Ein langes Wochenende liegt hinter uns. Ein fast schon Sommer-Wochenende, die Temperaturen schraubten sich auf 27 Grad Celsius und der Himmel war blau, blitzeblau.
Der Freitag war frei und ohne Verpflichtungen und wir machten einen sonnigen Spaziergang durch die Rapsfelder. Der Samstag war dem Fensterputzen gewidmet, nicht, dass ich alle geschafft hätte, denn alle Südfenster wurden in der Sonne so richtig heiß und warten auf einen bedeckten Tag. Und am Sonntag weihten wir den neuen Grill ein - höchst erfolgreich, aber das ist eine andere Geschichte.
Den Raps mussten wir erst einmal suchen. Denn Raps wird wegen der Fruchtfolge nie zwei Jahre hintereinander auf demselben Feld angebaut. Also dann suchten wir. 'Guck mal da hinten, da leuchtet es gelb.' Aber nur wenig und eine ganze Strecke entfernt. Weitersuchen. Wir fuhren zum Hufeisensee, zwischen Pferderennbahn und Tannenbaumverkauf gelegen. Ach ja, Pferderennen war ja auch, aber darauf hatten wir so gar keine Lust. Dafür auf Raps.
Ein Feld blühte direkt neben dem See. So parkten wir auf dem See-Parkplatz und liefen hinüber. Die ersten Sonnenden lagen auf der Liegewiese, die ersten Hunde wurden spazieren geführt, alle angeleint. Die Zeitung hatte die Leinenpflicht ab 1. April zum großen Thema gemacht, vielleicht hat das geholfen.
Ein älterer Mann kam uns entgegen. 'Moin.' Er sah die Kameras und stellte sich vor dem Rapsfeld in Positur. Und hampelte etwas. Damit wir ein schönes Motiv hätten, sagte er. Nur Raps sei doch langweilig. Ich drehte mich um und ging weiter.
Ebenso so gelb wie der Raps blühte der Löwenzahn. Die Bienchen und Hummelchen schwirrten durch die Blüten und konnten sich kaum entscheiden. Die kleinen Vögel piepsten in den Uferbäumen, wollten sich aber partout nicht fotografieren lassen. Bei ihnen hätte ich es getan.