Dezember 2025
Mi
31
Dez
2025
Das Jahr ist noch nicht vorbei, noch wenige Stunden, dann aber. Während in Kiribati und in Neuseeland und in Australien schon 2026 ist. So läuft Silvester von Osten her um die Erdkugel. Wir haben noch etwas Zeit, zurückzuschauen. Während es draußen schon heftig böllert und knallt und zischt. Trotz des Regens und der dichten Wolken und trotz der Windböen. Seit Montag bereits, seit der Verkauf der ganzen Pyro begonnen hat.
Wir haben früher auch Raketen in die Luft geschickt, kleine Wirbel flattern lassen, Fontänen zischen und Wunderkerzen prickelnd abbrennen. Mit Kindern hat das Spaß gemacht und wir haben immer geschaut, dass keinem etwas passiert. Aber was in den letzten Jahren um uns herum als Pyrotechnik abgefeuert wird, übersteigt all das was wir früher an Knallerei und Böllerei hatten und ist einfach too much. Seit in Hannovers Innenstadt alles verboten ist, steigt die Party hier am Mittellandkanal. Und die Zeitung schreibt auch noch, das sei einer der besten Plätze zum Gucken. Weil sich die Raketen so schön im Wasser spiegeln. Wir sagen dazu "Nein, Danke."
Wir wollten ja zurückschauen. Auf kalte Weihnachtstage. Richtig kalte. Minus 9 Grad Celsius in der Nacht. Üblich sind bei uns Weihnachten bei 15 Grad und frostfrei, aber doch nicht so etwas. Der Rasen war weiß, aber nicht von Schnee, nein vom Frost. Es war so schnatterkalt, dass wir uns einmummelten und auf den Kirchgang verzichteten. Im Fernsehen gab es schließlich auch Gottesdienst. Wir haben noch einige andere Dinge nicht getan: Wir sind nicht zum Roncalli-Weihnachtsmarkt gegangen, wir haben das Steiff-Schaufenster nur kurz bewundert, aber nicht fotografiert. Nach der Kälte kam der Nebel, kamen dunkle Wolkentage. Dann ein! sonniger Tag, frostig gefrorene Gärten und glatte Straßen. So war 2025, von allem etwas, Gutes und Ungutes, Freude und Trauer und viel Vorfreude auf 2026.
Die Rosebudbears wünschen Euch einen guten Jahreswechsel, bis zum nächsten Jahr - wenn Ihr mögt - und bleibt gesund.
Mo
29
Dez
2025
Kein Schnee, nicht ein Fitzelchen. Aber Nebel. Dicker Nebel, der feucht und kalt herunterfällt und den Garten einhüllt und alles drumherum, der die Geräusche der Stadt schluckt, nur leider nicht die der schreienden Nachbarn. Da merkt man dann doch, dass wir nicht alleine auf weiter Flur wohnen, obwohl ich das gerne würde. Irgendwo in Wald und Feld und auf einen Kilometer nur Bäume. Manchmal wünsche ich mir das, aber dann ist die Nähe von Einkauf und Ärzten und Krankenhäusern und Kultur doch wieder nett. Und wir werden ja nicht jünger, obwohl, wir sind gesund, wir sind sehr dankbar dafür, denn wenn wir uns umhören in Verwandt- und Bekanntschaft, dann ist da einiges.
Dem Waschbären, den mittlerweile zwei Waschbären, die nächtlich durch den Garten laufen, immer von Westen nach Osten und zwei Stunden später von Osten nach Westen, denen also war der Nebel wurscht. Dem durchhoppelnden Marder auch. Den drei Katzen aus Nachbarhäusern auch, nur ihre Ich-lauere-auf-eine-Maus-Plätze blieben leer.
Die Eichhörnchen kamen morgens nach Sonnenaufgang und putzten alles weg, was ich ihnen hingelegt hatte, schön verteilt, so dass sie sich nicht in die Quere kamen und friedlich essend dasitzen konnten. Drei kommen derzeit und wenn es so kalt ist, auch durchaus gleichzeitig. Nüsse - Weihnachtsgaben für die Hemmis.
Sa
27
Dez
2025
So lange vorbereitet, so lange gefreut und so schnell schon wieder vorbei.
Jedes Jahr ist das so: Tanne kaufen und aufstellen und schmücken, Plätzchen backen, Geschenke besorgen und einpacken, Kärtchen schreiben, Essen planen und kochen. Und dann drei Tage lang Familie und freuen und schmausen.
Zwischendurch mal raus und nachschauen, ob der alte Fernsehturm in Hannovers Innenstadt noch als Tannenbaum leuchtet. Da haben sich die Erwerber, die ihn zu einem Wohnprojekt umbauen wollen, etwas einfallen lassen. Finden wir gut.
Wir müssen aufpassen nicht zu vergessen, warum wir Weihnachten feiern. Die Geburt des Kindes, die Hoffnung es sei der Mensch, der alles verändert.
Nur ein wenig die Welt retten - alles besser machen - Egomanen vertreiben - Frieden bringen. Und Mut und Zuversicht nicht verlieren.
Mi
24
Dez
2025
Mo
22
Dez
2025
Sa
20
Dez
2025
Ich schreibe jedes Jahr wieder Weihnachtskarten. Mal mehr, mal weniger, je nach Stimmung. Aber einige konsequent jedes Jahr. Und packe Päckchen.
Da liegt dann der Stapel im Flur, das ist ein gutes und befriedigendes Gefühl, etwas geschafft zu haben. Und dann wird überlegt, wann dieser Stapel zur Post gebracht werden muss. Am schönsten wäre, wenn alles am Morgen des Heiligabends ankommen würde, aber das ist risikoreich und, ich empfinde das so, eine Zumutung für die Postzusteller. Also die Ankunft der Post etwas vor den Weihnachtstagen und das Abschicken noch 3 Tage früher? Oder wie? Und wie früh muss ein Brief ins Ausland auf die Reise gehen?
So ein spezieller Weihnachtsmann-Briefkasten, ja, der wäre schön. Mit dem Weihnachtszauber, der alles pünktlichst am 24sten ankommen lässt. Dieser aber steht unerreichbar für uns auf dem Weihnachtsmarkt. Auf einem Dach. Also laufen wir zum Postamt, 30 Briefeschreiber und Päckchenpacker und -innen warten schon vor uns. Es dauert. Zeit, um einen Text für den Blog zu entwerfen.
Do
18
Dez
2025
Das Haus war kalt und die aufgestellten Heizlüfter brachten nur bedingt Abhilfe. Was macht Frau da? Genau. Frau geht in die Küche, heizt den Backofen an und backt Weihnachtskekse.
In diesem Jahr schafften es die Zimtschneckchen meiner Oma in die Auswahl. Sie brauchen etwas Zeit, weil der Teig immer wieder kühl ruhen muss. Aber in dieser Zeit kann man Frau
ja ein anderes Keksrezept ausprobieren.
Für den Teig braucht Ihr:
160 Gramm Butter (rechtzeitig aus dem Kühlschrank geholt, damit sie sich gut aufschlagen lässt)
100 Gramm Honig
1 Ei
1 Teelöffel gemahlene Vanille
300 Gramm Weizen-Vollkornmehl (am besten frisch gemahlen, es funktioniert aber auch mit Auszugsmehl)
eine Prise Salz
1/2 Teelöffel Backpulver
1/2 Teelöffel gemahlener Kardamom (den ich im Ganzen kaufe und mit dem Weizen frisch mahle)
Die Butter wird mit dem Honig zu einer dicken Creme aufgeschlagen, dann kommt das Ei dazu und wird mit dem Handmixer untergerührt. Das Mehl wird mit Vanille, Salz, Backpulver und Kardamom vermischt und untergemengt. Formt den Teig schon einmal zu einem flachen Strang, teilt ihn in zwei Hälften und packt ihn luftdicht ein. Dann kommt er in den Kühlschrank, das geht auch über Nacht.
Die Teighälften werden getrennt verarbeitet. Ich musste sie erst wieder etwas wärmer werden lassen, denn jede Hälfte wird auf etwa 19 x 22 Zentimeter flach ausgerollt.
Für die Füllung werden 70 Gramm Butter flüssig geschmolzen, mit 100 Gramm braunem Rohrohrzucker und 4 Teelöffel Zimtpulver (Ceylonzimt) vermischt. Und dann auf die Teigplatten gestrichen.
Dann wird von der langen Seite her vorsichtig und stramm aufgerollt, das geht mit einer Backmatte prima. Gut andrücken. Und dann kaltstellen, auch das geht über Nacht, aber mindestens 1 Stunde, damit die Butter gut fest wird.
Dann schneidet Ihr 1 Zentimeter dicke Scheiben, die flach aufs Backblech und in den auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizten Ofen kommen. Sie brauchen etwa 14 Minuten, das ist von Ofen zu Ofen etwas unterschiedlich, darum nach 10 Minuten nachsehen und dabeibleiben.
Sie schmecken besser, wenn sie einige Tage durchziehen können, dann intensiviert sich der Zimtgeschmack.
En Guete, sagt man in der Schweiz.
Mo
15
Dez
2025
Onkel und Tante hatten auf der Fensterbank einen Kerzenleuchter stehen, acht gebogene Arme für acht Kerzen und einen gerade hoch in der Mitte für Kerze Nummer neun. Als ich neugierig davor stand, sagte meine Tante, das sei ein Chanukka-Leuchter und sie hätten ihn von einem jüdischen Ehepaar geschenkt bekommen. Um dieses Ehepaar kümmerten sich damals Onkel und Tante und halfen bei alltäglichen und nicht-alltäglichen Dingen.
Chanukka ist das jüdische Lichterfest, das 8 Tage lang gefeiert wird. Ein Fest der Freude und des Zusammenhalts. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, ähnlich wie bei unserem Adventskranz, nur schneller eben. Mit Chanukka wird der erfolgreiche Aufstand gegen Fremdherrscher (aus Sicht der jüdischen Bevölkerung) in Judäa 164 v. Chr. und die Rückeroberung des Tempels auf dem Tempelberg in Jerusalem gefeiert. Der war zwischenzeitlich für den griechischen Gott Zeus umfunktioniert worden und musste neu für das Judentum geweiht werden. Erzählungen und Wunder ranken sich um das damalige Ereignis. Es gibt Bräuche, Festessen und Kindergeschenke. Und Rituale, wie der Leuchter angezündet werden muss.
Chanukka hat im jüdischen Kalender ein festes Datum, in unserem allgemein gebräuchlichen Kalender fällt es meistens in die Vorweihnachtszeit. In diesem Jahr begann Chanukka gestern, am 14ten. Am 22sten werden alle Kerzen leuchten. In Hannover steht ein großer Chanukka-Leuchter vor dem Opernhaus auf dem großen Platz. Sein Design ist ... Ansichtssache. Wichtig ist, dass er steht, direkt neben dem Holocaust-Mahnmal. Das das Herz der Erinnerungen so schwer macht und das Herz der Gegenwart. Das mahnt, dass Verbrechen wie gestern in Sydney in unserer Welt keinen Platz haben dürfen.
Fr
12
Dez
2025
Was Frau nicht braucht, nicht vor Weihnachten und eigentlich nie: Eine kaputte Heizung. Die braucht Frau so überhaupt nicht.
Wir wachten Sonntagmorgens auf und das Haus war kalt. Der Heizkessel zeigte eine Fehlermeldung. So telefonierte der Beste-Ehemann-forever am Montag nach einem Heizungsmonteur, denn der unsrige (über 30 vertrauensvolle Jahre) ist in Rente gegangen. Und bisher hatten wir noch nicht den richtigen Griff und einen neuen aufgetan, an den wir unser Vertrauen hätten übertragen können. Heizungsmonteure sind wie Fachärzte, nur nicht für Menschen, sondern für Heizungen. Aber genauso sparsam mit Terminvergaben und der Annahme von neuen Patienten. Und mit ähnlich hohen Honoraren.
Er kam noch am Vormittag, säuberte und tauschte Düsen, aber die Fehlermeldung wich nicht. Der Hersteller-Kundendienst kam, nach Konfusion mit dem Termin erst am übernächsten Tag und machte etwas dies, die Fehlermeldung wich nicht, etwas das, die Fehlermeldung wich nicht. Der beste-Ehemann-forever schlug vor, den Motor der Ölpumpe zu prüfen. Nur widerstrebend tat der Kundendienstmann das und tauschte aus, dann, nach drei Stunden, lief die Heizung wieder.
Meine innere Anspannung löste sich langsam. So ein Haus ohne Heizung kühlt erstaunlich schnell aus.
Di
09
Dez
2025
Es gibt eine Neuerung hier in Hannover. Genauer, es gab sie schon einmal und dann wieder nicht. Jetzt hat sie der große Drogeriemarkt aus der städtischen Peripherie, der mit dem Pferd im Logo, wieder ausgegraben und einen Nikolauslauf veranstaltet. Der erste Lauf war an diesem Nikolaustag, am Samstag. Und er soll sich in den nächsten Jahren wiederholen.
Das Wetter war so naja, trüb und dunkel und windig, aber immerhin ohne Regen ab dem Mittag bis zur Dunkelheit. Passte.
Pro Läufer und Läuferin spendete das Unternehmen mit dem Pferd zwei Euronen an eine gute Sache. Aber verkleidet sollten sie kommen, so mit Mütze und rotem Mantel, das schönste Kostüm bekäme einen Preis.
Die Laufstrecke ging am Mittellandkanal entlang, sozusagen vor unserer Haustür, Start und Ziel gleich an der nächsten Brücke. 2,5 Kilometer westwärts am Kanal lang, 2,5 Kilometer auf der anderen Kanalseite wieder zurück. Für die ganz Eifrigen die Strecke zweimal.
Natürlich gingen wir hin und nahmen die Kameras mit. Ich träumte von einem Pulk an verkleideten Nikoläusen. Und, ja, da waren einige dabei, vielleicht die Hälfte der Läufer und Läuferinnen hatten eine rote Mütze auf, am Anfang wenigstens. Es gab einige wenige rote Mäntel, es gab einen Nikolaus mit Sack und Rentieren, alle weiblich, vorneweg. Vater Nikolaus und Sohn Nikolaus. Aber ganz, ganz viele einfach nur so. Laufkleidung.
Die Presse war auch da und machte Fotos, auf denen es aussah, als wären nur Teilnehmer in Nikolausverkleidungen gelaufen, das ist die Kunst der Fotografie. Ich war beeindruckt. Die Starterzahl von 400, später in der Zeitung geschrieben, war wahrscheinlich eine grobe Schätzung, eine geschönte Schätzung. Ich glaube keine einzige Zahl. Aber das kann ja noch werden. In den nächsten Jahren.
Sa
06
Dez
2025
War er da? Oder war er nicht da? Lag früh am Morgen etwas im Schuh?
Zwei Antworten: Ja, der Nikolaus war da. Aber ... Nein, die abonnierte Tageszeitung schon wieder nicht. Ach würde doch der Nikolaus auch die Zeitung bringen, wäre das schön.
Vorgestern fehlte sie schon, da habe ich die Hotline angerufen und auch dort hatten sie keine Erklärung für das Fehlen. Gestern dann klappte es und früh um Sechs steckte die Zeitung im Briefkasten.
Heute wieder nicht. Ein Nikolausfrühstück ohne Zeitung. Das war so gar nicht stimmungsaufhellend an einem überhaupt dunklen Tag. Ich habe wieder per Hotline reklamiert und die Auskunft war, es täte der Dame am anderen Ende leid, denn es käme auch keine Zeitung mehr, der Zusteller sei plötzlich und unerwartet erkrankt und keine Vertretung an der Hand. Sie könnte sie am Montag nachliefern lassen ... oder per pdf schicken ... ach, eine Erstattung? ... ja das würde sie dann veranlassen.
Parallel kam eine Mail des Zeitungshauses ins Postfach getrudelt: 'Am heutigen Nikolaustag möchten wir ihnen ein herzliches Dankeschön sagen ... sind wir dankbar für ihr Vertrauen und ihre Treue.' Diese Treue steht gerade sehr auf der Kippe, sehr.
Mi
03
Dez
2025
Die Zeit rennt mir davon. Das Haus weihnachtlich zu schmücken hat im Vorfeld das Putzen der Fenster bedeutet, das Hängen der Lichterketten auf Balkon und Terrasse auch das endgültige kältefest Verpacken der Pflanzen. Und das Anhäufeln der Rosenstöcke. Und schwupps war wieder ein Tag vergangen.
Und es gab Grünkohl. Das ist auch jedesmal ein halber Tag Küchenarbeit, bis alles gewaschen ist, bis alles blanchiert ist. Und dann schmurgeln.
Die Kilotüte Grünkohl war dieses Mal seltsam locker befüllt, aber ich dachte mir erst nichts dabei. Beim Ausschütten des Inhalts ins Waschwasser sah ich dann warum. Dicke, schwere Stengel und gar nicht so viel Grün wie üblich. Ich hätte die Stengel auch allesamt in eine Vase stellen können, als Blumenstrauß, meine Güte waren das dicke Stengel. Ich pulte das Grünkohlgrün herunter und hatte hinterher einen schweren Haufen Stengel.
So hatte ich mir das nicht vorgestellt, so kenne ich das nicht aus den Vorjahren, diese dicken Stengel und so dicke Blätter.
Diesen Bauernhoflieferanten werde ich nicht wieder wählen. (Und wen das interessiert: Volkmann Gemüseanbau in Hemmingen.) So, nimm das. Abstimmen mit den Füßen, äh, Händen. Wir haben ja die Wahl. Nicht nur beim Gemüse ...
Denn in Hannover ist schon Wahlkampf. Nächstes Jahr im September wählen wir. Bürgermeister und Stadtrat/Regionsrat. Und übrigens nicht wie derzeit auf 5 Jahre sondern auf 8 (in Worten: ACHT). Der Wahlkampf hat, ganz unweihnachtlich, bereits begonnen. Ich berichte demnächst.
(Ich bin fest entschlossen, a) im nächsten Jahr Grünkohl im Blumenbeet dazwischen zu pflanzen. Die im Berggarten machen das ja auch. Und Mangold. Und b) weiterhin Stengel mit e und nicht mit ä zu schreiben.)