November 2023
Do
30
Nov
2023
Es ist noch dunkel. Das Geräusch von knirschendem, angefrorenem Schnee ... Schritte ... Autoreifen, die langsam um die Kurve fahren (da kann das E-Auto noch so leise sein, die Reifen verraten es) ...
Eine Stimme hinterm Zaun flucht laut: "Alles eingefroren!" und gibt Anweisungen: "Hol heißes Wasser, ich bekomme die Türen nicht auf!" ... Eine Amsel fliegt zeternd um die Ecke. ... Meisenfüße tappeln auf dem Balkontisch, nachschauen, ob das Eichhörnchen vielleicht etwas übrig gelassen hat.
Ein eifriger Nachbar schiebt noch in der Dämmerung mit der Schneeschaufel kratzend über den kleinen Fahrweg, versucht die gefrorene Schicht am Boden loszulösen. Hieß es nicht immer, Schnee würde den Schall schlucken? Diesen schluckt er jedenfalls nicht.
Der Schnee kam für hannoversche Verhältnisse früh. Die Bäume tragen immer noch Blätter. Die Apfelbäume nicht mehr allzu viele, aber der große Amberbaum, der ist selbst im Schnee noch prächtig bunt.
Na gut, dann gehen wir mal Schnee schieben.
Di
28
Nov
2023
Als wir am Morgen aufwachten ...
Ab und zu stimmt die Wettervorhersage. Es waren nicht gerade Schneeberge, aber es reichte, um den Schneeschieber aus dem Keller holen zu müssen und in kalter Luft zu frühsporteln.
Mo
27
Nov
2023
Wir starten in die offizielle Weihnachtszeit, die vor-dem-ersten-Advent-Woche. Meine Weihnachtsdekoration steht, meine Lichterketten sind gespannt. Heute öffnet unser Weihnachtsmarkt in der Innenstadt und vor dem Hauptbahnhof der Roncalli-Weihnachtsmarkt und eigentlich wollten wir ... Wir müssen doch die große Tanne an der Marktkirche anschauen, ob sie wirklich so spirrelig und schief ist, wie auf den Fotos in der Zeitung und wie auf NDR2-Radio mitsamt Interview der Anwohner bereits berichtet. Wie sie sich weiden am Unglück der Hannoveraner, aber vielleicht ist es ja gar keines und nur heillos übertrieben?
Ja, eigentlich wollten wir. Und dann kam das Wetter dazwischen. Es regnet seit gestern Abend ununterbrochen, die Wetterapp zeigt eine Regenwolke, die bis Frankreich reicht, eine geschlossene Regenwolkendecke, die in eine Schneewolkendecke mutiert, wenn sie sich dem Harz nähert. In der nächsten Nacht soll es schneien, wir werden sehen. Auf jeden Fall aber bummeln wir heute nicht im Regen und mit kaltem Wind über den Weihnachtsmarkt.
Apropos kalter Wind, der weht auch in Hannovers Politik. Der grüne Oberbürgermeister und seine Grünen haben sich mit der unterstützenden SPD zerstritten. Die wird von einem Mitabiturienten unserer Kinder geführt, gerade vor einigen Wochen beim Stadtteilfest hat er sie begeistert begrüßt und umarmt. (Und jedesmal wenn ich Ferdinand Hofer im Fernsehen sehe, denke ich 'wie ähnlich' und denke an die alte Schule.) Politisch wird da derzeit aber nichts umarmt, wir rätseln was vorgefallen sein mag. Im Zwischenmenschlichen soll Eiseskälte herrschen... Heute eröffnet der OB den Weihnachtsmarkt mit der Tanne und heißem Glühwein und das ist dann ja mal - wärmetechnisch gesehen - eine Abwechslung für ihn.
Sa
25
Nov
2023
Bevor wir in die Winter-Weihnachtszeit tauchen, will ich doch noch vom letzten Tiergartenbesuch Anfang des Monats berichten. Die Sonne schien, das war uns im November nicht oft vergönnt, sie schien sogar bis zum Abend und das war wirklich selten. So beeilten wir uns nach Kirchrode zu fahren und spazierten durch den Tiergarten.
Es leuchtete alles so schön. Das Laub war schon gelb verfärbt, hing aber größtenteils noch an den Zweigen, zumindest bei den Kastanien. Die Buchen waren da schneller gewesen, so raschelten wir durch die Wege. Und um die gefallenen Kastanien. Überall standen die Pfützen der letzten Regentage, über Wassermangel muss sich der Tiergarten in diesem Herbst nicht beklagen.
Das Wildschweingehege war von jungen Eltern mit kleinen Kindern umlagert. Dort steht auch Kunst: Die Wildschweingruppe von Kurt Schwerdtfeger, eine Steinplastik aus dem Jahr 1959. Wildschweine sind 'in' in Hannover, im Stadtpark steht eine Wildschweingruppe von Fritz Bernuth aus dem Jahr 1951. Ich mag diese Steinplastiken und ich finde, sie sind nicht dafür aufgestellt, dass die Familien ihre Kinder darauf setzen - oder sich selbst - um Handyfotos zu machen. Was ist los mit den Eltern heutzutage? Alle nur noch Egoisten und ohne Rücksicht? Es gibt Dinge, die macht man nicht.
Wir liefen weiter und kamen zum Damwild. Es war Brunftzeit, die Zeit im Jahr, auf die alles im Leben der Hirsche ausgerichtet ist. Es dauert etwa fünf Jahre, bis ein Hirschgeweih so schön imposant wächst und bis Hirsch sich der ernsthaften Auseinandersetzung mit den Rivalen um ein Territorium stellt. Vorher wird mit den anderen Junggesellen geübt, aber nicht ernsthaft. Wichtig ist, viel und gut zu fressen, um schnell groß und stark zu werden. Dann wird das Geweih mit jedem Jahr grösser und schöner. Es wächst über den Sommer bis Ende August, dann löst sich die Haut darauf und Hirsch 'fegt' es an Bäumen und Büschen sauber - die dadurch erheblich geschädigt werden können. Und dann heißt es: "An deinem Geweih wird man dich erkennen."
Denn das weibliche Damwild kommt zum Hirschen, zu dem der am imposantesten ist, der am besten riecht (die Hirsche bauen sich eine Kuhle und stänkern sich mit ihrem Urin ein und rufen und warten dort) und am besten röhrt. In dieser Zeit kommt ein Hirsch fast nicht zum Essen und nimmt stark ab, so sehr schafft ihn die Brunft.
Im März/April verlieren die Hirsche dann das alte Geweih und das neue beginnt zu wachsen. Und - nein, das darf man nicht mitnehmen, wenn man eines findet, das wäre Wilderei und wird teuer, teuer geahndet. Das Geweih gehört dem Jagdpächter, in diesem Fall der Stadt Hannover.
Bis Mitte Dezember dürfen Besucher nun wie in jedem Jahr erst Mittags in den Tiergarten. Denn am Morgen wird dort gejagt, der Bestand an Wild reduziert, damit der Park keinen Schaden nimmt und damit alle Tiere übers Jahr satt werden. Schließlich ist der Platz begrenzt. Ich finde deshalb die Jagd sinnvoll. Wer den Tiergarten erhalten möchte wie bisher sollte sie akzeptieren.
Do
23
Nov
2023
Graue Herbsttage, aber die Farben des Amberbaums leuchten auch im Regen und sehen die Früchte nicht fast so aus wie Christbaumkugeln?
Mo
20
Nov
2023
Ich sitze drinnen und sehe die gelben Blätter von den Apfelbäumen fallen. Die Tage sind dunkel, wolkenumhüllt, nass, sehr nass. Seit Tagen warte ich auf die Gelegenheit, meine Tulpenzwiebeln zu setzen, aber kann man sie in matschige Erde setzen? Also noch warten. Zwei Tage Trockenheit bräuchte es.
Die Deutschland-Landkarten "Trockenheit und Dürre" sind nun abgelöst von den Karten "Hier hat es mehr geregnet als in den Vorjahren" und da ist Hannover auf fast 130 Prozent des Jahresniederschlags der letzten ich weiß nicht wieviel Jahre. Oder einfach gesagt: Es reicht. Auch wenn die Wissenschaft mahnend den Kopf schüttelt und sagt, bis das alles beim Grundwasser ankäme, ach Gottchen, das dauere.
Ich sitze drinnen und lese die Weltnachrichten. Sie sind nicht besser als das Wetter. Lassen wir das Klima und so mal außer Acht, fürs Festkleben ist es eh zu nass und die Aktivisten im Ruch des Antisemitismus. Einfach das rein Politische, das Terroristische, worum geht es den Menschen? Nicht um Nächstenliebe und Rücksichtnahme und Frieden, nein um Macht und Geld. Immer. Dem Russen, dem Koreaner, den Gaza-Terroristen, dem Ungarn, dem Iraner, den Rechtspopulisten, Trump ...
Die Bilder, die die Medien von Gräueltaten in Russland, in Syrien, in Israel gezeigt haben ... 'Ich bin weit über die Fähigkeit rationalen Denkens hinaus entsetzt.' heißt es in Ghostbusters und wir sollten es alle sein und nicht abstumpfen dabei und womöglich ein Ranking anlegen, was schrecklicher ist ...
Ich sitze drinnen und Dunkelheit umfängt mich.
Mi
15
Nov
2023
Es ist so nass, kaum einmal einen Tag lang kein Regen. Wenn die Sonne herauskommt und wir tatsächlich blauen Himmel sehen, feiern wir das regelrecht.
Dann harke ich Blätter und räume im Garten bis es dunkel wird und sage mir "Morgen, morgen pflanzst du deine Tulpenzwiebeln." Und 'Morgen' wachen wir dann wieder im Regen auf. Es ist zum Schreien ... oder Heulen ... so genau habe ich mich noch nicht festgelegt.
Was auf jeden Fall gut wächst sind die Pilze. Es ist bisher auch noch nicht frostig kalt, da können sie noch. Wir waren im Tiergarten und haben einige sehr hübsche Exemplare der Sorte ''Tintling' entdeckt.
Es gibt viele, viele verschiedene Arten von Tintlingen. Diese schön gefleckten heißen Specht-Tintlinge.
Tintlinge habe die Angewohnheit, sich in schwarze Flüssigkeit aufzulösen, wenn sie älter werden und länger stehen. Ich weiß nicht, ob sie essbar sind, einige Sorten wohl schon, aber nur, wenn sie noch ganz jung sind. Nur - Lust darauf habe ich nicht.
Ich vertraue meinen Pilzkenntnissen ganz und gar nicht, mein Vater würde darob den Kopf schütteln. 'Kind, was habe ich dir beigebracht?' Aber es ist so lange her .... Und im Tiergarten darf man sowieso nicht sammeln: keine Zapfen, keine Eicheln und Kastanien, keine Pilze, keine Geweihe.
So
12
Nov
2023
Pünktlich zum Martinstag begann es zu regnen. Es regnete den ganzen Morgen, den ganzen Mittag, den ganzen Nachmittag, die ganze Nacht, kurz: es regnete ohne Unterbrechung. Am Schluss standen 29 Millimeter auf der Niederschlagsskala. Jeder Millimeter bedeutet einen Liter Regen auf einen Quadratmeter. Also waren es 29 Liter Regenwasser auf jedem Quadratmeter Boden.
Prompt liefen die Regentonnen über. Wieder einmal. Der Rasen war wie ein Schwamm. Die Bäume schüttelten ihre Blätter ab. Und es wurde den ganzen Tag lang nicht hell. Sollten wir nicht schon einmal den Schwibbogen aufstellen? Nein? Zu früh? Ach ...
Wenigstens war es ein Sonnabend und wir mussten nicht hinaus. Aber das sagten sich die Martinssänger wohl auch. Es blieb still und dunkel und ich packte Schoggi und Bonbons wieder in die Schublade.
Fr
10
Nov
2023
Ein schöner Tag mit Sonne und einem Hauch von 'Goldenem Oktober November', wir rannten gleich mit den Kameras los - und
schwupp, schon war es wieder vorbei und regnete. Die Eichhörnchen tauchten auf, erschreckend nass, aber sie ließen sich nicht schrecken (ist das nicht ein schönes Wortspiel?) und sammelten beharrlich
für die kalten, nusslosen Monate. Obwohl es bei uns täglich Nüsse gibt und ein erfahrenes Eichhörnchen von Welt das eigentlich wissen müsste. Egal.
Im Berggarten aber sind inzwischen alle Hickory-Nüsse vom Baum gefallen. Wir waren bei Sonnenschein dort und es war so schön. Die Eichhörnchen des Berggartens suchten noch die Reste zusammen, vergruben, lagerten bereits Vergrabenes um, ab und zu wurde auch gegessen. Aber selten. Keine Zeit. Fertig werden bevor es wieder regnet.
Eichhörnchen arbeiten nicht als Gruppe zusammen, da wird durchaus der Schatz des Konkurrenten gehoben und im eigenen Versteck eingegraben. Eingraben - Ausgraben - Eingraben ... Noch einmal zusätzliche Arbeit für kleine Hemmis.
Di
07
Nov
2023
Herbststimmung pur. Noch schnell ein Foto, bevor das Laub zum Boden fällt.
Das Fallen geht jetzt schnell, Blätterberge liegen auf Herrenhausens Wegen und die ersten Laubpuster, die ich so verabscheue weil Krach und Tornado-Tod für die Insekten, beginnen ihr Werk. Dabei können wir doch so schön durchs Laubgebirge stapfen, es aufwirbeln, damit rascheln ... wie früher als Kind.
Schnell, schnell bevor die Laubpuster kommen.
Sa
04
Nov
2023
Marroni, Maronen, Chestene, Edelkastanien, essbare Schätze, Bestandteil des Spätherbstes und der Vorweihnachtszeit. Wir haben die ersten im Supermarkt-Frischeangebot gesehen, sie waren so klein, dass sie liegenblieben.
Dann waren wir in Herrenhausen, dort war Winterzauber-Weihnachtsmarkt. Mit Eintritt, 2 Euronen mehr als noch im letzten Jahr. Wir dachten, dass es letztes Jahr ja ganz nett war, warum also nicht, Stimmung tanken. Weihnachten bereits Anfang November.
Das Galeriegebäude ist ja immer ein Hingucker, aber mit weihnachtlichen Lichtern noch viel mehr. Im Außenbereich schöne weiße Zelte, mit Stern und Lichtern. Dass die weihnachtlichen Angebote zumeist nicht kaufbar weil viel zu kitschig und viel zu teuer waren ... egal ... das spart ungemein.
Definition kitschig: rosafarbene glitzernde Eichhörnchen mit Federchen-Schweif. Uuh.
Am Ausgang war dann ein Obst- und Gemüsestand, Philina aus Diedorf: riesige rote Zwiebeln, Tomaten, Äpfel, Mandarinen, Marroni. Marroni, sie waren teuer, aber sahen gut aus, dick und prall und glänzend. So kauften wir ein Pfund.
Ach, hätten wir es doch gelassen. Wir bereiteten sie zu Hause im Backofen zu, gewaschen, eingeritzt, 20 Minuten bei 200 Grad Celsius Hitze. Die Marroni, die essbar waren, waren lecker. Die Hälfte aber war innen schwarz und hart oder schimmelig oder die innere Schale löste sich nur mit Hilfe eines Messers. Noch nie habe ich so schlechte Marroni gekauft.
Ich habe über die heurige Ernte nachgelesen. Die Schweizer sind da immer sehr informativ, dort ist das eine Frage des nationalen Interesses. Die Marroni-Händler der Schweiz kaufen ihre Marroni zum größten Teil in Italien, sie sprechen von einem Debakel. Die Monate September und Oktober seien viel zu warm gewesen. Die Marroni seien verdorrt von den Bäumen gefallen. Die Ernte in ganz Europa sei schlecht und die Preise deshalb hoch. Konsumenten von gegarten Marroni an den Marroniständen in den Schweizer Innenstädten wurden interviewt und berichteten davon, dass sie die Hälfte der Früchte in ihrer erworbenen Tüte wegwerfen mussten, weil sich die innere Schale nicht lösen ließ. "Zudem haben die Marroni 'mehr Pilze als ein Hobbitfuß'." (zueritoday.ch)
Genau wie bei uns.
Do
02
Nov
2023
Nun ist der November da. Mit ihm haben sich die Blätter verfärbt, rapide schnell ging das, von grün über gelb zu orangebraun.
Wir waren in Herrenhausen und bewunderten die große Allee, die die Innenstadt Hannovers mit den Gärten verbindet. Zwei Kilometer lang ist sie, vierreihig und sehr prächtig.