Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 31.10.2020

 

das Un-Wort des Tages:

Ungleichberechtigung

darüber klagen Hannovers Möbelhäuser, die wegen Corona nur auf 800 qm wieder öffnen dürfen - April 2020

 

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Lucy in the Sky bringt Expo-Erinnerungen - Teil 2

Am 1. Juni vor zwanzig Jahren, weswegen unsere Tageszeitung an das Warum und Wieso erinnert hat, war die Expo 2000 ein Geschenk für uns Hannoveraner, ein entspanntes, friedliches Fest des sich-Kennenlernens der Völker.

Ganz Hannover hatte sich herausgeputzt, wie man das macht, wenn Gäste erwartet werden. Die Stadt glänzte und strahlte, selbst der Hauptbahnhof. Der Zoo war zum Erlebniszoo geworden, das Regenwaldhaus im Berggarten war entstanden und es gab so viele Außenprojekte in ganz Deutschland, dass es unmöglich war, alle anzuschauen.

Mittelpunkt der Weltausstellung war unser erprobtes Messegelände mit den Flächen drumherum, das zu diesem Anlass einen eigenen Messebahnhof und eine neue Straßenbahnlinie (samt Expo-designten Straßenbahnen) spendiert bekommen hatte.

Expo 2000 Hannover
Willkommen auf der Expo 2000 - das geöffnete Blütendach des venezolanischen Pavillons auf dem Westgelände klappte für die Nacht zu einer Knospe zusammen

Der Anfang war holprig, denn hannoversche Bürokratie und schlechte Presse hatten potentielle Besucher abgeschreckt. Der mit Monaco verheiratete hannoversche Prinz pinkelte an den türkischen Pavillon (und warum fällt mir jetzt die Bezeichnung 'feiner Pinkel' ein?), irgendein Stand bot überteuerte Bratwurst an. Da galt es als schick Hannover schlecht zu machen, Journalisten übertrumpften sich geradezu darin. Und Social Media gab es noch nicht. Obwohl ... Glück für den Prinzen.

Expo 2000 Hannover
und 'Venezuela' in der Abendsonne und bei Nacht - daneben schweben die Gondeln zum Themenpark und weiter zum Ostgelände - sie hatten ganz schön Tempo

So waren wir anfangs unter uns: wir Hannoveraner und die Menschen, die für ihr Land in den Hallen und Pavillons und Verkaufsständen arbeiteten. Dann wurde es sogar noch einmal empfindlich kalt, die Juni-Schafskälte schlug zu. Hannoveraner schenkten den frierenden Standbetreibern aus südlichen Ländern dicke Pullover und Jacken. (Und ich kaufte mir 'in Mexiko' einen wollenen Poncho, weil der Wind so pfiff. Und kleine Spielzeuglamas für die Puppenstube.) Wir kamen ins Gespräch, lernten uns kennen. Es gab Hannoveraner, die 'Patenschaften' für die Gäste aus fernen Ländern übernahmen und ihnen an freien Tagen ihr Leben und Deutschland zeigten. Nachhaltige praktische Völkerverständigung.

Expo 2000 Hannover
Abendimpressionen: 'Frankreich' mit dem Thema Bewegung - an 'Monaco' ankerte eine kleine Yacht, Wasserflächen überall auf dem Gelände machten es möglich

Es war bezaubernd entspannt und leer, das Wetter besserte sich, es gab fast keine Warteschlangen, die Parkplätze waren umsonst, nicht gleich am Anfang aber dann, es gab Abendtickets für 10 Deutsche Mark kleines Geld, für laue Sommerabende auf dem Freigelände und Abendessen aus fernen Ländern. Denn zu Hause wurde unsere Küche renoviert. Unsere Kinder kamen umsonst auf die Expo und wir nutzten das weidlich, dadurch kamen sie regelmäßig zu spät ins Bett - tant pis.

Sie sammelten kleine Länder-Anstecker und in speziellen Expo-Pässen die Einreisestempel der verschiedenen Länderpavillons und -stände. Kanada, Brasilien, Ghana, Ruanda, Tonga, Schweden, Frankreich, Jemen, Australien, Nepal ... In diesen Sommerferien besuchten wir die ganze Welt. Fast.

Es gab, btw., keinen Einreisestempel der USA. Denn wer nicht da war, das waren die USA. Aus Kostengründen, wenn ich mich richtig erinnere. Die USA nahmen an der Weltausstellung nicht teil. Wir haben sie nicht vermisst.

 

Fortsetzung folgt