Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 20.09.2017

 

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Lindener Blau

Den Bergfriedhof auf dem Lindener Berg gibt es seit 1862. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Bereiche zerstört, eine Straße nahm ihm Raum. Seit 1965 finden nur noch vereinzelt Bestattungen in Erbbegräbnissen und Grüften statt, er bekommt immer mehr den Charakter eines Parks. Und irgendwann kamen die Scillas und wurden mehr und mehr und mehr...

Bergfriedhof mit Küchengarten-Pavillon und Engel
Bergfriedhof mit Küchengarten-Pavillon und Engel

Die Blausternchen, die Scilla siberica, tragen ihren Namen zu Recht. Sie strahlen in diesem ganz besonderen Blau, das nur wenige Blumenblüten haben und je mehr man von ihnen hat, desto fantastischer sieht es aus, wenn sie im Frühjahr blühen.

 

Nur nicht bei Dauerregen und Sturm. Und deshalb fiel den Lindenern gestern am Sonntag das Scillablütenfest 2015 rund um den Bergfriedhof buchstäblich ins Wasser. Schade, wirklich schade.

Weil uns das Wetterorakel so viel Regen und viel, viel Wind bis Ostern voraussagte, machten wir uns schon am Samstagmorgen, noch bei Sonnenschein, auf den Weg zum Lindener Berg. Diese Idee hatten außer uns eine ganze Reihe von Hobbyfotografen: "Ach bitte, bleiben Sie doch in der Hocke, das gibt so ein hübsches Foto..." Ach du je. Dabei gab es Scillas satt und ausreichend für jeden. Und außerdem blühten die Osterglocken, die Schlüsselblumen und die Kornelkirschen, Amseln waren unterwegs und die ersten Bienen.

Der alte Pavillon aus dem Jahr 1749 stand früher im königlichen Küchengarten der Welfen (gebaut als Belvedere auf Auftrag König Georgs II., König von England und Kurfürst von Hannover) und wurde als "Lustpavillon" genutzt, was bedeutet, dass darin gefeiert wurde, man sich darin verabredet und getroffen hat, schlechtes Wetter abgewartet ... und was alles dazugehört. Als der Küchengarten 1866 dem Eisenbahnbau geopfert wurde war es damit aus, schließlich zog der Pavillon zwischen 1911 und 1914 auf den Friedhof um. Er wurde als Ehrengedenkstätte, als Wohnung und Atelier genutzt und fast vergessen, bis Lindener Bürger dafür sorgten, dass er hergerichtet wurde und inzwischen kulturell genutzt wird. Was für eine Pavillon-Karriere.