Während im Garten die Zwiebelblumen ihren großen Auftritt haben, also Schneeglöckchen, Märzenbecher, Winterlinge, Elfenkrokusse und, tatsächlich, auch die ersten richtigen Krokusse ... also während der Blick in den Garten einfach nur schön ist ... sitze ich im Haus und verbrauche Taschentücher. Die Heuschnupfensaison hat begonnen. Erste gelbe Wolken mit den Pollen der Scheinzypressen und Eiben ziehen über die Beete. Hatschi. Alles bleibt geschlossen, ich gehe nur hinaus, wenn es nicht anders geht. Dann geht es.
Im Radio läuft, man fasst es kaum, der diesjährige deutsche ESC-Beitrag. Die deutschen Beiträge werden sonst immer im Radio ignoriert, immer, außer damals bei Lena. Oder höre ich nur nicht die richtigen Sender?
Die ESC-Betreuung hat ganz neu der Südwestrundfunk (SWR) übernommen, der NDR mag nach den vielen erfolglosen Teilnahmen und der ganzen Kritik nach 30 Jahren nicht mehr. Aber ob die es beim SWR besser machen?
Rückblick: Der Vorentscheid läuft im Öffentlich-Rechtlichen zur besten Sendezeit. Es stellen sich 9 Kandidaten vor: etwas Newcomer, etwas TheVoiceTeilnehmer, etwas Nonsense, etwas Rockgitarre und viele dünne Stimmchen. Und die DSDS-Zweite und Ex des DSDS-Gewinners. Sarah Engels. Das Publikum darf voten, aber erst nachdem diverse Ex-ESCler und -innen aus 20 ESC-Teilnehmerländern eine Vorauswahl getroffen haben und aus 9 Möglichkeiten 3 geworden sind. Dann erst haben wir vor den TVs die Wahl per Telefon. Und ach, welche Überraschung, Sarah Engels hat gewonnen. Positiv sind ihre Ausstrahlung, ihre Stimme und ihre Erfahrung, so wird sie nicht zusammenbrechen, wenn sie im letzten Drittel landet. Denn - gewinnen wird sie nicht, zu durchschnittlich ist ihr Titel, so ein déjà-gehört Titel, altbacken und langweilig schwach, da hilft auch Feuer nicht.
Das Schlimmste am Vorentscheid aber war - die Moderation, viel zu viel Moderation, viel zu viel Überflüssiges. So zog sich über Stunden, was ganz schnell hätte gehen können.