Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 13.12.2017

 

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Hunger

Darf ich vorstellen? Isi.

Wir vermuten eine Isidora, es könnte aber auch ein Isidor sein. Egal...

Wir könnten die Uhren nach Isi stellen, so pünktlich erscheint sie jeden Abend um 20.00 Uhr zum Essen: Sonnenblumenkerne aus dem alten Tonigel, ein Häppchen heruntergefallenen Apfel, die letzten Erdbeeren aus dem Beet. Dann ein Rundgang durch den Garten, Trinken aus der großen Vogelschale und weiter geht es.

Am Samstag hatte ich Isi nicht erwartet. Die Wetterkanäle hatten uns Böses vorhergesagt und die Feuerwehren und Eisenbahner plagten sich mit umgestürzten Bäumen herum. Zeljko stürmte so stark, dass wir alle Blumenampeln und Rosenkugeln abgehängt, alle Blumentöpfe an der Hauswand zusammengerückt hatten und von drinnen zusahen, wie die trockenen Eibennadeln in den Windböen auf den Rasen schneiten. Isi kam trotzdem und schaute mich erwartungsvoll an.

Und ja, ich bin in Sturm und Regen hinaus und habe ihr die Schale gefüllt. Und dann saß sie unter unserem großen Farn und aß zu Abend.


Meistens schaut noch ein zweiter Igel vorbei, aber erst, wenn Isi wieder fort ist. Er ist so groß wie sie, aber dunkler. Und manchmal kommt noch ein dritter, kleinerer. In der Regel gehen sich die drei aus dem Weg.


Es sei denn, Krümel vom Zwiebelbrot liegen auf der Terrasse - der Geruch der Röstzwiebeln muss für Igel der Himmel auf Erden sein - oder es gibt aufgeweichte Haferflocken. Dann wird geschubst und gezwickt und gemampft bis alle satt sind. Und dann gehen sie wieder.