Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 19.10.2018

 

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vom Moor und der Kohle

Bei blauem Himmel lässt die Sonne die Blätter leuchten. Nach Regentagen ist der Oktober golden geworden und hat uns in den Berggarten gelockt. Und wir sitzen im Garten, so schön warm ist es noch. Hauptsache noch etwas genießen, denn die kalten Herbsttage werden kommen und der nächste Regen auch, das ist sicher. Nachts war es schon fast frostig.

Der Brand im Meppener Moor ist dank des Regens und der vielen Feuerwehren, auch denen aus der Region Hannover, erloschen - sagt die Bundeswehr und, es gebe keine Glutnester mehr im Torf. Dafür berichten die Medien von Uranmunition, die dort gelagert worden, von radioaktivem oder quecksilberhaltigem Rauch, der vielleicht durch den Brand entstanden sei. Überbleibsel aus Zeiten, als Menschen zu sorglos waren. Aber nichts ist ohne Folgen auf dieser Welt. Über den CO2-Ausstoß denken wir deshalb lieber gar nicht erst nach.

Hannover Berggarten Moorweiher
Schönes rund um den Moorweiher im Berggarten Herrenhausen

Dann las ich Bill Brysons wunderbare Schilderung, wie er den Appalachian Trail (das ist ein etwa 3500 Kilometer langer Fernwanderweg entlang der Appalachen im Osten der USA) erwanderte. Das Buch heißt in der deutschen Ausgabe "Picknick mit Bären" und ist erheblich besser als der Film dazu mit einem viel zu alten Robert Redford. Und in diesem Buch schreibt Mr. Bryson über seine Entdeckung eines nicht löschbaren Brandes.

Denn es gibt auf unserer schönen Erde Brände, die unterirdisch Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende lang schwelen. Die sich langsam ausbreiten und weiterfressen und immer weiter: Brände in Kohleflözen, den Bändern aus Kohle, die sich kilometerlang unter der Erde zwischen anderen Gesteinsschichten entlangziehen. Kohle entzündet sich leicht von selbst, wenn sie mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Das kann durch Erosion passieren, upps auf einmal ist sie an der Oberfläche, aber auch beim Abbau - und, oh ja, auch durch Gewitter oder schlichte menschliche Blödheit kann sie in Brand geraten, das aber seltener.

Aber auch wenn Kohle auf Halden gelagert wird oder in großen Kohlebunkern, kann sie sich spontan entzünden. Sie lässt sich dann relativ leicht löschen, früher auf den großen Dampfern wurde sie einfach in den Ofen geworfen und verfeuert, bevor sie ein Loch ins Schiff brennen konnte. Aber ein brennendes Kohleflöz?

Hannover Berggarten Herrenhausen Moorweiher
auf zwei schwimmenden Inseln im Moorweiher wachsen Erd-Orchideen (Disa uniflora) und fleischfressende Schlauchpflanzen (Sarracenia purpurea) - Rote Libellen sind überall

Fast schon berühmt geworden ist das Flöz unter der Stadt Centralia in Pennsylvania, USA. Über dieses Stadtgebiet stolperte Mr. Bryson bei seiner Wanderung. Dort ist die Erde warm und kleine Rauchsäulen steigen auf, denn unter der Erde schwelt die Kohle vor sich hin. Man vermutet, dass sie 1962 durch einen Brand auf der Müllkippe in Brand geraten ist. Bis 1981 kümmerte das die Bewohner des Städtchens wenig. Dann allerdings brach in einem der Gärten die Erde ein und öffnete ein großes Loch, Rauchgase und Panik stiegen auf. Da war es zum Löschen jedoch schon zu spät. Die Einwohner Centralias bekamen Abfindungen und wurden umgesiedelt, nur wenige blieben. Bis auf deren Häuser wurde die Stadt platt gemacht, wörtlich genommen, mit Planierraupen. Straßen führen heute ins Nichts. Es wird geschätzt, dass es noch 200 Jahre unter der Erde weiterbrennen wird. Nur 200 Jahre.

Hannover Herrenhausen Berggarten Heide am Moorweiher
und neben dem Moor wächst die Heide und die Spinnen haben ihr Reich

Denn in Australien brennt in New South Wales ein ganzer Berg, der Kohleflöz liegt in 30 Meter Tiefe. Er brennt seit geschätzt 6000 Jahren, jedes Jahr ein Meter mehr. Niemand weiß, wie lange noch.

Auch hier in Deutschland, im Saarland, gibt es einen "Brennenden Berg", eigentlich mehr eine Anhöhe. Das Kohleflöz dort brennt/glimmt seit erst roundabout 350 Jahren, aber das kann ja noch werden. Immerhin war schon Goethe dort und hat die Sehenswürdigkeit bestaunt und die Anhöhe wurde zum Naturdenkmal erklärt und die Touristen strömen.