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Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 13.12.2017

 

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Herrenhausen zum Ersten

Gerade war noch Sommer. Und während ich darauf warte, dass Wände trocknen und Handwerker erscheinen, habe ich endlich die Zeit, unsere Sommerfotos zu sichten.

An einem der letzten sonnigwarmen Sommertage Ende August sind wir frühmorgens nach Herrenhausen hinaus gefahren und durch den Großen Garten gebummelt. Wenn dort im Juni-Juli das wunderbare "Kleine Fest" steigt, ist es immer sehr voll. Diesmal war es leer und wir konnten entspannt genießen und uns ein bisschen wie die Hanoverians fühlen.

großes Parterre mit Glockenfontäne - große Fontäne im hinteren Gartenbereich
großes Parterre mit Glockenfontäne - große Fontäne im hinteren Gartenbereich

Ich bin vor vielen Jahren ein Jahr lang in Herrenhausen zur Schule gegangen und habe in den Freistunden oft an der großen Fontäne gesessen. Damals kam man noch ohne Eintritt zahlen zu müssen in den Garten! Die erste Parkordnung stammt übrigens aus dem Jahr 1777, als man allen Bürgern, egal welchen Standes, erlaubte, sich im Großen Garten zu erholen.

Blumen im großen Parterre
Blumen im großen Parterre

Wasser spielt eine große Rolle im Garten. Die große Fontäne wurde schon 1700 gebaut und schafft bei Windstille eine Höhe von 72 Metern. Dabei ist sie auch noch wassersparend, denn sie funktioniert nach dem Prinzip der modernen Bad- und Küchensprudelarmaturen.

Die Glockenfontäne in der Mitte des großen Parterres ist dagegen ein Teenie, sie wurde erst 1937 gebaut. Im Dunkeln angestrahlt schmückt sie ungemein.

Palmen am Tor zwischen Schloss und Garten und große Kaskade rechts neben dem Tor
Palmen am Tor zwischen Schloss und Garten und große Kaskade rechts neben dem Tor

Herrenhausen war früher ein Dorf, wurde vom hannoverschen Adel zuerst für Obst- und Gemüseanbau und dann zum Schlossbau entdeckt und erst 1861 ein Teil Hannovers. Kurfürstin Sophie ließ bis 1714 den Großen Garten in seiner heutigen Form anlegen. Danach fiel er mehr oder weniger in einen Dornröschenschlaf. Bis 1936 die Stadt unter Bürgermeister Menge (das ist der mit dem Maschsee) den angestaubten Garten zur Naherholung der Hannoveraner aufkaufte und renovierte.

Nach dem 2. Weltkrieg mit einem zerstörten Schloss und Bombentrichtern begann die Restauration des ursprünglichen Barockgartens. 1966 wurde der 300. Geburtstag des Gartens dann groß gefeiert.

Die Herrenhäuser Gärten bestehen noch aus einigem mehr: Welfen- und Georgengarten (von der Stadt gekauft 1921), Berggarten und Allee (gekauft 1936) und die Orangerie- und Galeriegebäude und das Schlossgrundstück (gekauft 1962).

das neue Schloss
das neue Schloss

Aber ein Garten wie ja nie richtig fertig. Ein Schloss, pardon - ein Tagungszentrum mit Schlossfassade, gibt es erst seit 2 1/2 Jahren wieder.

Auch das scheint nie ganz fertig zu werden, denn schon gibt es Renovierungsbedarf und wir müssen unseren Museumsbesuch noch einmal wiederholen, wenn die Handwerker fort sind. Hoffentlich hat die VW-Stiftung, die großzügig gebaut hat, noch genug Geld zum Bezahlen der Rechnungen.