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Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 21.10.2021

 

 

das Un-Wort des Tages:

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Perle am Rhein

Ich hatte keine Ahnung, wo das liegt: Boppard. Veranstaltungsort für eine Fortbildung. Der Nachbar mit seiner über 90jährigen Erfahrung im Verreisen dagegen sagte: "Oh, die Perle am Rhein." und "Prost zum dortigen Wein." In Rheinland-Pfalz sei das und südlich von Koblenz und Lahnstein. OK, Lahnstein kenne ich durch Dr. Bruker, so entstand eine ungefähre Ahnung.

der Rhein bei Boppard - Schiffstour gefällig?
der Rhein bei Boppard - Schiffstour gefällig?

Angesichts des zügellosen Streikverhaltens der Weselsky-Jünger am Anfang des Monats fiel das Transportmittel Bahn gleich von vornherein weg und das Auto wurde flottgemacht für viereinhalb Stunden Fahrt.

 

Boppard liegt direkt am Rhein - mit Rheinpromenade und Restaurants und Anlegern für die Ausflugsschiffe. Wenn man von Norden kommt, wie ich, liegt es am Ende einer Rhein-Schleife Richtung Frankreich und wieder zurück Richtung Süd-Osten. Bingen ist nicht weit, aber südlicher. Rund um Boppard liegen Weinberge und viel mittelrheinische Historie. Aber keine Überschwemmung. Also manchmal schon, aber dieses Mal nicht.

Boppard - alle Wege führen zum Rhein oder zumindest einer Weinschänke
Boppard - alle Wege führen zum Rhein oder zumindest einer Weinschänke

Ein hübsches Fleckchen. Die ersten Menschen wohnten hier bereits in der Steinzeit vor 13.000 Jahren. Richtig in Schwung kam der Wohnungsbau aber erst als Cäsar Gallien eroberte, tschuldigung, fast ganz Gallien, und die links-rheinischen Gebiete römisch wurden. Die Römer gründeten Bodrobiga und bauten auch gleich eine Straße. Aus dem Handelsdörflein wurde nach und nach ein Kastell. 450 Jahre (mehr oder weniger) nach Chr. waren die Römer weg, die Germanen bauten weiter, die Merowinger kamen, dann die Franken. 800 nach Chr. war aus Bodobriga Boppard geworden, Reichsstadt und Königshof. Die deutschen Könige schauten gern mal vorbei, Kaiser Barbarossa soll dagewesen sein und König Richard von Cornwall. Ein hübsches Fleckchen eben.

Boppard
einmal über den Rhein geblickt, nicht von mir, deshalb danke pixabay

1236 war Boppard eine Freie Reichsstadt, das war was. Aber es gab Begehrlichkeiten, die Regierenden brauchten Geld, König Heinrich VII. brauchte politische Unterstützung, gibst du mir - geb ich dir. So kam die Stadt unter die Herrschaft der Trierer Kurfürsten, zufällig mit Heinrich verwandt. Und so sehr Boppard versuchte, sich freizukaufen, wieder unabhängig zu werden, mit allen möglichen Mitteln, es blieb bei Trier. Dann kam der 30jährige Krieg und 1632 die Schweden, ein Drittel der Bevölkerung starb. 1794 wurde Boppard für 20 Jahre französisch. Hallo Napoleon.

Der Wiener Kongress 1814 entschied auch über Boppard: Es wurde preußisch. Ja, und dann kamen zwei Weltkriege und das Land Rheinland-Pfalz.

Boppard
schöne alte Fachwerkhäuser aus dem 16ten bis 18ten Jahrhundert

Im 19ten Jahrhundert erreichten die Eisenbahn, Dampfschiffe und der Fremdenverkehr das attraktive Städtchen. Wer heute Boppard besucht, findet alte Fachwerkhäuser und eine Burg, auch wenn man das dieser kaum noch ansieht, alte Adelshöfe aus dem Mittelalter und die Villen der Reichen aus späterer Zeit. Und Kirchen. Eine evangelische aus dem 19ten Jahrhundert, eine Klosterkirche aus dem 14ten/15ten (inzwischen ohne Kloster), die St.-Severus-Kirche aus dem 13ten, letztere natürlich katholisch. Sehr dekorativ. Es gab mehrere Klöster, die Gebäude gibt es noch mit anderer Nutzung. Einiges zum Anschauen für den geneigten Touristen. Allerdings mangelt es derzeit gerade daran.

Boppard
St.-Severus - unter der Kirche fanden sich Reste einer Kirche aus dem 6ten Jahrhundert

Aber wenn, dann gibt es für sie alles, was ein, besonders ein ausländisches, Touristenherz begehrt und bei mir unter 'zweifelhafte Souvenirs' läuft. Tellerchen und Gläschen und Bierkrüge und Anhänger für das Bettel-Armband. Es gibt Geschäfte mit Nussknackern und Kuckucksuhren, Erzgebirgeengeln und Hummelfiguren, Taschenmessern und Thüringer Weihnachtsschmuck, typisch Boppard oder? Typisch Boppard wäre ein Thonet-Stuhl. Herr Thonet wurde in Boppard geboren und begann dort mit der Entwicklung seiner schönen Stühle, emigrierte dann jedoch nach Wien und gründete dort mit seinen Söhnen die erfolgreiche Fabrik. Ein Stuhl als Souvenir? Doch eher eine Flasche Wein, ein Wein aus den Weinbergen rundherum, ich wollte einen Wein kaufen ... Voraussetzung wäre ein noch nach Fortbildungsende offenes Geschäft gewesen.