Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 21.09.2018

 

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Scheidung

Ich habe es getan. Ich habe mich getrennt, einen Brief geschrieben und - vorbei.

Wie wir uns kennenlernten? Meine Mutter war der Meinung ihr Mädchen müsste auch einen Plüschbären haben und so begann mein Verhältnis mit der Firma Steiff. Mit einem kleinen 1960er Steiffbären in Caramel. Dazu kamen nach und nach Löwe, Giraffe, Katze, Hund, Pinguin, noch mehr Teddybären - zuletzt saß das lange Bücherregal über meinem Bett voll mit Puppen und Plüsch. Wie sich das bei kleinen Mädchen so ansammelt.

Steiffbären im Garten
Entdeckertour durch den Garten

Dann kam das Leben und drängte vorwärts und mein Interesse an Plüsch erwachte erst mit meinen Kindern wieder. Ich nähte Puppen und machte einen großen Bogen um Teddybären. Ich dachte, wenn ich damit erst anfangen würde, wäre ich verloren. Mein Mann aber wusste von meinen Gedankengängen nichts und schenkte mir eine Teddy-Bastelpackung. Und so begann alles. Das Sammeln und das Selbermachen. In den Steiffclub einzutreten, war eine logische Entscheidung.

Steiffbären im Garten
... per Marienkäfer-Express

Den Club gab es schon seit 1992. Der Clubbeitrag betrug, wenn mein Gedächtnis sich richtig erinnert, 59 Deutsche Mark. (In etwa soviel kostete ein Steiff-Minibärchen im Handel.) Dafür gab es das Clubmagazin, den Steiff-Gesamtkatalog, die Möglichkeit Geld für die Clubeditionen und gelegentlich Sondereditionen auszugeben, Einladungen zu Clubtreffen (damals noch mit einem Geschenk), und die jährlichen Clubbärchen. Der freie Steiff-Museumsbesuch kam erst sehr viel später dazu (der Rest der Familie zahlt). Die kleinen Bärchen bevölkerten bald meine alte Puppen-Bärenschule.

Ich fand sie schön, allerdings habe ich nicht nur bei einem von ihnen mit einer Schere den Flor nachgeschnitten, Augen herausgefummelt und durch Glasaugen in der richtigen Größe und am richtigen Platz ersetzt. Von all den Clubeditionen, die ich den Jahren hätte kaufen können, habe ich nur den Eisbären und ihm als erstes die übergroße Club-Plakette abgenommen. Ja, und einen kleinen Filzelefanten habe ich auch. Ich hatte das Gefühl, dass die Schönheit der Clubtiere mit dem Moment meines Clubeintritts rapide zu schwinden begann - und das besserte sich erst in den letzten Jahren wieder.

Steiffbären im Garten
der Jüngste darf zuerst ... und dann?

Mir gefiel es, informiert zu sein. In den ersten Jahren gab es nach Abschluss der Nürnberger Spielwarenmesse für die Clubmitglieder den dicken Steiff-Gesamtkatalog mit allen Neuheiten des Jahres. Ich hatte das Gefühl einen umfassenden Überblick über die Produktpalette der Firma zu haben. Später gab es nur noch die kleinen Sonderkataloge, schick aufgemotzt und gut fotografiert, aber es waren immer nur Hochglanz-Informationshäppchen, die kamen - und die irgendwie nicht befriedigend waren.

Auch die Clubzeitung veränderte sich, wurde Hochglanz und kam zuletzt nur noch zweimal im Jahr. Und der Inhalt soll doch tatsächlich dem von vorher 4 Ausgaben entsprechen. Gleichzeitig passte sich der Jahresbeitrag an: auf inzwischen 50 Euro.

Steiffbären im Garten
meine Lieblinge - Freunde fürs Leben

Jetzt bin ich nach 20 Jahren aus dem Steiffclub ausgeschieden und Steiff hat gefragt, warum ich das tue. Und das ist wieder eine logische Entscheidung. Anlass ist ganz aktuell der Rückzug der Bärenhöhle Mahnke ins reine Internetshopping und das Ende der so schön alternativen Clubtreffen OHNE Filmchen und OHNE die Steiffgeschichte, die Clubmitglieder sowieso auswendig herbeten können.

Aber der Grund ist die mit meinen Augen seit Jahren immer mehr wahrgenommene Steiffsche unterschwellige Überheblichkeit gegenüber Fans und anderen Bärenmachern und Händlern. Gerade die Fans: bei den Steifftreffen war die Atmosphäre immer distanziert, nie enthusiastisch, dominierte das vorsichtige IndieHandnehmen der Neuheiten, Staunen über deren happige Preise, das Gefühl, nicht zuviel Gefühl haben zu dürfen, denn man musste ja wieder Hergeben, denn es konnte ja nur bestellt werden. Jeder Teddy, auch jeder Steiffteddy, ist aber anders. Einem Teddy muss man aber in die Augen schauen, sich verlieben und ihn nicht wieder hergeben – das ist der Zauber, auch der von Steiffteddys. Er liegt nicht darin, nach reiflicher Überlegung eine Bestellung zu machen, um ein halbes Jahr später jemanden mit einem anderen Gesichtsausdruck geliefert zu bekommen. Oder auch nicht: weil der Händler wegen der künstlichen Verknappung des Luxusgutes wieder einmal nicht berücksichtigt wurde, weil in manchen Jahren einige (vornehm) Replicas nur mit Vitamin B zu bekommen waren und der Händler einen gleich auslachte. Ich mag das Gefühl nicht, dass ich nur Teil einer Marketingmaschinerie bin, die das Potential der Zielgruppe "Erwachsene" ausschöpfen möchte. Das Gefühl, nur ein Portemonnaie zu sein, das geködert sein will. Dass ich einen Kniefall machen soll, nur weil Steiff draufsteht, und alles kritiklos hinnehmen. Das ist nicht das Gefühl, mit dem Bären und Plüsch bei mir funktionieren. Dann sind sie ein beliebiges Stück Stoff.