Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 16.12.2018

 

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Die Dose

Panorama Hannover
auf nach Amazonien

Eigentlich vermeide ich Dosenware. Einmal wegen der Umwelt und dann weil ich eine Nickelallergie habe und das Dosenblech meistens Nickel enthält, der, wenn Dose eine Beule hat, unter Umständen und gegebenenfalls in den Inhalt übergehen kann, und dann rötet sich meine Haut. Aber jetzt war ich in Hannovers Dose: in der großen, in der, die neben dem Zoo steht. Manche sagen auch Tonne dazu, aber Dose klingt doch viel netter und erinnert auch nicht so an Per Mertesackers Eistonne (die bei der WM, als Deutschland gewonnen hat). Offiziell heißt sie aber "Panorama", ist über 30 Meter hoch und drinnen ist ein rundum gespanntes Landschaftsbild des Gebiets am Amazonas und in der Mitte ein 15Meter-Türmchen zum Raufklettern. Das "Bild" Amazonien ist eigentlich eine Fotocollage, aus vielen Fotos zusammengesetzt, die bearbeitet und ergänzt wurden, mit 3D-Effekten zum Beispiel und vielen Details. Das ganze wurde dann auf Stoffbahnen gedruckt und diese nahtlos (naja, beinahe nahtlos) in die Rundung der Dose gehängt.

Wir waren eigentlich nur deshalb im Panorama, weil wir beim Einkauf im hannoverschen Drogeriemarkt unseres Vertrauens genügend Gutscheine (jeweils 5 Euro Ermäßigung auf den immer noch zu heftigen Eintrittspreis von 11,50 Euro) bekommen hatten, um die gesamte Familie mitzuschleppen. Es war ein AnfangOktoberSonntagvormittag, es war sonnig und warm, es war der einzige Termin, denn drei Haushalte für etwas Gemeinsames finden konnten, bevor die Gutscheine verfielen. Positiv war, dass das Panorama fast leer war - und klimatisiert. Wir waren ungefähr 2 Stunden darin oder - in Amazonienzeit - etwa 14 Tage. Denn Licht und Akustikberieselung simulieren den Tagesablauf mit hellem Tag, Abenddämmerung, Nacht, nächtlichem Gewitter, Blitzen, Regen, Morgendämmerung, hellem Tag usw. fort in Endlosschleife. Die Affen schreien, die Vögel rufen und irgendwann hatte ich das Gefühl, eine große Mücke würde vor mir vorbeifliegen. Sie kam immer wieder ...

ganz in türkis (übrigens ... selbst die Abfalleimer): das Panorama in Hannover
ganz in türkis (übrigens ... selbst die Abfalleimer): das Panorama in Hannover

Ich brauchte einige Minuten, um mich an das Ding zu gewöhnen und bevor ich in der Lage war, Einzelheiten aufzunehmen.

Panorama Hannover
das Dach: irgendwie Ähnlichkeit mit einem Ufo

Am besten setzt man sich erstmal und schnauft durch, die Sessel in der Mitte sind durchaus bequem. Dann die Treppen, die sich um einen kleinen nichtfunktionierenden Lift herumwinden, hinaufsteigen auf die verschiedenen Aussichtsplattformen, die in 6 Meter Höhe soll den besten Blick bieten, aber 12 und 15 Meter sind auch nicht schlecht und so gestaltet, dass selbst ich keine Höhenangst hatte.

Ja, und dann schaut man. Möglichst nicht zum Dosendeckel, möglichst nicht zum Boden hinunter, beides ist nicht gerade amazonienlike-prickelnd und macht jede Illusion, in der Landschaft zu sein, in nullkommagarnix kaputt. Einfach geradeaus aufs Bild. Es ist nicht nur grün und Baum und Wald. Da passiert ganz viel. Blöd, dass wir keine Ferngläser dabei hatten, unbedingt empfehlenswert - hat man nicht gerade die Adleraugen unserer Tochter. "Ich habe den Otter gefunden." "Wo?" "Da im Wasser, bei den Wellenringen." "Welche Wellenringe?"

Die vielen Details sind das Beste. Nur nervt es, wenn man etwas genauer schauen möchte und, schwupps, wird es schon wieder dunkel. Eine längere Helligkeitsphase wär schon gut: für die Vogelspinne, die das Blatt entlangkriecht, die Schildkröten, die gerade für Nachwuchs sorgen, eine Raupe, die um die Ecke schaut, wo der Vogel grade sitzt, das Krokodil im Wasser, den Tapir auf der Lichtung. Wir waren vor allem deshalb so lange in der Dose, weil wir immer wieder auf Licht warten mussten - und weil die jüngere Generation in Erinnerung an Wimmelbilder-Bilderbücher "Ich sehe was, was du nicht siehst" spielte. Aber mit kleinen Kindern würde ich nie hineingehen.

Panorama Hannover
Sorry - keine Details, nur KontextBoden, KontextDach, KontextTurm, KontextPersonen

Und auch kein zweites Mal, denn ich habe mich geärgert: "Das Panorama muss im Kontext der Besucher / des Raumes aufgenommen werden." und auf keinen, gar keinen Fall in 360Grad-Optik oder gefilmt! Das erklärt, warum in der Presse ausschließlich Fotos von Personen, die gerade ein grünes Bild betrachten, erscheinen. Und das ist einfach langweilig.

Regenwald-Schmetterlinge und -Käfer, mal echt und nicht gemalt, nur leider tot
Regenwald-Schmetterlinge und -Käfer, mal echt und nicht gemalt, nur leider tot

Gerade steht es in Hannovers Presse: Die Dose hatte im letzten Jahr nicht annähernd so viele Besucher wie erwartet und das Defizit ist enorm, aber die Zahlen will der Zoo wegen der Verträge mit dem Bildkünstler nicht verraten. Wie bitte?