Der Polarwirbel sei derzeit stark ausgeprägt, hieß es. Eine Luftströmung, die mal mehr mal weniger stark um den Nordpol mäandert und sich dabei ausbeult. Eine Beule scheint uns erwischt zu haben. Am Donnerstagmorgen waren Rasen und Dächer weiß vom Schneegraupel. Nicht lange, dann war er fort.
Am Freitag aber wachten wir in eine weiß gefrorene Welt auf. Minus 7 Grad in der Nacht! Einfach so hat Petrus das mal gemacht, uns zeigen, dass er es kann und der Winter nicht fern ist. Der viele Regen vorher hatte mich davon abgehalten, schon Kübel einzupacken und vom Regen triefende Pflanzen einzuräumen. Ja, Shit jetzt. Wir hatten am Donnerstag, hau-ruck, noch schnell den indischen Brunnen abgeschlagen und weggeräumt, die Kübel ans Haus gerückt, davor fährt nächtens der Rolladen herunter. Und die wichtigsten großen Kübel in Noppenfolie gepackt. Im Gewächshaus läuft der kleine Heizlüfter. Wie gut. Es ist jetzt kalt, schnatterkalt, jeder Schritt knirscht auf dem gefrorenen Boden, aber die Luft ist klar und trocken. Eigentlich wunderschön.
Hemmi Eichhorn sitzt ganz nah an der Tür und futtert die Walnüsse, die wir aus Bayern geschenkt bekommen haben. Oder genüsslich die roten Eibenfrüchte, ja, die sind giftig, der Kern in ihnen ist giftig, aber sie frisst ja auch zweifelhafte Pilze. Und sitzt dann im großen Ginkgo in der Sonne. Ganz oben. Und schaut herab.
Denn der seltsame Nachbar im Endreihenhaus mäht seinen gefrorenen Rasen. Einschließlich des darauf liegenden Laubs seiner großen Bäume. Der Rasenmäher setzt sich wohl mit den Blättern zu, dann kippt er ihn auf die Seite und greift darunter, holt das Laub heraus. Dann mäht er weiter. Den Stecker hat er zwischendurch nicht gezogen. Da fällt mir nicht mehr viel ein.