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Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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das Un-Wort des Tages:

churchy

gesagt von einem hannoverschen Priester anlässlich einer Hochzeit: "Die Jugend von heute ist ja nicht mehr so churchy." - 01.06.2019

 

 

 

  letztes Update am 19,06.2019

 

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Reise ins Barock

Wie man ins Barock kommt? Na ... immer über das Mittelalter. Schon rein geschichtlich.

Hannover Museum August Kestner
Preziosen des Mittelalters: im vergoldeten Bronzekopf wurde ein Zahn Johannes des Täufers aufbewahrt (Kloster Fischbeck, 12. Jahrhundert) - Fayence - Teil eines Äbtissinenstabes mit dem 'Lamm Gottes' (Kloster Gertrudenberg, 14. Jahrhundert)

Aber auch ganz konkret hier in Hannover im MAK (MAK = Museum August Kestner). Denn da waren wir wieder einmal und haben an einem nasskalten Tag zwei schöne Stunden verbracht. Hinein und die große Treppe hinauf, dann geradeaus, die Ausstellung zur Provenienzforschung haben wir erst einmal links liegen gelassen und sind nach rechts gegangen, auch die Münzausstellung haben wir ignoriert. Und landeten bei einigen Highlights des Mittelalters und im Vorraum von "Prachtstücke - Kunst und Kultur der Barockzeit".

Hannover Museum August Kestner
Ausstellungsraum im MAK - schöne Handarbeiten: im Jahr 1612 auf Seide gestickter Bischof, eine Kelchdecke gefertigt 1669 - Rosenkranz Augusts des Starken aus Karneol/Gold 1711

Das Mittelalter dauerte bis längstens 1500 n. Chr. und enthielt die Stilepoche der Gotik, das Streben nach Größe, nach Licht, sichtbar in den damals revolutionären Kirchenbauten. Dann kamen etwas Humanismus und etwas Reformation und mit beiden die Renaissance, eine Rückbesinnung auf die Antike. Und danach brach die Neuzeit an und mit ihr ab etwa 1600/1650 der Barock.

Hannover Museum August Kestner
Möbel der Barockzeit: Kabinettschränke aus dem 17. Jahrhundert - mit asiatischen Einflüssen in Eiche/Schildpatt/Elfenbein/Perlmutt - mit Emaille-Miniaturporträts und Vergoldungen

"Barock" bezeichnet nicht nur eine bestimmte Art der Literatur, Malerei und Kunst und Architektur. Er bezeichnet auch die Art der Menschen dieser Zeit zu denken, zu fühlen, zu erfahren, zu leben.

Es war eine Zeit der Gegensätze, einige Menschen unermesslich und verschwendend reich, andere unerträglich arm. Manche mit allen Sinnen genießend, manche bewusst asketisch lebend. Spannungsfelder sagt man heute dazu. Glaubensrichtungen stritten miteinander, Luthers Kirche bekam mehr und mehr Anhänger. Die katholische Kirche versuchte die Gläubigen an sich zu binden, mit Prunk, der Jungfrau Maria und sehr spezifischen Jenseitsbildern.

Der Tod war den Menschen nahe, täglich. Er war überall, der 30jährige Krieg wütete mit seinen unbeschreiblichen Gräueln, die Pest grassierte. Hinter allem lauerte Vergehen und Sterben. Vergänglichkeit. Da dekorierte man sein Heim auch schon mal mit geschnitzten Totenschädeln.

Hannover Museum August Kestner
fürs traute Heim: Fayenceschüssel für den Herzog zu Braunschweig-Lüneburg - Pokalträger, an denen die Trinkpokale festgeschraubt wurden - Kokosnuss- und Nautiluspokal - das Reh aus Silber und Gold konnte mit teuren Leckereien gefüllt werden

So versuchte wer konnte das Hier und Jetzt zu genießen, wo es nur ging. Carpe Diem - Genieße den Tag - dieser beliebte Wellness-Duschbad-Dekorationsslogan - damals lebte ihn wer dazu in der Lage war. Ludwig XIV. zum Beispiel in Versailles. Jeder kleine Fürst und Herzog des 30jährigen Krieges eiferte ihm nach. Üppig und exotisch und teuer und kostbar sollte alles sein. Luxus.

Die Prachtstücke der Ausstellung sind solche Dinge. Mir gefielen besonders die Pokale aus Kokosnuss und Seeschnecke. Und natürlich die schönen Handarbeiten, die nur leider in einem Schubladenschrank versteckt sind. Ein kleiner Hinweis darauf, die Fächer einmal aufzuziehen, wäre schön gewesen. Wir wären fast vorbei gelaufen.

 

Die Ausstellung "Prachtstücke" zeigt das MAK noch bis zum 7.April 2019.

 

Vielen Dank an das Museum für die Erlaubnis meine Fotos aus dem Hause hier zeigen zu dürfen.