie ein nasser Schwamm auf der Heizung. Für Freitag ist wieder große Hitze vorhergesagt und anschließend Unwetter. Das können wir so gar nicht brauchen. Vor allem nicht am Samstagabend....

Das Neue Rathaus vom Maschpark aus
Das Neue Rathaus vom Maschpark aus

Am nächsten Samstag ist nämlich großes Open Air Konzert hinter Hannovers Neuem Rathaus: Puccinis La Bohème. Um die Oper zu genießen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

für 25 Euro zur Generalprobe am 16. gehen,

erheblich teurer am Samstag auf der Rathausterrasse sitzen (sofern man früh genug, also bereits vor Monaten, eine der 2.000 Karten ergattert hat),

im Rahmen der Rundfunkgebühren auf dem Sofa sitzen und die zeitversetzte Fernsehübertragung auf NDR 3 schauen,

am Sonntagmorgen um 11.00 Uhr NDR-Kultur im Radio hören

oder

sich mit Picknickdecke und -korb auf den Rasen im Maschpark hinter dem Rathaus setzen und via Großleinwand schauen und live hören. Bei der Tosca im letzten Jahr haben das 15.000 Hannoveraner gemacht.

Aber dafür braucht's vernünftiges Wetter, Petrus!

Die Fotos vom Rathaus sind schon etwas älter. Derzeit ist die hintere Fassade teilweise mit einem Gerüst zugebaut, weil sie bröckelt und Steinchen auf Besucher herabfallen könnten.

Do

09

Jul

2015

Marie

Wenn die Amseln entdeckt haben, dass die Kirschen reif sind, müssen wir schnell ernten um noch etwas abzubekommen.

 

Viele Früchte trägt unser Baum sowieso nicht mehr, denn er ist schon recht alt, der Stamm hat einen Riss und Monilia hat ihm zugesetzt. Vor einigen Jahren hat ein Herbststurm einen großen Ast der nachbarlichen Zeder auf ihn geschleudert und ihm die Krone abgebrochen.

 

Er ist eben ein Senior, der mit seinen Energien haushalten muss, aber er blüht immer noch wunderbar und  - er hat Charakter.

Die Wochenendhitze hat unsere Kirschen rot werden lassen.


Marie mag Kirschen. Wir mögen Kirschen. Und Kirschmarmelade. Kirschmarmelade mit Kirschen, Kirsch und Vanille. Je mehr Vanille desto mjam mjam.

Mi

08

Jul

2015

War das heiß

 

Was für eine Julihitze.

 

Der Wetterdienst sagt, Samstag sei der heißeste Tag gewesen, seit sie angefangen haben zu messen, also seit ziemlich langer Zeit. Unser Thermometer zeigte etwas bei 37 Grad Celsius an, da das gute Stück aber schon so lange misst wie das Haus steht, war das nur ein ungefährer Wert.

 

Unser Viertel packte die Sonnenschirme aus und ließ Wasser in die Plantschbecken einlaufen und wir freuten uns über den Schatten unserer schönen hohen Bäume. Auch die Vögel - denen war es für ein Sonnenbad zu heiß.

 

Wäre die Luft dann nicht so schwül geworden, hätten wir uns in Südfrankreich wähnen können. Siesta für alle im einigermaßen kühlen Haus, Gartengenuss bis in die Nacht, die Grillen zirpen und passend dazu blüht der Lavendel. Wie im - vorgezogenen - Urlaub.

Aber dann kamen Blitz, Blitz, Blitz und Donner und Regen - so viel Regen, dass Pfützen auf dem Rasen standen und so viel Gewitter, dass wir heilfroh waren, als es vorüber war. 


Fr

03

Jul

2015

Rosenmonat

Der Juni war dieses Mal ein richtiger Rosenmonat. Denn alle haben geblüht, üppig geblüht, und der Garten war erfüllt vom Rosenduft.

New Dawn
New Dawn

Wenn die Rosen blühen, bin ich immer ganz hin und weg und mache viel zu viele Fotos.

 

Leider hatten doch wieder einige Blattrollwespen überwintert und ihre Eier in die jungen Rosenblätter gelegt. Die Blätter rollen sich dann ein, die Larven schlüpfen in ihrem Schutz und haben als Nahrung gleich das Blatt.

New Dawn
New Dawn

Im letzten Jahr war, ehe ich darüber nachdenken konnte was da passierte, fast die Hälfte der Blätter meiner schönen New Dawn Kletterrose eingerollt. Der Internet-Tipp, alle befallenen Blätter herauszuknipsen und zu entsorgen, ist bei einer 3 Meter hohen Kletterrose nur begrenzt umsetzbar. Trotzdem - in diesem Jahr habe ich jeden Tag alle Rosenbüsche kontrolliert und gerollte Blätter in meiner Reichweite entfernt. Unsere Meisenfamilien, die hungrig alle krabbelnden, fliegenden und lecker aussehenden Insekten aus den Büschen holen, beäugten mich kritisch, halfen dann aber mit. Und der Erfolg war ganz gut.

Die Kletterrose New Dawn ist bereits 1930 in den USA gezüchtet worden und wunderbarerweise remontiert sie, blüht also ein zweites Mal, wenn man das Verblühte gleich ausschneidet. Ich mag die zarten rosefarbenen duftenden Blüten sehr, die im Verblühen einen Teppich aus Blütenblättern auf den Boden streuen.


Meine Eltern hatten ein Exemplar an ein großes Klettergerüst neben unserer Gartenpforte gepflanzt. Besucher gingen im Sommer durch und über ein Rosenmeer.


Leider liegt unser Hauseingang an der Nordseite im Schatten, sonst hätte ich meine New Dawn dorthin gepflanzt.


Mi

01

Jul

2015

Extrazeit

Es ist kaum zu glauben, jetzt ist schon das halbe 2015 vorbei. Habe nur ich das Gefühl, dass die Zeit immer schneller und schneller an uns vorbei läuft? Ist eine Sekunde wirklich noch so lang wie eine Sekunde vor 50 Jahren? Oder ist sie inzwischen kürzer?

 

Denn... der internationale Dienst für Erdrotation hat uns heute Nacht eine Extrasekunde geschenkt: die 1 Uhr 59 Minuten und 60igste Sekunde. Damit es wieder passt! hmmm...

 

Und ich habe diese sechzigste Sekunde verschlafen! Lieber internationaler Dienst für Erdrotation, wäre es möglich, eine nächste Extrasekunde so zu legen, dass auch wir Hannoveraner etwas davon haben und sie bewusst erleben können? Schließlich gilt: Wer die Sekunde nicht ehrt ...

sommerlicher Blutweiderich am Teichrand
sommerlicher Blutweiderich am Teichrand

Dieser internationale Dienst für Erdrotation hätte gut in eines meiner alten Kinderbücher gepasst. In "Jockel fliegt zum Blauen Stern" aus dem Jahr 1966 gibt es eine Sternenpolizei, einen Sternenbahninspektor, Ufos und Himmelsdrachen, einen Ufo-Himmelslandeplatz und eine große Schalttafel fürs Wetter, mit der man prima Donnern und Blitzen kann.

Was uns hier in Hannover angeht, hat auf bewusster Schalttafel jemand auf "Sommersonne mit trockener Saharaluft" gedrückt. 

Die Geschichte von Jockel, der durch einen außerirdischen Kriminalfall vom kindlichen Tagträumer zum Verantwortung übernehmenden Jugendlichen wird, hat viel Charme und ist eigentlich zeitlos. Obwohl Trekkies und Computerspieler die Nase rümpfen würden.

Und ich finde das Buch allein deshalb schön, weil ganz vorn ein Bastelbogen für Hund Bonzo abgedruckt ist. 1966 konnte man so etwas nicht einfach fotokopieren oder einscannen, man musste schon die Buchseite herausschneiden, um zu basteln. Ich habe es damals nicht übers Herz gebracht, mein schönes Buch zu zerschnippeln und habe mich immer gefragt ob das wirklich einmal ein Kind getan hat.