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Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 17.10.2017

 

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Grünkohlrezept

Nach einer Woche im Schnee zog in der Nacht zu Samstag Eisregen über uns hin und verwandelte Hannover in eine Schlittschuhlaufbahn. Dann taute alles fort und übrig blieb das übliche nasskalte regnerische Norddeutsche-Tiefebene-Wetter.

 

Für mich ist das perfektes Grünkohlwetter. Meine Familie sagt, sie könne sich in meinen Grünkohltopf mit Pellkartoffeln hineinsetzen und sie fänden es gut, wenn es ihn viel öfter gäbe. Aber da ich Dosenware nicht mag und Grünkohl als Blatt beißen möchte und nicht als sämigen Brei schlürfen, muss ich ihn frisch zubereiten und das dauert seine Zeit. Das heißt, die Vorbereitung dauert, das Kochen selbst geht schnell.

 

Aber wenn es sich sowieso nicht lohnt, die Nase aus dem Haus zu stecken, verziehe ich mich mit einer großen Kilotüte Grünkohl in die Küche, wasche ihn, entferne die groben Mittelrippen und Stiele und werfe die Blätter für 3 Minuten in meinen größten Topf mit kochendem Salzwasser (mit recht viel Salz für das Blanchieren). Dann die Blätter herausfischen, kalt abbrausen und gut ausdrücken. Das passiert aufgeteilt in 5 Portionen, zwischendurch in den Topf etwas Wasser nachgießen und nachsalzen, denn die Blätter müssen schön schwimmen können und schnell zum Kochen kommen. Während ich darauf warte, dass das Wasser wieder kocht und die nächste Portion fertig ist, lockere ich schon einmal die zusammengedrückten Blätter wieder auf.

Bärchen Louis im Grünkohlland
Bärchen Louis im Grünkohlland

Dann schneide ich 2 große Zwiebeln und 5 Knoblauchzehen in kleine Würfel und schwitze sie in Sonnenblumenöl etwa 5 Minuten an. 1 Teelöffel Honig zufügen und 1 Minute karamellisieren. Dazu kommen etwa 400 Gramm grobe Haferflocken und 2 große Stückchen Butter. Die Flocken saugen das Fett auf und werden etwas kross und matschen dann später nicht weg. Vorsicht, dass es nicht ansetzt, eventuell noch etwas Öl dazu geben, und würzen: 1/4 Teelöffel Chilipulver und 2 Teelöffel Paprikapulver edelsüß. Kein Salz, das bringen die Grünkohlblätterblätter mit. Die kommen nun hinein. Alles gut verrühren und dann mindestens 1 Liter Gemüsebrühe (ich löse Brühwürfel auf und konzentriere sie schwächer als angegeben) auffüllen. (Die Flüssigkeit sollte ausreichen, um sie statt Soße zu den Pellkartoffeln zu essen, es soll aber auch keine Suppe werden. Zwischendurch kontrollieren und vielleicht Brühe nachfüllen.)

Auf kleiner Hitze (Einstellung 3 von 9) 30 Minuten köcheln lassen.

Wenn jetzt die Pellkartoffeln zu Kochen beginnen, wird alles gemeinsam fertig.

 

In den letzten 15 Minuten lege ich kleine Sojabrühwürstchen auf den Kohl und lasse sie mit im Topf warm werden.

Grünkohl schmeckt auch roh als Salat oder - sehr en vogue - als Smoothie. Er enthält eine große Portion Vitamin C, Vitamin K und A, Eisen, Kalium, Magnesium, Ballaststoffe, ist gut für die Augen und den Cholesterinspiegel und hat kaum Kalorien. Es sei denn, man kippt ihn mit Kasseler Braten, Würsten und Schweineschmalz zu und kocht ihn 4 Stunden lang... Dann allerdings braucht der Esser mehrere Schnäpse hinterher, aber nicht wegen des Grünkohls.