Februar 2026
Sa
28
Feb
2026
Und plötzlich ist Frühling ... Vor einer Woche saßen wir noch im Frost und Schneereste lagen in den Schattenbereichen. Nicht vergessen, es ist noch Winter, es ist noch Winter, es ist noch Februar.
Aber eingestreut ist jetzt Frühling. Fast schon Sommer. Schneeglöckchen, Elfenkrokusse, Märzenbecher, Winterlinge: sie alle hatten schon die ersten Triebe aus dem Boden gereckt. Nun kam die Sonne und ES BLÜHT.
Ich habe es gerade noch so geschafft, die Sonnenbeete aufzuräumen und alte Blätter und Samenstände herauszuschneiden. Und jetzt: Genießen.
Obwohl es mich von allen Seiten anschaut. Die Rosen wollen geschnitten werden, die Küchenterrasse aufgeräumt. Und dann die Fenster geputzt, die Deko auf Ostern umgestellt. Es gibt so viel zu tun.
Bei den Nachbarn ist das nicht anders. Es wuselt und puzzelt auf einmal in den Gärten, Laub harken, aufräumen, die ersten liegen zum Sonnenbad auf ihrer Terrasse oder vertikutieren im Feinripp-Achselhemd den Rasen, die anderen bauen ihren Zaun fertig, die Kinder lärmen mit Fußball und Trampolin.
Di
24
Feb
2026
Manchmal möchte man über etwas schreiben und dann kommt man darüber hinweg. Also ich. Einfach so. Und dann denke ich, dass es dann ja nicht so wichtig gewesen sein kann. Oder nur temporär wichtig.
Manchmal stellt das Leben Anforderungen und - dann kommen wir darüber hinweg. Lassen es einfach. Obwohl der Wille sich dem zu stellen doch da war. Ja ja, doch.
Konkret. Die Stadt Hannover hatte uns wieder einmal Post geschickt: Wahlunterlagen für die Wahl der 174 Delegierten einer Delegiertenversammlung, die dann den 13köpfigen Seniorenbeirat der Stadt zu wählen haben wird. 2022 hatten wir das auch schon, damals war ich komplett überfordert und nagte lange am Gefühl 'jetzt alt zu sein'. Es hat sich nicht geändert. Ich legte mir den Wahlzettel und den Umschlag dazu neben das Laptop...
Ich hätte so einige Ideen, was ein Seniorenbeirat beeinflussen sollte. Den Hang der Museen zu dunklen Räumen und schlechter Beleuchtung zum Beispiel - den neuen Eingang zum Großen Garten durch den Museumstrakt zum Beispiel, die Stufen in den Garten hinunter ohne Möglichkeit sich irgendwo festzuhalten, je länger ich nachdenke, desto mehr fällt mir ein. Aber wen wählen? Es waren 194 Wahlvorschläge, 20 werden leer ausgehen, was für eine Quote. Von denen, die in unserem Stadtbezirk kandidierten, kannte ich nur einen, besser gesagt, seine Frau - und wusste, er hat auch mal für die FDP... Alle anderen waren ein Fragezeichen, ich versuchte zu googeln, bei einigen klappte das, bei anderen nicht, alle möglichen Parteien waren Hintergrund, nicht alle akzeptabel. Im Netz fand ich ein Plakat mit Fotos aller Wahlvorschläge, aber nirgendwo Porträts der Personen, wer wofür steht. Irgendwann gab ich auf.
Gestern war letzter Termin für den Briefkasten. Nein, nicht etwa unfrankiert in den Kasten stecken .. soviel Geld hat Hannover denn doch nicht übrig für die Senioren und Seniorinnen. Dabei fällt mir gerade ein, die Wahlbeteiligung 2022 lag irgendwo in den End-20er-Prozenten.
Zur Entscheidungsfindung machten wir einen langen Spaziergang durch einen kalten, frostigen Tiergarten. Wir sahen keinen einzigen Vogel, nur zwei stinkende Wildschweine hinter ihrem Zaun und ganz zuletzt Damwild in der Ferne. Und eins kurz vorm Ausgang. Durchgefroren kamen wir wieder nach Hause und ich wusste noch immer nicht weiter. Und dann blieb es liegen. Und dann war der Termin futsch.
So
22
Feb
2026
Wetterwechsel. Statt Schnee und Frost nun Regen und Wolken und - ich trau mich gar nicht das zu Schreiben - PLUS 11 Grad Celsius. Der Kreislauf spielt verrückt. Die Vögel zwitschern schon in der Morgendämmerung.
Hemmi Eichhorn steht an der Terrassentür und schnuppert. 'Sag mal, backst du was? Gibt es Croissants? ' Sie wartet, bis das Gebäck fertig ist, bekommt ein kleines Eckchen, noch warm, Schlaraffenland für Hemmi. Dafür umschnuppert sie auch die Menschenhand und sitzt ganz dicht, vielleicht gibt es ja noch mehr?
Mi
18
Feb
2026
Die Kälte ist zurück, mit ihr aber kamen Sonne und blauer Himmel. Wenigstens am letzten Sonntag. Als wir aufwachten waren Dächer und Rasen weiß gefroren, es war ungewohnt hell. Schnell aufstehen. Es hielt uns nicht zu Hause, wir fuhren zum Berggarten. Die Idee hatten nicht nur wir, die Parkplätze waren voll, vor allem weil der sonst genutzte Parkplatz der Schule nebenan durch Baumaßnahmen mit großem Kran blockiert ist.
Es war wirklich schnatterkalt. Unsere Idee war ursprünglich, uns in den Gewächshäusern aufzuwärmen. Bei den Orchideen aber war die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass es vom Glasdach herabtropfte. Zack - zieh den Kopf ein - dicke Tropfen auf die Haare. Die Kameras, selbst die Smartphones beschlugen sofort, an Fotos war nicht zu denken. Darum lieber wieder hinaus und laufen. Wieder zu Hause waren wir einfach nur noch müde von soviel Luft und Licht.
Am nächsten Tag lag Hannover wieder unter einer Wolkendecke, es war trüb und dunkel und dann begann es zu schneien. Ach ...
Sa
14
Feb
2026
Es ist Valentinstag und wir haben beschlossen, ihn weitestmöglich zu ignorieren. Dafür ist einfach zu viel los. Und für die üblichen Blumen ist es zu kalt. Zunächst einmal schneit es wieder und die Sonnenstunden-Messlatte liegt auf Null. Wir haben das einfach satt und ich weiß nicht, was in die Kraniche gefahren ist, die im großen Keil den Mittellandkanal ostwärts entlang fliegen.

In Hannover ist Karnevalsumzug, auch ein Umstand, den wir weitestmöglich ignorieren. Karneval ist nicht so unseres, war es noch nie. Weinende Kinder, als beim Umzug die Bonbons auf sie prasselten, das tat weh. Mein frühestes erinnertes Kostüm war ein Schneeglöckchen, damit würde niemand heuer irgendwo Eindruck machen und überhaupt, mitten im Schnee ...
Zeitgleich hat der/die/das politisch interessierte Hannoveranende die Wahl zwischen einer Tanzdemonst-Ration (Schreibweise der Tageszeitung) gegen Gewalt an Frauen, einem 'Forum der Iraner' (und der Iranerinnen?), einer Aktion wegen 'Hände weg von Venezuela', einer Kundgebung zur kurdischen Lage in ?Rojava? (das wo liegt?) und schließlich einer Aktion 'Christliche Werte'. Oder wie wäre es mit Fußball der dritten Liga, falls das mit dem politischen Interesse nicht so seins oder ihrs ist.
Oder es geht zum Opernball mit französisch-parisienne-Thematik, das ist ja so meins, gerade richtig. Opernball war am Freitagabend und am Valentinsabend, der zweite ist ein wenig teurer als der erste, aber nicht so teuer wie in Wien, das Essen bezahlbar, das Trinken bezahlbar und der Eintritt auch.
Während der Wiener Opernball etwas für Leute mit Geld ist. Ich liebe Wiener Walzer, das sich drehende Dahinschweben zu den Strauß-Walzern ... Platz braucht es dafür, viel Platz, sonst ... Autsch.
Das Fernsehen übertrug aus Wien, live, jedes Jahr wieder. Wir guckten, allein schon zum Vergleichen. Inzwischen kennen wir Österreichs Bundespräsidenten und seine Frau, jedes Jahr wieder sind sie dabei, sitzen in der großen Loge. Inzwischen kennen wir die beiden Kommentatoren, die wie 'Statler und Waldorf' zu allem ihren Senf abgeben. Auch zu Sharon Stone: 'Traumfabrik trifft Schaumfabrik'. Frau Stone ist beim Interview äußerst gerührt, laut Presse hat sie eine Panikattacke, jedenfalls weint sie etwas. Praktischerweise ist das Hotel fußläufig nebenan, da kann sie sich dann wieder fassen und ein zweites Mal in die Oper laufen. Oder fuhr der Bentley noch einmal? Daraufhin wurden von den Kommentatoren alle Promis auf ihren Gerührtheitsgrad abgeklopft - aber an Frau Stone kam keiner heran.
Überhaupt die Logen. Wer da so alles saß und stand, für den besseren Blick, und mit riesigen Smartphones fotografierte ... Die meisten waren mir unbekannt, aber Boss Hoss erkannte ich, Fran Drescher (die 'Nanny' habe auch ich gesehen), und war das Steffi Graf?, den Pocher (leider) und Harald Glöckler, blondiert und mit viiieeel knallrotem Lippenstift. Der verlor bei den Kommentatoren seinen Namen und hieß nur noch 'der Mann mit den zwei Lippenstiften', weil er die im Interview gezeigt hatte. Jede Frau solle einmal blondierte Haare haben und unbedingt dazu roten Lippenstift, das habe schon Marilyn Monroe gewusst und deshalb, sagte der Mann-mdzL. Er habe ihn noch nie tanzen gesehen, bemerkte der Interviewer. Ach, nein, das täte er auch dieses Mal nicht. Die Kamera schwenkte weiter. Und dann wurde endlich auf dem Parkett getanzt.
Mi
11
Feb
2026
Kaum taut der Schnee, schon schieben die kleinen Blumenzwiebeln ihre ersten Triebe durch die matschige Erde ans Licht.
Die ersten Schneeglöckchen blühen. Die ersten Winterlinge blühen. Wir werden unruhig, vielleicht ein wenig aufräumen im Garten? Vielleicht zum Berggarten fahren und dort schauen? Neues Leben in den Beeten, neues Leben in Familie Hemmi, wie schön ist das denn.
Aber zuerst soll es noch einmal kalt werden, noch einmal schneien. Nein, wir alle wollen das nicht.
So
08
Feb
2026
Langsam, ganz langsam, tauen wir auf. Der Schnee schmilzt und hinterlässt matschige Pfützen. Nebel legt sich über das Land. Es ist weiterhin trostlos trüb.
Derweil starten die olympischen Winterspiele in Italien. Wie erfreulich finden wir doch dort den Schnee. Da muss nicht künstlich beschneit werden, da ist einfach alles weiß. Da passt das.
Maskottchen dieser Winterspiele sind Hermeline: die weiße Tina und der braune Milo. Hermeline sind Marder, Raubtiere. Ein Marder läuft nächtlich durch unseren Garten und sucht Essbares. Den an der Straße parkenden Autos legen die Besitzer neuerdings Gitter unten drunter, als Marderabwehr wegen durchgebissener Kabel. Wir klopfen immer wieder die Erkerabdeckung auf den Dachziegeln flach, damit das Tierchen nicht auf den Dachboden turnt. Und in Mailand, ja da fiel zu Beginn der Eröffnungszeremonie der Strom aus ...
Die fanden wir recht langatmig und langweilig, der deutsche Ton war in der ersten Hälfte grottenschlecht, die beiden deutschen Kommentatoren des Öffentlich-rechtlichen haben offenbar geglaubt, eine Radioübertragung zu begleiten und hätten besser einfach die Klappe gehalten. Besonders der, der mal hier in Hannover zur Schule gegangen ist.
Der Einmarsch der Nationen dauerte endlos, weil er gleich in vier Orten stattfand. Damit die Athleten und -innen nicht hin- und her fahren mussten. Jeweils ein olympischer Ring war aufgestellt, im Schnee eingegraben, und dadurch kamen sie .... es war wie bei Stargate mit den Sternentoren, durch die im Universum herumgereist wurde. Die Regie schaltete von einem Tor zum nächsten, dadurch blieb uns mehr Zeit zum Kritisieren der Mode der einzelnen Länder. Mein Highlight dieses Mal war Kanada, absolut Kanada.
Fr
06
Feb
2026
Seit einigen Tagen schon fahren keine Schiffe mehr. Kein 'Tucker-Tucker', kein Unterbrechen der W-Lan-Verbindung durch das Radar einzelner Frachter, kein 'Trööööt' zweier sich begegnender Schiffe. Still ist es geworden. Denn der Mittellandkanal ist dicht, zugefroren.
Unsere Straßen im Viertel sind ebenfalls zugeeist, nicht geräumt, Schnee türmt sich neben den Fahrspuren, spiegelglatt sind sie mittlerweile, nichts passiert ... Auf dem Kanal war jetzt der Eisbrecher da. Wir hörten ihn von Osten her kommen und nach Westen fahren. 'Böckel böckel böckel' machte der Dieselmotor und es knirschte laut.
Und dann war die Eisfläche aufgebrochen. Schiffe fahren trotzdem noch nicht, die Eisschollen liegen quer und übereinander an den Kanalufern, vereisen wieder. Die Schiffer sagen, es sei zu gefährlich, scharfe Kanten könnten den Schiffsrumpf beschädigen.
Wir machten einen kleinen Spaziergang am Ufer entlang. Mit unseren Spikes an den Schuhen durch den Schnee, darunter war rutschiges Eis. So wenige Spaziergänger sahen wir selten. Die Luft war neblig-trüb.
Langsam, langsam beginnt es jetzt zu tauen. Aber 2 Grad Lufttemperatur bedeuten: noch friert es am Boden.
Do
05
Feb
2026
Wir wurden gewarnt. Blitzeis, Eisregen, Glatt. Die Schule fiel aus. Am Morgen lag eine dünne Schicht frisch gefallener Schnee. Und wir holten stöhnend den Schneeschieber.
Dann war alles nur halb so schlimm, also kalt war es weiterhin, Minus 4 Grad Celsius den ganzen Tag, aber glatt war es nicht. Es erwischte Orte wie Osnabrück, da war es glatt, aber holla. Und die Autobahnen weiter westlich, da war es auch glatt, holla holla.
Parallel dazu streikten die Winterdienste, weil Verdi sagte, das müsse nun sein und sie könnten sich die Termine ja nicht aussuchen, die Verträge liefen nun mal aus und da müsse jetzt gestreikt werden und dass Winterwetter sei, ja, da könnten sie ja nichts dafür. Eine seltsame Argumentation, als bestünde eine Streikpflicht. Ich hatte das immer anders verstanden. Hmm.
Und dann möchte ich berichten, dass unser Weg, der, in den das Weglein vorm Haus mündet, das Weglein, das wir mit Muskelkraft von Eis und Schnee befreien, dass also der große Weg immer noch kein Räum- oder Streufahrzeug gesehen hat. Den ganzen Schneewinter hindurch nicht.
Aha, die Firma, die in Hannover für Müll und Schnee zuständig ist, hat verkünden lassen, dass sie Bußgelder verhängen würde, wenn Privatleute ihrer Schneeschipp-Pflicht nicht nachkämen. Man könne das melden per Hotline. Ich nenne es denunzieren. Dann käme jemand und schaue nach. Der bringe dann keine Schneeschieber mit, sondern einen Zahlungsbefehl.
Ich habe überlegt, ob ich die nicht geräumte Straße melden soll und dann kann Aha sich selbst einen Bußgeldbescheid schicken. Und überhaupt - dürfen die Bußgeldbescheide verschicken, ist das rechtlich abgesichert?
Di
03
Feb
2026
Fast unbemerkt von uns begingen die Vereinigten Staaten von Amerika den jährlichen Murmeltiertag. Stellvertretend für alle Murmeltiere wurde Phil in Punxsutawney geweckt und in den Morgen gehalten. Das ist jedes Jahr dieselbe Prozedur und angeblich ist auch Phil immer derselbe Phil ... Und siehe da, er sah seinen Schatten, was heißt, dass die Sonne aufging und das - und Phils betreuende wichtige Männer - prognostizierte weitere Winterwochen. Uff.
Hier im kalten Hannover hätte er keinen Schatten gesehen, denn wir sehen weiter fast nur Wolken und Hochnebel. Der Frost hält Hannover fest in seinen Händen, die Sonne scheint nur ab und zu für wenige Minuten, wärmt aber nicht. Wer bei Klimawandel an Strand mit Palmen hier gedacht hatte, sieht sich schwer enttäuscht. Ein nachlassender Golfstrom und damit nachlassende Nordseeheizung bedeuten eher Eiszeit für Nordeuropa.
Wir haben einen trockenen Tag genutzt und sind dick eingemummelt in den Stadtpark gefahren. Leer war es da. Nur wenige Stadtparkbummler außer uns liefen herum.
Wir setzten uns auf eine - kalte - Bank und holten Kekse und Wasserflaschen heraus. Ein Ehepaar, älter als wir, kam von hinten heran. 'Haben sie Kaffee? Können wir uns beteiligen?' Nein, hatten wir nicht. Vielleicht hätten wir eine Thermosflasche mit heißem Kaffee mitnehmen sollen ... So wie letztes Mal im Berggarten ... Aber wir wollten ja auch nicht lange bleiben. 'Ach, Kaffee wäre schön gewesen. Was machen Sie denn? Fotos? Was fotografieren Sie denn?' Ich holte tief Luft. 'Blumen.' 'Aber es blüht doch gar nichts.' Kopfschüttelnd liefen sie weiter.
Und wir liefen recht schnell nach Hause, denn ... verflixt war das kalt.
So
01
Feb
2026
Es soll in Deutschland Gebiete geben ... ohne Schnee ... dort schauen die Krokusse aus den Böden ... die Tulpenspitzen schieben ans Licht ... ach ja.
Auf unseren Böden liegt Schnee. Noch mehr Schnee ist angekündigt. Von meinen Elfenkrokussen, sonst manchmal schon im Januar in Blüte, ist noch keine Spur zu sehen. Minus 4 Grad Celsius am Tage.
Also kaufen wir Tulpen für die Vase und tragen sie gut in Zeitungspapier eingepackt nach Hause. Stimmungsaufheller.