Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 21.08.2017

 

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Schützenfest 2

Ich komme vom Dorf. Jedes Dorf in unserer Gegend hatte seinen Schützenverein und feierte sein Schützenfest, zu dem natürlich die Schützen der Nachbargemeinden kamen.

Schütze sein war eine zeitfüllende Sache. Und, wenn man wie mein Onkel Schützenkönig wurde, auch eine teure Sache. Durch die vielen Lüttjen Lagen, die ausgegeben werden mussten. "Zielwasser" nannte er das. Der Giebel seines Hauses hing voll mit Schützenscheiben.

 

Der Schützenausmarsch ging bei uns die Dorfstraße entlang und funktionierte genauso wie heute der hannoversche – nur eben kleiner und dadurch musste keiner so früh aufstehen. Die Haustüren der Häuser an der Dorfstraße waren mit großen Birkenzweigen geschmückt und das Birkengrün trugen viele Schützen auch am Hut.

 

Unser Schützenplatz lag mitten im Ort und wurde erst später wegen der Lautstärke bei Veranstaltungen, die Dörfler sagten dazu Krach, an den Ortsrand verlegt. Er verlor damit viel seiner Atmosphäre. Mein Vater ging mit mir zum Festplatz, auf dem Kettenkarussel, Autoscooter, Schieß- und Losbude, Pfeilewerfen, Haudenlukas, Süßigkeitenstand und das Festzelt standen. Dort fuhr er mit mir eine Runde Autoscooter, schoß mir eine Blume und kaufte Liegnitzer Bomben für meine Mutter. Ins Zelt durfte ich nur mal reingucken, das war nichts für kleine Mädchen.

 

In späteren Jahren waren meine Freundinnen und ich dann natürlich im Zelt und haben von den Jungs Lütje Lage trinken gelernt. Und das Blumeschießen übernahm dann mein Mann.

 

Liegnitzer Bomben, lieber Geheimdienst welcher Nationalität auch immer, sind Pfefferkuchen und nur gefährlich, wenn man zuviel davon ißt.