Fast unbemerkt von uns begingen die Vereinigten Staaten von Amerika den jährlichen Murmeltiertag. Stellvertretend für alle Murmeltiere wurde Phil in Punxsutawney geweckt und in den Morgen gehalten. Das ist jedes Jahr dieselbe Prozedur und angeblich ist auch Phil immer derselbe Phil ... Und siehe da, er sah seinen Schatten, was heißt, dass die Sonne aufging und das - und Phils betreuende wichtige Männer - prognostizierte weitere Winterwochen. Uff.
Hier im kalten Hannover hätte er keinen Schatten gesehen, denn wir sehen weiter fast nur Wolken und Hochnebel. Der Frost hält Hannover fest in seinen Händen, die Sonne scheint nur ab und zu für wenige Minuten, wärmt aber nicht. Wer bei Klimawandel an Strand mit Palmen hier gedacht hatte, sieht sich schwer enttäuscht. Ein nachlassender Golfstrom und damit nachlassende Nordseeheizung bedeuten eher Eiszeit für Nordeuropa.
Wir haben einen trockenen Tag genutzt und sind dick eingemummelt in den Stadtpark gefahren. Leer war es da. Nur wenige Stadtparkbummler außer uns liefen herum.
Wir setzten uns auf eine - kalte - Bank und holten Kekse und Wasserflaschen heraus. Ein Ehepaar, älter als wir, kam von hinten heran. 'Haben sie Kaffee? Können wir uns beteiligen?' Nein, hatten wir nicht. Vielleicht hätten wir eine Thermosflasche mit heißem Kaffee mitnehmen sollen ... So wie letztes Mal im Berggarten ... Aber wir wollten ja auch nicht lange bleiben. 'Ach, Kaffee wäre schön gewesen. Was machen Sie denn? Fotos? Was fotografieren Sie denn?' Ich holte tief Luft. 'Blumen.' 'Aber es blüht doch gar nichts.' Kopfschüttelnd liefen sie weiter.
Und wir liefen recht schnell nach Hause, denn ... verflixt war das kalt.