Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 20.09.2018

 

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Sumsemann

Der April wurde hinweg geweht, denn der Mai ist mit Sturm herangebraust gekommen.

In diesem Wind haben die kleinen Flieger es nicht leicht, obwohl die Maikäfer nicht gerade kleine Käfer sind. In den letzten Jahren hatte ich nur ganz vereinzelt mal einen Maikäfer gesehen.

Maikäfer
das Maikäferweibchen mag meine rote Jacke

Aber in den letzten Tagen krabbelten sie mir gleich haufenweise über den Weg. Die Zoologen sagen, das läge am warmen Wetter, die Käfer liebten Wärme, und da vorher der Boden lange gefroren war, seien sie nun bei der ersten warmen Gelegenheit alle auf einmal aus ihren Erdwohnungen gekrabbelt und gestorben. Denn ein Maikäfer-Käferleben besteht nur aus Paarung, Eiablage und Sterben - und Blätterfressen, leider, denn sie können Bäume in Nullkommanix entlauben.

Man kann Männchen und Weibchen sehr einfach an den Fühlern unterscheiden. Die der Männchen sind erheblich größer und auffälliger, in ihnen stecken die Geruchsnerven, mit denen sie die Witterung der Weibchen aufnehmen. Nachdem sie ihre Käferpflicht erfüllt haben, sterben sie. Die Käferfrauen legen noch ihre Eier, nach ca. 7 Wochen sterben dann auch sie. Aus den Eiern schlüpfen in der Erde Egerlinge, weiße Maden, die sich von Wurzeln ernähren und die das eigentliche Maikäferproblem sind, denn sie können großen Schaden anrichten.

Maikäfer
ein Maikäfermännchen beim Losbrummen

Sie fressen 4 Jahre lang, bis aus ihnen Maikäfer werden. Es gibt Jahre, in denen auf einmal große Massen an Käfern schlüpfen, die dann ganze Wälder kahlfressen können, die natürlich große Massen an Eiern legen, die Massen an Egerlingen hervorbringen, die ...

Deshalb hat man früher Insektizide gegen sie eingesetzt, es gab behördlich angeordnetes Käfersammeln und Prämien für abgelieferte Tiere.

Meine Großmutter verfütterte die gesammelten Käfer an ihre Hühner und behauptete, die Eier würden dann besonders gut schmecken.

Aber insgesamt gibt es heute wohl weit weniger Maikäfer als noch vor 100 Jahren. Und selbst die vielen Käfer, die jetzt durch Hannovers Grün krabbeln, sind nur ein Bruchteil dessen, was in früheren Jahrhunderten als wahre Plage durch die Luft schwirrte.

 

Im Netz hat sich die Geschichte von der Maikäfersuppe verbreitet (Maikäfer die zur Brühe gekocht werden, angeblich passierte das bis Mitte des 20. Jahrhunderts), von Studenten, die (im 19. Jahrhundert) Maikäfer roh gegessen haben sollen - vielleicht als Mutprobe? - und von kandierten/gezuckerten Käfern als Kuchendelikatesse. Einer hat vom anderen abgeschrieben, copy and paste und letztendlich hat sogar eine Zeitung nach bestimmt gründlicher Quellenrecherche diese Geschichten Wilhelm Busch an die Vita gehängt. Als Vorlage für Max und Moritz' Streich Nummer 5. Tatsächlich gibt es wohl eine Publikation der "Staatsarzneikunde" aus dem Jahr 1844, die solche Dinge berichtet, samt Suppenrezept ... aber wenn das die einzige Quelle ist ... In meinen Kochbüchern aus dem 19. Jahrhundert steht jedenfalls nichts davon. Meine Oma hätte gesagt: "Ich bin doch kein Huhn."