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Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 23.11.2017

 

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Celle 1

Die "Konfafahrt" ging nach Celle. (Konfafahrt = ein gemeinsames Wochenende der 13 - 15jährigen Konfirmanden und des Pastoren/in in einer Jugendherberge der nicht zu fernen Umgebung während des 2. Vorbereitungsjahrs zur Konfirmation zwecks Vertiefung des "Evangelischen")

Celle Stadtmodell
Celle: links das Schloss - hinter der Baumreihe rechts die Innenstadt mit Stadtkirche

Lang ist es her. Wir haben damals alles besichtigt, was mit Kirche zu tun hatte: das Kloster Wienhausen um die Ecke, die Schlosskapelle im Celler Schloss und gefühlt sämtliche Kirchen Celles. Aber es war wohl doch nur St. Marien, die Stadtkirche, und natürlich gehörte die Turmbesteigung dazu. 74,5 Meter Turm. Angeblich 234 luftige Stufen, die ich noch ganz gut nach oben kam... Der steinerne Umgang in der Höhe war leicht abschüssig vom Turm weg, so hatte ich das Gefühl, es zöge mich über die Brüstung nach unten... Und der Abstieg auf der Holztreppe, bei dem ich sehen konnte, wie tief es herunter geht... Ich erinnere mich leider gut und mit Schaudern. Auch an das Essen in der Jugendherberge.

Celle
Blick vom Schloss auf Bomann-Museum und Stadtkirche dahinter - altes Rathaus

Celle liegt, je nach Verkehrslage, ein knappes halbes Stündchen von uns entfernt - fürs Bummeln und Shoppen und Mal-Was-Anderes-Sehen. In Celle gab es einmal das wunderbare Deutsche Stickmustermuseum im 1770 gebauten Mecklenburg-Palais am Prinzengarten (neben dem heutigen Stadtfriedhof) und ganz aktuell das Museum "Wandliebe" für Tapetenkunst in der Altstadt. Und das Bomann-Museum gegenüber vom Schloss hatte im Winter 2007/2008 eine fabelhafte Teddybärenausstellung, bei der hannoversche Bärenhöhlenbären helfend zur Seite standen.

Der erste Eindruck trügt eben manchmal. Grad waren wir wieder einmal da.

Celle
Celles Innenstadt - Stadtwappen mit Ritter und überall Löwen

In Celle gibt es viele, viele alte Fachwerkhäuser, die dicht an dicht in der Innenstadt stehen - "Mittelalterflair". Und ein Schloss, sehr dekorativ, mit Schlosspark und Schlosskapelle und Wappen der Welfen und kleinem Wassergraben drumherum. Da sind wir Hannoveraner schon etwas neidisch, ein echtes altes Schloss, keine Replik wie unseres in Herrenhausen.

Wer sich traut, auf den Turm der Stadtkirche zu steigen, hat von oben einen guten Blick darauf und den Schlosspark. Also ich - nicht. Aber Falco von Pixabay hat sich getraut. Danke Falco. Die übrigen Fotos sind von uns und es kommen noch mehr.

Ich kam wie immer an den vielen schönen Buchhandlungen nicht vorbei. Da gab es  Tische voller Literatur über die Stadt und ihre Geschichte und die der Welfen und alle möglichen Königshäuser und all die Dinge vergangener Jahrhunderte, die, würden sie heute passieren, in der Gala landen würden.

Celles Altstadt und der Stadtgründer Herzog Otto, der ein Schloss festhält, dass es zu seinen Leibzeiten in dieser Form gar nicht gab - Künstlerfreiheit
Celles Altstadt und der Stadtgründer Herzog Otto, der ein Schloss festhält, dass es zu seinen Leibzeiten in dieser Form gar nicht gab - Künstlerfreiheit

Ich habe mir einen schönen dicken Bildband gekauft und mich dann damit abgeschleppt: "Dame Herzog Kurfürst König" von Ulrike Weiß, in dem auf 280 Seiten und 3 Pfund die Geschichte der hannoverschen Welfen geschildert wird. Und mal nicht nur der Männer sondern auch der Frauen. "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine kluge Frau." Gut und flott lesbar. Für kleine 15 Euro! Das tröstet dann darüber hinweg, dass der Text vor dem Drucken wirklich ärgerlich schlecht korrekturgelesen wurde, vor allem aber sind manche Jahreszahlen einfach falsch. Welcher Herzog heiratet schon nachdem er gestorben ist? Was muss sich die Autorin ärgern...

Celle
Merkwürdigkeiten aus Celles Innenstadt: originaler Pranger von 1786, Ritter oder Frosch? - Teil des Stadtwappens am Bomann-Museum und Morgensterne als moderne Kunst

Das Buch gibt es verlagsfrisch in den Buchhandlungen: Weiß, Ulrike: Dame-Herzog-Kurfürst-König: das Haus der hannoverschen Welfen 1636-1816. - Hannover, 2008. (Schriften des Historischen Museums Hannover; 34) ISBN 978-3-910073-35.

Wie Antiquariate und Amazon darauf kommen 445 Euro für ein gebrauchtes Exemplar zu verlangen, ein Rätsel.