Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 23.11.2017

 

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Sommerloch

Ich möchte bitte mein Sommerloch haben. Sommerloch - das bedeutet, dass Schlagzeilen daraus bestehen, wie die Feuerwehr Entenküken aus einem Gulli rettet oder welches Outfit die Hannoveranerin in diesem Tagen bei 30 Grad im Schatten trägt. Und in diesem Sommer?

Ich habe wirklich die Schlagzeilen satt von Gewittern mit Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern, großen Hagelkörnern und Tornados. Und ich habe wirklich die Nachrichten satt von Anschlägen und Toten und verängstigten Menschen und Gewalt und Jenen, die Religionen instrumentalisieren. Oder die einfach nur Verbrecher sind. Oder Gaga. Oder beides. Ich habe die Berichte satt von Populisten, denen halbe Nationen auf den Leim gehen, wo alles nur schwarz oder weiß ist, aber nie etwas dazwischen und wo Simpelrezepte gegen alles verkauft werden.

Und zu allem gibt es einen Liveticker, jedes Bröckchen Information einsaugen, spekulieren und mutmaßen, alles erfahren, schnell und zeitnah und hautnah und der Adrenalinspiegel steigt. Breaking news - Push Nachrichten - Facebook - Twitter - Katastrophenjunkies. Es ist gar nicht leicht, sich dem zu entziehen.

Amselnest junge Amsel
neugieriger Nachwuchs bei Familie Amsel. Die Schnäbel, auch der der Mutter, sind wegen der heißen Sonne bei 30 Grad aufgesperrt, nicht wegen Hunger

Da hilft nur die Flucht in ein privates Sommerloch. Zu den Amseln in den Garten. Deren Probleme sind derzeit ganz easy: Alle satt bekommen, nicht zuviel Wärme, nicht zuviel Regen.

junge Amsel Nest
eine Stunde später war sie ausgeflogen

Nachdem das erste Nest in unserer New Dawn Kletterrose entstanden war und nach einigen Wochen zwei kleine Babyamseln in die weite Welt Bothfelder Gärten flatterten, wurde in Rekordzeit ein zweites Nest in der Constanze Spry Kletterrose auf der anderen Seite des Wohnzimmerfensters hochgezogen. So schnell, da würde so mancher Bauherr neidisch werden. Wir vermuten, dass ein eng mit der ersten Familie verwandtes Amselpaar einzog.

Es wurde gebrütet, gefüttert und als es warm wurde, saß Frau Amsel auf dem Nestrand und beschattete ihre Kinder. Drei waren es diesmal und seit heute Morgen sind sie davon geflattert. Nicht zu weit - wir hören ihre Rufe aus unserer Gartenecke und die Eltern fliegen jetzt mit Regenwürmern im Schnabel in Richtung große Tanne.