Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 14.12.2018

 

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No DSGVO, denn:

Die DSGVO "gilt nicht für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten, die von einer natürlichen Person zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten und somit ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit vorgenommen wird."

Realsatire

Jetzt müsste sie eigentlich kommen, die jährliche Schafskälte mit frischen Temperaturen und Regen. Ab dem 4. Juni sollte sie eintrudeln. Hauptsache sie bringt keine Unwetter und Überschwemmungen mit. Ansonsten ist es uns allen wohl ganz recht, wenn das Thermometer nicht auf 32 Grad Celsius klettert und die Wohnungen so aufheizt, dass wir alle nachts nicht gut schlafen können. Das Schlimme ist, dass auch Hirn und Herz unter zuviel Wärme leiden. Das Denken verlangsamt sich, Empathie weicht der Sehnsucht nach Kühle, Fehler schleichen sich in den Alltag. Hitze bringt unausgeschlafene Menschen dazu, Seltsames zu Tun und zu Denken - oder gar nichts.

Rhododendren und Azaleen - viel zu schnell verblüht
Rhododendren und Azaleen - viel zu schnell verblüht

Was mir passiert ist:

Das Verlagshaus unserer Tageszeitung feiert heuer 125sten Geburtstag und hat dazu eine Sonderbeilage gedruckt, dicke 112 Seiten. Am 18. Mai, einem Freitag, hatte meine Morgenzeitung eine dicke Schlagzeile: "Wir feiern Jubiläum und laden Sie ein. Lesen Sie heute auf 112 Extra-Seiten, wie alles anfing...." Und etwas versteckt im Hannover-Teil: "Heute lesen HAZ-Leser doppelt. ...  Die heutige HAZ-Sonderausgabe wird unseren Abonnenten separat zur Tageszeitung zugestellt. Sollte es vereinzelt zu Verzögerungen kommen, bitten wir um Verständnis." Was soll ich sagen, es kam nichts.

Am Pfingstsamstag ein Anruf beim Abo-Service und das erhaltene Versprechen, die 112 Seiten nachzuliefern, nach Pfingsten. Am Nachmittag fiel mir ein, dass man mir vor einigen Monaten, als ich die HAZ nachgeliefert bekommen wollte, gesagt hatte, das täte man grundsätzlich nicht mehr. Ich schrieb eine Mail: "Liefern Sie tatsächlich ... nach?"

Am Dienstag nach Pfingsten hatte ich die Zeitung vom Samstag als Nachlieferung im Briefkasten, keine Sonderbeilage.

Rhododendronblüte

Also ein erneutes Telefonat mit dem Abo-Service. Mittags eine Mail der Abozentrale aus Textbausteinen: "Vielen Dank für Ihre Nachricht. Es tut uns leid, dass die Zustellung ... nicht wunschgemäß funktioniert hat und wir entschuldigen uns dafür. Wir haben umgehend den Zusteller informiert und gehen davon aus, dass die Zustellung ab sofort wieder zuverlässig erfolgt. Eine Nachlieferung der Jubiläumsausgabe wurde für Sie veranlasst. ..." Ich schrieb noch eine Mail: " ... Kommt sie Morgen?"

Nein, sie kam nicht. Dafür eine Antwort-Mail, bis auf geringe Abweichungen identisch mit der ersten.

Am Donnerstag nach Pfingsten kam als Nachlieferung die Zeitung vom Mittwoch, keine Sonderbeilage. Ich schrieb eine Mail, ich bekam eine Antwort aus leicht erweiterten Textbausteinen und "... Für die nicht gelieferte Zeitung erhalten Sie eine Nachlieferung. ..." Am Freitagmorgen hatte ich die Freitagszeitung doppelt im Briefkasten, wieder keine Sonderbeilage. Ich schrieb eine Mail: "... Ich gewinne den Eindruck, dass Sie überhaupt nicht wissen, was ich reklamiere..." und die Antwort kam prompt: " ... Wir haben die Nachlieferung erneut ausgelöst. Wir gehen davon aus, dass die Nachlieferung schnellstmöglich richtig erfolgt. ..." Am Samstag bekam ich die Samstagszeitung doppelt. Und keine Sonderbeilage.

Rhododendron

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zweimal telefoniert, bereits fünf Mails geschickt, jedesmal einen anderen Ansprechpartner gehabt und schrieb eine sechste Mail: " ... Ich reklamiere nicht die Tageszeitung, ich reklamiere die Lieferung der Jubiläums-Sonderbeilage vom 18.5.2018.

Rhododendronblüte

Die mittlerweile über eine Woche alt ist und eigentlich nicht mal mehr zum Fisch einwickeln reicht. Ich erwarte ... eine Stellungnahme zu diesem Liefermangel ... " Die kam am Montag danach mit einer Entschuldigung, den üblichen Textbausteinen und "... Den Sachverhalt haben wir nun zur Klärung an unsere Fachabteilung weitergeleitet, mit der Bitte die Jubiläumsausgabe schnellstmöglich an Sie zu versenden. ..."

Dann tat sich nichts, den ganzen Dienstag lang.

 

Aber ob Ihr's glaubt oder nicht .... :

Am Mittwoch, dem 30.Mai, 12 Tage nach Erscheinen, brachte die Citipost einen großen braunen Umschlag in dem die 112seitige Sonderbeilage steckte.

Mein Mann sagte dazu, das wäre doch etwas für die tägliche Glosse im Hannover-Teil der HAZ. Diese Glosse, die sich immer gern den Widrigkeiten des Lebens widmet und was den Schreibern so alles passiert ist.

Aber das hier brächten sie nie.

Rhododendronblüte

Das große hannoversche Verlagshaus Madsack wurde 1893 gegründet. Bis 1943 erschien der Hannoversche Anzeiger, dann wurde der Verlag verboten, 1949 neu gegründet und die Zeitung hieß nun Hannoversche Allgemeine Zeitung: HAZ. Seitdem ist aus dem Zeitungsverlag ein Medienkonzern geworden, dem viele, viele Tageszeitungen entweder ganz oder teilweise gehören. Und egal wo man wohnt, ob in Göttingen, Leipzig, Kiel, Wolfsburg, Lübeck, Dresden oder im Eichsfeld - man liest Madsack. Auch die Anzeigenblättchen, die Mittwochs und Samstags in unserem Briefkasten landen, gehören dem Konzern und seitdem können wir Artikel manchmal dreifach lesen (wenn denn der Zusteller uns gnädig ein Exemplar verteilt). Und die Hannoversche Neue Presse gehört Madsack sowieso. Meinungsvielfalt.

Wer mit der Citipost Briefe verschickt, verschickt mit Madsack. Wer Antenne Niedersachsen oder Radio ffn hört, hört Madsack. Und wer beim Heißen Draht Überflüssiges zum Kauf inseriert, tut das mit Madsack. Uff.

Eigentlich sind wir fest in Madsacks Hand. So wie Hannover in der der SPD.

Der Konzern selbst übrigens gehört zum Teil immer noch der Familie Madsack, jedoch gut 23 % gehören der SPD. Aber darüber spricht man nicht gern.