Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 19.10.2017

 

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Amseln

NABU hatte am letzten Wochenende wieder einmal zur Vogelzählung aufgerufen, d. h. während einer beliebig ausgewählten Stunde sollten wir notieren, wieviele und welche Vögel wir in unserem Garten beobachten konnten.


Bei den Amseln kam ich auf 6, die durch unsere Beete und über den Rasen hüpften und den Garten als ihr Heim betrachteten.

Wohl deshalb, weil wir regelmäßig ein Amselnest in der Kletterrose am Haus haben, genau da, wo drinnen in der Mauer die Heizungsrohre in den ersten Stock verlaufen. Dumm sind sie nicht, die Vögel und sie nehmen Temperaturunterschiede viel feiner als wir wahr.

Die Großfamilie Amsel verträgt sich das ganze Jahr über prima, nur wenn Brutzeit ist verteidigt jedes Paar seinen Besitz, also jeden Quadratzentimeter Garten und regenwurmhaltige Rasenfläche, mit aller Kraft, manchmal bis Blut fließt. Wir haben einigen Kämpfen zugesehen und waren erschrocken, wie unerbittlich wild da aufeinander losgehackt wurde.

Manchmal sterben Amseln bei diesen Kämpfen.

 

Als ich bei der Gartenarbeit auf einen abgerissenen Amselflügel stieß, musste ich an die Kämpfe denken. Oder vielleicht ein Marder? Eine Katze? Der Falke? Alterschwäche?

Und dann fiel mir ein Brief wieder ein, den ich fast schon vergessen und verdrängt hatte.

In unserer Nachbarschaft ist es nämlich Mode geworden, statt miteinander zu sprechen, Briefe zu schreiben. Nicht an einen bestimmten Empfänger, sondern gleich an die gesamte Nachbarschaft. Und dann spät abends in die Briefkästen zu verteilen, damit am nächsten Morgen beim Frühstück gelesen werden kann. Da wir Nachbarn uns manchmal tagelang nicht über den Weg laufen, kann das durchaus praktisch sein. Wenn es sich um Dinge handelt wie "wir feiern, es kann ausnahmsweise spät und laut werden, Entschuldigung schon mal im Voraus" fühlen wir uns dankbar vorgewarnt und rüsten uns mit Ohrstöpseln.

 

Seit einiger Zeit allerdings wandelt sich der Inhalt dieser Briefe.

Es wird kritisiert, dass Abfallsäcke zu früh, an falschen Tagen und womöglich noch falsch befüllt an den Straßenrand, der zugleich auch Grundstücksrand ist, gelegt werden. Dass sie wegen falscher Befüllung von der Müllabfuhr nicht mitgenommen werden und dann - unhygienisch und Ratten anziehend, pfui - einfach liegen gelassen werden. Derjenige welcher sollte sich angesprochen fühlen... Dann folgen Ratschläge allgemeiner Art und eine Internetadresse. Da wir im letzten Jahr eine ganze Reihe Neu-Nachbarn bekommen haben, kann so ein Brief  durchaus einen gewissen Nutzen haben.


Dann aber kam einer... 

Da fiel mir nicht mehr viel ein.