Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 21.08.2017

 

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Palmen

In diesem Jahr findet Ostern im März statt. Welch ein Stress. In Hannover ist erst Cebit, dann ein Familiengeburtstag und - schwupp - kommt Palmsonntag und die Karwoche beginnt.

Der Palmsonntag hat tatsächlich etwas mit richtigen Palmen zu tun: Jesus zog in Jerusalem ein und die Jerusalemer winkten ihm mit Palmwedeln zu. Palmzweige gelten daher als Symbol für Leben und die Auferstehung. Und sie sind so schön dekorativ.

 

Irgendwann vor Jahren habe ich beschlossen, dass etwas Grünes in unserer Wohnzimmerecke hinterm Sofa gut wäre. Etwas großes Grünes.

So zog eine Kentiapalme bei uns ein. Dumm nur, dass ihr die Zimmerecke so gar nicht gefiel und ein Palmwedel nach dem anderen trocken wurde.

Als nur noch ein Blatt übrig war, stellte ich sie auf die Küchenterrasse und wir kauften wir eine künstliche Pflanze. Die übrigens sehr prächtig aussieht, sehr dekorativ ist und sehr teuer war...

 

Nach dem Sommer hatte die Kentia drei neue Palmwedel und zog in unser Schlafzimmer um. Dort steht sie nun seit einigen Jahren und ihre Wedel erreichen inzwischen die Zimmerdecke. Wir schlafen unter Palme(n).

 

Was mache ich nur, wenn sie so weiterwächst? Kentiapalmen können 40 Jahre alt werden. Ich könnte ja in Herrenhausen anfragen, ob sie dorthin umsiedeln könnte....

Denn die Herrenhäuser Gärten waren im 19. Jahrhundert berühmt für ihre Palmensammlung im Berggarten. Sie hatten DIE Palmensammlung Europas. Drei Generationen lang hieß die Chefgärtnerfamilie Wendland. Sie waren Botaniker, Biologen, Gärtner und natürlich leidenschaftliche Sammler. 

Und sie hatten, "Das kommt von Das" sagt der Norddeutsche in solchen Fällen, Unterbringungs- und Überwinterungsprobleme. Zunächst wurde ein altes Gewächshaus zum Palmenhaus umgebaut, mehr ein Provisorium, das bald zu klein wurde. 1849 baute der berühmte Laves dann ein neues Palmenhaus. Aber auch das wurde bald zu klein, besser gesagt zu niedrig. Das Prunkstück der Palmensammlung, eine Livistonia Australis, war 8 Meter groß geworden und wuchs und wuchs und wuchs. Diese Palme wurde 100 Jahre alt. Für sie wurde 1880 wieder ein neues Palmenhaus gebaut, über 30 Meter hoch, damals das höchste Gewächshaus Europas. Wir haben noch eine alte Postkarte von diesem Haus, es war eine richtige Sehenswürdigkeit. Als die Livistonia auch hier drohte, durch das Dach hindurch zu wachsen und es zu zerstören, wurde sie 1919 gefällt. Hannover trauerte. Viele Hannoveraner holten sich ein Stückchen Palme als Andenken nach Hause.

Palmen in Herrenhausen - echte im großen Garten - im Museum gemalt die Livistonia- auf Postkarte das große Palmenhaus
Palmen in Herrenhausen - echte im großen Garten - im Museum gemalt die Livistonia- auf Postkarte das große Palmenhaus

So weit, dass ich meine Kentia fällen müsste, ist es um Glück noch lange nicht.