Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

 

 

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letztes Update am 29.06.2026

 

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Die Hitze und der Siebenschläfer

'Und regnet es am Siebenschläfertag, so regnet es noch sieben Wochen danach.' sagt die Wetterregel. Gestern war Siebenschläfertag. Bisher dachten wir, bloß kein Regen am Siebenschläfer, böser-böser Regen, dann hätten wir keinen Sommer, aber mittlerweile fände ich das gar nicht schlimm. Weil, scheint die Sonne, dann in einer Intensität, puh ...

Das macht mir Angst, denn gestern schien soviel Sonne, dass mich ganz lange eine Werbung für Lappland-Urlaub regelrecht hypnotisierte und ich von Kühle und Schnee träumte. Hallo Petrus, es war einfach too much. Gestern 37-komma-irgendwas Grad Celsius im Schatten, die Tage davor und auch heute wieder um 33 Grad, die überlieferten Hitzepeaks seit der Antike wurden gestern und heute getoppt. Und das im Juni.

Sonne pur - erträglich nur mit Wasser und Wind - und im Urlaub
Sonne pur - erträglich nur mit Wasser und Wind - und im Urlaub

In den letzten zwei Nächten hatte es sich nur auf 25 Grad abgekühlt (ein nicht angebrachtes Verb zu diesem Zustand). Das Haus hatte dadurch seine Hitze behalten und nichts davon hergegeben, so wie sonst, wenn ich nachts aufstehe und durchlüfte. Wir haben gleich um 7 Uhr alle Rolläden heruntergezogen, alles verdunkelt, haben im Garten noch soviel gegossen wie ging und dann die Türen zugemacht. Drinnen sind es 10 Grad weniger als draußen. Trotzdem hat alles um uns herum eine unangenehme Wärme angenommen, selbst die Trinkgläser im Küchenschrank, die ich noch einmal kalt spüle, bevor wir sie benutzen. Niemand darf hinaus, niemand geht freiwillig hinaus. Nur zum Füttern der Tiere und zum Auffüllen der Wasserbecken.

Wasser im See - im Brunnen - die Möwen warten auf das Boot mit Brotkrumen
Wasser im See - im Brunnen - die Möwen warten auf das Boot mit Brotkrumen

Jedes zusätzliche Grad über 25 hängt wie ein Backstein an unseren Schultern und zieht uns hinunter, lähmt jeden Gedanken, jeden Impuls und jegliche Kreativität. Die Familienjugend hat sich aus heißen Mietwohnungen zu uns gerettet und liegt apathisch im Erdgeschoß. Der Ventilator summt einschläfernd. (Die Horrorvorstellung ist, was machen wir, sollte er den Geist aufgeben?) Das Abgedunkelte und die Wärme machen uns müde. Nur nichts tun müssen. Überall schläft jemand. Ich versuche etwas zu Lesen, etwas Passendes: 'Tom Shachtman - Eine Chronik der Kälte - Minusgrade.' Wiedergefunden beim Aufräumen. Bestimmt interessant, aber ein Sachbuch, der Spannungsbogen, naja, macht müde ... müde ... müde ... müde ...