Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 13.12.2017

 

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Unwetter

Was für eine Woche! Das Wetter war einfach nur anstrengend, zuerst ganz sommerlich nett wurde es dann heiß und unwahrscheinlich schwül, die Luftfeuchtigkeit ließ uns nur noch nach Luft schnappen und einer kühlen Brise sehnen. Tropische Nächte, nur leider sind wir nicht in den Tropen und auf Urlaub... Und dann kamen die Gewitter und die Wolken schütteten Wassermassen auf uns hernieder, die ... Meine innere Anspannung, die ich immer bei Gewitter habe ob auch alles gut geht, wollte so gar nicht weichen.

 

Mittendrin wurde unsere Garage zum Asyl für derzeit nicht benötigtes Mobiliar und es wurde gepackt und gestopft und geschoben damit auch alles hineinpasste und immer mit einem Blick zum Himmel und tropfendem Schweiß. Das war knapp. Kaum fertig kam der nächste Wolkenbruch.

Tower of London  Traitors Gate
Blick auf den Tower of London von der Tower Bridge aus - Traitors Gate (Verrätertor) im St. Thomas's Tower, der Hauptzugang von der Themse aus, durch das die Staatsgefangenen in den Tower gebracht wurden. Heute "fängt" man hier nur noch Touristen.

Auf jeden Fall dachten wir nicht eine Sekunde an Fernsehen und Stadien und Bälle. Die EM hatte gleich zwei spielfreie Tage und halb Europa war auf Fußballentzug. Great Britain aber (wahrscheinlich heißt es dann irgendwann Little Britain) hat den spielfreien Donnerstag dazu genutzt, die Bevölkerung von den vielen Bierchen vor dem Fernseher weg und vor die Tür zu locken und zu ihrer Meinung zur EU zu befragen. Geschickt. Blöd nur, dass es auch dort so geregnet hat...Und die vorhergehende mediale Beeinflussung mit Halbwahrheiten und Unwahrheiten und Psychotricks und, wie unsere Verwandtschaft mit britischem Pass sagt, "Dingen, die man in einer zivilisierten Gemeinschaft einfach nicht sagt, tut oder denkt", war genauso platt wie geschickt. Ein Lehrstück dafür, wie etwas oder jemand zum Sündenbock für alles gemacht werden kann und das Volk glaubt es unreflektiert. Polemik und Psychologie. Diesmal hat es die EU erwischt.

 

Jetzt mögen die Briten "uns Europa" also nicht mehr. Sie schleppen ihre Insel weit hinaus in den Nordatlantik, vielleicht nicht räumlich, aber in den Köpfen von uns Europäern, und denken, sie lösten so alle ihre Probleme. Bauch siegt über Kopf. Ich hätte nicht gedacht, dass eine ehemalige Weltmacht so d.. sein kann. Und warum fallen mir gerade jetzt meine Fotos vom London Tower in die Hände? Früher verschwand dort so mancher englische Politiker.

Tower of London
Tower of London - White Tower (Hauptturm von ca. 1078) natürlich bei Regen - Waterloo Barracks, hier werden die Kronjuwelen aufbewahrt - Inneneinrichtung im Wakefield Tower

Die Geschichte der Europäischen Union beginnt (ohne Großbritannien) nach dem 2. Weltkrieg mit der Gründung der "europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl" (kurz EGKS oder Montanunion) durch Frankreich, Italien, Deutschland, die Niederlande, Belgien und Luxemburg. 1957 gründeten diese Länder die "europäische Wirtschaftsgemeinschaft" EWG. 1992 wurde daraus die EU, ihr Ziel ist Frieden, Stabilität und Wohlstand für Europa.

Großbritannien gründete 1960 zusammen mit Dänemark, Norwegen, Schweden, Österreich, der Schweiz und Portugal die "European Free Trade Association" EFTA. Die EFTA setzte auf politische Souveränität der Mitglieder statt auf wirtschaftliche Integration und war in der Konkurrenz zur EWG der deutliche Verlierer. Großbritannien bekam Angst, den wirtschaftlichen Anschluss zu verlieren und beantragte (obwohl innenpolitisch umstritten - damals wie heute) 1961 die EWG-Mitgliedschaft. Und Frankreich sagte Nein. Auch beim zweiten Versuch 1967. Erst 1973 wurde Großbritannien EWG-Mitglied - und auch nur knapp, aber das lag diesmal an den Briten selbst. Schon zwei Jahre später überlegten sie wieder auszutreten und machten ein Referendum... Sie verhandelten um Subventionen und drückten Beitragszahlungen und drohten regelmäßig mit dem Austritt. Großbritannien scheint die Mitgliedschaft in der EWG/EU immer nur des handelspolitischen Vorteils wegen gesehen und den Gemeinschaftsgedanken nur dann gedacht zu haben, wenn die nationalen Interessen Englands befriedigt waren und nicht in Gefahr gerieten. Es scheint politisch "in" zu sein, gegen Europa zu sein. Nur - jetzt wird es ernst.