Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

Bloglovin

Follow on Bloglovin

 

  letztes Update am 16.08.2017

 

Any Questions? Please ask me.

Kontakt

 

Mein Blog

Rezepte

So

18

Dez

2016

Adventskekse

Hattet Ihr einen schönen vierten Advent? Wir hatten einen weiteren so grauen  - grauen - grauenhaften Dezembertag mit Nieselregen, dass sich das Hochziehen der Rollos vor den Fenstern eigentlich gar nicht gelohnt hat. Und Hannover 96 hat nur unentschieden gespielt und dabei wäre ein Sieg doch so schön und vorteilhaft gewesen... Was macht man an so einem Tag? Backen.

Bäcker auf dem hannoverschen Weihnachtsmarkt
Bäcker auf dem hannoverschen Weihnachtsmarkt
lecker - lecker auf dem Weihnachtsmarkt
lecker - lecker auf dem Weihnachtsmarkt

Ihr kennt doch die Sesamstraße? Krümelmonster? Für Krümelmonster muss Weihnachten das Fest sein. Wann im ganzen Jahr backen und essen wir schon sonst so viele Kekse?

Gut, es sind nicht unbedingt die typischen Krümelmonsterfladen und mit der Größe hapert es auch - obwohl, ich kenne da Lebkuchen, die schaffen auch das.

Wenn ich backe, dann kleiner. Ein-Zwei-Happs-Kekse.

Ich habe eine große Keksrezeptsammlung. Rezepte meiner Mutter, Rezepte meiner Schwiegermutter, von Freundinnen, Kolleginnen, aus vielen, vielen Zeitschriften und Büchern. Es gibt eine Auswahl von Sorten, die jedes Jahr auf den Keksteller müssen, und dann immer mal was Neues, aber das hat es nicht leicht zu bestehen und muss einer Umstellung auf Vollkorn und Honig und Rohrzucker standhalten.

Sehr geliebt werden von uns die Datteltaler.

Datteltaler

Dafür braucht Ihr:

  • 200 Gramm möglichst frische Datteln ohne Kern (aus dem Naturkostladen)
  • 100 Gramm gehackte Mandeln
  • 280 Gramm fein gemahlenen Weizen (ersatzweise Weizenvollkornmehl)
  • 1/2 Teelöffel Backpulver
  • 1/2 Teelöffel gemahlene Vanille (oder eine Vanilleschote auskratzen, das Mark verwenden)
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • 50 Gramm Raspelschokolade (z. B. Ulmer)
  • 150 Gramm Butterschmalz
  • 200 Gramm Honig (vorzugsweise Akazienhonig)
  • 1 Ei
  • 20 Gramm Pistazienkerne

Die Datteln werden in kleine Stückchen geschnitten, die Mandeln noch etwas kleiner gehackt, als sie schon sind. Wenn die Datteln zu sehr kleben, leicht mit Mehl bestäuben. Dann mahle ich die Weizenkörner in meiner Getreidemühle zu feinem Mehl und vermische es mit dem Backpulver, der Vanille, den Nelken, der Raspelschokolade und den Datteln. Dazu kommen das Ei, der Honig und in kleinen Stückchen das Butterschmalz.

Dann wird alles gut mit den Knethaken meines Handmixers verknetet. Der Teig bleibt ziemlich klebrig, darum steche ich mit einem Teelöffel kleine Bällchen ab und drücke sie leicht zusammen.

Sie werden beim Backen flacher und gehen etwas auseinander, deshalb muss auf dem Backblech genügend Abstand zwischen den Bällchen bleiben.

Meine Pistazien hacke ich mit einem großen Messer in kleine Stückchen. Sie werden auf die Teigbällchen gestreut und etwas angedrückt.

 

Dann wird gebacken: Ca. 15 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Ober-/Unterhitze oder bei 160 Grad Umluft.

 

Wer mag, kann sie nach dem Abkühlen mit Zuckerguß aus Puderzucker und Zitronensaft beträufeln. Und dazu einen Adventstee trinken.

 

So

02

Okt

2016

Erntedank-Zwetschgenkuchen

Heute gibt es Zwetschgenkuchen. Denn heute ist hier bei uns in Hannover Erntedankfest mit Erntekrone und der Fülle des Herbstes in den festlich geschmückten Kirchen. Ich schreibe "hier bei uns", weil der christliche Erntedank kein festgeschriebenes Datum im Jahreskalender hat und - obwohl die Kirchen den ersten Sonntag im Oktober dringendst dafür vorschlagen - jedes Land und jede Gemeinde das Datum frei wählen kann. Oder gar nicht feiern.

 

Dort wo viel Wein angebaut wird, wird erst nach der Weinlese gefeiert. Logisch. Und Niedersachsen muss sich überlegen, was es für unser Erntedankfest bedeutet, dass das Land ganz hochoffiziell und aktuell Weinbaurechte erhalten hat und damit nun das 14te Weinanbaugebiet Deutschlands ist...

Norvin und Jolene bei der Weinlese - die leckeren Trauben sind ein Geschenk aus Franken
Norvin und Jolene bei der Weinlese - die leckeren Trauben sind ein Geschenk aus Franken

Ein Gläschen Federweißer beim Backen ist nicht zu verachten und verkürzt die Zeit. Denn die Vorbereitungen dauern etwas, dafür ist dieser Zwetschgenkuchen aber sehr lecker. Das Rezept stammt aus der Zeitung "Schrot und Korn" und ist von mir etwas verändert worden. Grundvoraussetzung sind 3 Pfund reife Zwetschgen.

 

Zuerst wird ein Hefeteig angesetzt. 250 Gramm Vollkornweizenmehl, 1 Päckchen Trockenbackhefe, 1 Prise Salz, 20 Gramm Honig und 200 ml zimmerwarme Milch werden miteinander vermischt und verknetet und für eine Stunde an einen warmen Ort gestellt. 30 Grad Celsius sind optimal.

Dann ein Mürbeteig: 200 Gramm Vollkornweizenmehl, 80 Gramm Butter und 50 Gramm Honig werden verknetet, zu einer Kugel geformt und beiseite gelegt.

Für die Streuseln werden 160 Gramm Vollkornweizenmehl, 100 Gramm Honigmarzipan, 1 gehäufter Teelöffel Zimtpulver und 120 Gramm Butter verknetet und kalt gestellt.

Zwetschgenkuchen

Wenn der Hefeteig sein Volumen verdoppelt hat, wird er mit dem Mürbeteig vermischt und zusammen verknetet, bis ein schön elastischer Teig entstanden ist. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig darauf ausrollen.

Darauf kommen die halbierten, entsteinten Zwetschgen. Schön dicht und schuppenförmig legen und etwas Honig oder Rohrzucker darauf verteilen, falls sie zu sauer sein sollten.

Oben drüber wird der Streuselteig gekrümelt.

 

Dann wird das Blech in den auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze) geschoben, nicht in die Mitte, sondern einen Einschub darunter. 50 Minuten backen. Der Boden wird von unten leicht zu dunkel, also nicht zu lange im Ofen lassen.

 

Und dann mit Schlagsahne aufessen. Restlos.

 

So

10

Jul

2016

Mousse au chocolat

Rosebudbears mit Tigerente-Trösterchen
Rosebudbears mit Tigerente-Trösterchen

Also, an unserem Daumendrücken hat es nicht gelegen. Ich schwöre.

 

Manchmal ist es eben wie verhext. Hannoveraner Fußballfans kennen das und nennen es Abschlusschwäche (kommt gleicht hinter Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche und Sehschwäche).

Wir jedenfalls werden am Montag recht ausgeschlafen in den Tag starten.

 

Um unsere Fanseelen wieder aufzurichten, hilft nur Eines. Schokolade. Viel Schokolade. Und damit es zum Endspiel Portugal gegen Frankreich passt - in Form von Mousse au chocolat. Viel Mousse au chocolat.

mein Schiedsrichter kommt von Steiff
mein Schiedsrichter kommt von Steiff

Mein Mousse au chocolat Rezept ist ganz einfach, geht super schnell (was das Machen betrifft) und schmeckt so gut wie die Schokolade, die ich dafür nehme. Wer es nachmachen möchte, sollte bitte eine wirklich gute Schokolade nehmen und nicht irgendeinen Billigkram.

 

Das Rezept basiert auf einem Rezept von Wolfram Siebeck, der leider vor kurzem verstorben ist und der vor 35 Jahren die ersten von mir ernst genommenen Kochsendungen im Fernsehen machte. Zu Weihnachten gab es jährlich ein Festmenü und das Rezeptblatt konnte man sich per Post zusenden lassen, wenn man einen frankierten Umschlag mit der eigenen Adresse an den Sender schickte. (Das war lange vor dem world-wide-Web und machte noch richtig Arbeit.)

Das Rezeptblatt, das ich damals nach längerer Wartezeit bekam, ist übrigens weihnachtlich rot und es gibt einen Wintersalat mit Wachteln, Nüssen und Pilzen, eine Gurkensuppe mit Lachsstreifen, einen Kalbsbraten mit Safranblumenkohl, Petersilienkartoffeln und Bordeaux und zum Dessert die "einfachste Mousse der Welt".

Rose Crown Princess Margareta
mein "Trösterchen" - Rose Crown Princess Margareta" - mein Liebling in Aussehen und Duft
Rose Crown Princess Margareta
Margareta - noch im Verblühen eine Schönheit

Und das ist meine Abwandlung:

500 Gramm Schlagsahne (möglichst ohne Carrageenzusatz - gibt's im Bioladen) in einem Topf erwärmen und 300 Gramm kleingeschnittene Schokolade dazu geben. Ich nehme 2 Tafeln Vollmilch- und 1 Tafel Zartbitterschokolade, aber das ist persönliche Geschmackssache. Rühren und wärmen, bis sich die Schokolade komplett aufgelöst hat. Die Sahne darf nicht kochen! Dann kann man ein Gläschen Grand Marnier dazu geben - oder gehackte Pistazien - oder etwas Zimt. Wir mögen es am liebsten pur. Die Masse fülle ich in eine kleine Rührschüssel um und stelle sie abgedeckt für 24 Stunden in den Kühlschrank.

Kurz vor dem Anrichten wird sie mit dem Handmixer schön fest aufgeschlagen - wie Schlagsahne eben.

 

Und wer jetzt sagt, dass das keine richtige Mousse ist, weil keine Eier drin sind, dem kann ich nur sagen: Ganz egal. Hauptsache, es schmeckt.

 

Di

29

Mär

2016

entspannte Ostern

Und schon ist Ostern wieder vorbei. Osterfeuer, Ostersonne, Osterregen, am Ostersonntag um Null Uhr läuteten alle Kirchenglocken, die Kinder beim Osternestersuchen im Garten, mütterlicher Spagat zwischen Schokohasen und Küche. Angeblich lieben wir Deutschen das Osterfest deshalb so sehr, weil es so entspannt ist. Ich weiß nicht, wer das erforscht hat, wahrscheinlich war es ein Mann. Ich habe da eine etwas andere Wahrnehmung.

Mein Ostersamstag begann damit, dass ich unseren Vorratsschrank in der Küche komplett ausräumen musste, um alle darin befindlichen Ameisen der Gattung gemeine Rasenameise mit dem Staubsauger aufzusaugen, die beschlossen hatten, sich auf Honiggläser und die Nutella zu stürzen. Und das waren eine ganze Menge Ameisen, die versuchten, sich in Ritzen und Verpackungen zu retten.

Dann haben wir die Lüftungsschlitze in unserer Hauswand mit Silikon gefüllt. Sie hatten wohl zu Zeiten des Hausbaus noch einen Sinn, wir hätten sie schon lange schließen sollen, aber gut, jetzt ist es dicht.

Und dabei sind Ameisen so nützliche Tiere, unsere Vögel lieben sie als kleinen Happen zwischendurch und sie lockern den Boden für ein besseres Pflanzenwachstum. Die Biomasse aller Ameisen auf der Erde übersteigt die Biomasse aller Menschen locker.

Aber nicht in meiner Küche!

Und etwas Nettes für den Sonntagskaffee wollte ich ja auch noch haben. Muffins.

Für die Ostermuffins werden 150 Gramm Butter geschmolzen. Sie muss etwas abkühlen. Dann wird sie mit 200 Gramm Frischkäse (z. B. Buko-Balance), 180 Gramm Akazienhonig, 4 ganzen Eiern und etwas geriebener Zitronenschale oder Citroback gut verrührt. 250 Gramm frischgemahlenes Weizenvollkornmehl wird mit 2 gestrichenen Teelöffeln Backpulver und 75 Gramm Schokotröpfchen (Dr. Oetker) vermischt und schnell unter die Frischkäse-mischung gemixt. Der Teig reicht für 12 bis 16 Muffinförmchen. Da ich die Muffins noch dekorieren wollte, habe ich extra hohe Papierförmchen genommen (Ikea) und sie nur gut zur Hälfte gefüllt. Dann wird bei 175 Grad Celsius und Ober-Unterhitze für etwa 15 Minuten gebacken.

Wenn die Muffins ausgekühlt sind, können sie als Osterkörbchen dekoriert werden. Im Gummibärenladen gibt es lange Schnüre aus Gummibärchenmasse, die sich als Körbchenhenkel gut machen. Ich habe immer drei zusammengeflochten, kleine Schnitte in die Muffinoberfläche gemacht und die Schnurenden hineingesteckt. Allerdings waren die Henkel zu weich um ohne Abstützen oben zu bleiben und ich musste mit einem Zahnstocher stabilisieren.

Dann habe ich Kokosraspeln zusammen mit etwas flüssiger grüner Lebensmittelfarbe in einen Gefrierbeutel gefüllt und gut geschüttelt. Man braucht viel weniger Kokos als man denkt. Und die Menge der Farbe einfach ausprobieren, bis es so grün ist, wie man es mag. Ich habe Puderzucker mit etwas Wasser verrührt und die Muffinoberfläche dünn eingestrichen. Kleine Zuckereier darauf gruppieren und dann die grünen Kokosraspeln darüberstreuen.

Diese Muffins bleiben lange saftig, sie lassen sich gut am Tag vorher backen, dann die Deko vorbereiten und erst vor dem Servieren alles zusammenfügen. Und wer den ganzen Zuckerkram nicht mag, kann ihn einfach abheben.

 

Di

26

Jan

2016

Grünkohlrezept

Nach einer Woche im Schnee zog in der Nacht zu Samstag Eisregen über uns hin und verwandelte Hannover in eine Schlittschuhlaufbahn. Dann taute alles fort und übrig blieb das übliche nasskalte regnerische Norddeutsche-Tiefebene-Wetter.

 

Für mich ist das perfektes Grünkohlwetter. Meine Familie sagt, sie könne sich in meinen Grünkohltopf mit Pellkartoffeln hineinsetzen und sie fänden es gut, wenn es ihn viel öfter gäbe. Aber da ich Dosenware nicht mag und Grünkohl als Blatt beißen möchte und nicht als sämigen Brei schlürfen, muss ich ihn frisch zubereiten und das dauert seine Zeit. Das heißt, die Vorbereitung dauert, das Kochen selbst geht schnell.

 

Aber wenn es sich sowieso nicht lohnt, die Nase aus dem Haus zu stecken, verziehe ich mich mit einer großen Kilotüte Grünkohl in die Küche, wasche ihn, entferne die groben Mittelrippen und Stiele und werfe die Blätter für 3 Minuten in meinen größten Topf mit kochendem Salzwasser (mit recht viel Salz für das Blanchieren). Dann die Blätter herausfischen, kalt abbrausen und gut ausdrücken. Das passiert aufgeteilt in 5 Portionen, zwischendurch in den Topf etwas Wasser nachgießen und nachsalzen, denn die Blätter müssen schön schwimmen können und schnell zum Kochen kommen. Während ich darauf warte, dass das Wasser wieder kocht und die nächste Portion fertig ist, lockere ich schon einmal die zusammengedrückten Blätter wieder auf.

Bärchen Louis im Grünkohlland
Bärchen Louis im Grünkohlland

Dann schneide ich 2 große Zwiebeln und 5 Knoblauchzehen in kleine Würfel und schwitze sie in Sonnenblumenöl etwa 5 Minuten an. 1 Teelöffel Honig zufügen und 1 Minute karamellisieren. Dazu kommen etwa 400 Gramm grobe Haferflocken und 2 große Stückchen Butter. Die Flocken saugen das Fett auf und werden etwas kross und matschen dann später nicht weg. Vorsicht, dass es nicht ansetzt, eventuell noch etwas Öl dazu geben, und würzen: 1/4 Teelöffel Chilipulver und 2 Teelöffel Paprikapulver edelsüß. Kein Salz, das bringen die Grünkohlblätterblätter mit. Die kommen nun hinein. Alles gut verrühren und dann mindestens 1 Liter Gemüsebrühe (ich löse Brühwürfel auf und konzentriere sie schwächer als angegeben) auffüllen. (Die Flüssigkeit sollte ausreichen, um sie statt Soße zu den Pellkartoffeln zu essen, es soll aber auch keine Suppe werden. Zwischendurch kontrollieren und vielleicht Brühe nachfüllen.)

Auf kleiner Hitze (Einstellung 3 von 9) 30 Minuten köcheln lassen.

Wenn jetzt die Pellkartoffeln zu Kochen beginnen, wird alles gemeinsam fertig.

 

In den letzten 15 Minuten lege ich kleine Sojabrühwürstchen auf den Kohl und lasse sie mit im Topf warm werden.

Grünkohl schmeckt auch roh als Salat oder - sehr en vogue - als Smoothie. Er enthält eine große Portion Vitamin C, Vitamin K und A, Eisen, Kalium, Magnesium, Ballaststoffe, ist gut für die Augen und den Cholesterinspiegel und hat kaum Kalorien. Es sei denn, man kippt ihn mit Kasseler Braten, Würsten und Schweineschmalz zu und kocht ihn 4 Stunden lang... Dann allerdings braucht der Esser mehrere Schnäpse hinterher, aber nicht wegen des Grünkohls.

Sa

09

Mai

2015

Frühjahrsmüde

Vielleicht ist es der schnelle Wechsel von Hochdruck- und Tiefdruckgebieten, vielleicht die Nachwirkungen eines kleinen Infektes, vielleicht die zu kurzen Nächte - derzeit bin ich einfach müde. Ich hätte wie die Bären einen Winterschlaf halten und jetzt erst langsam wieder aufstehen sollen. Aber das macht man als Mensch natürlich nicht.


Das Rezept meiner "Omi" gegen Frühjahrsmüdigkeit waren lange Spaziergänge durch Felder und Wiesen, auf denen sie die Zutaten für ihren Hallo-Wach-Salat sammelte:

Junge Sauerampferblätter, kleine Gänseblümchen, Hirtentäschel, Vogelmiere, Bärlauch und vor allem Löwenzahn.

Die Blätter wurden abgewaschen und ein Dressing dazu gemacht: Ein Teil Zitronensaft, ein Teil Walnussöl, eine Prise Salz, etwas guten Honig, einige gehackte Walnüsse. Wenn ich ihn heute mache, gebe ich zuletzt einen Hauch frisch geriebenen Parmesan darüber.

 

Ich, Kindergartenkind, half damals begeistert beim Sammeln des Löwenzahns. Die Gefahr, ihn mit anderen Pflanzen zu verwechseln, ist auch äußerst geríng. Weißer Milchsaft, der aus dem hohlen Stängel tropft, gelbe Blüten, wie Zähne geformte Blattränder, das ist unverkennbar.


Die Erwachsenen schüttelten über die Frühjahrskur meiner Omi nur den Kopf und aßen Kopfsalat.

Für die Rasenliebhaber in unserem Viertel - und meinen Mann - ist Löwenzahn auch heute noch ein Unkraut.

Für mich verkündet er den kommenden Sommer, verspricht uns Picknicks im Grünen und das Flechten von Blütenkränzen. Er blüht jetzt seit 14 Tagen an allen Wegrändern und im Verborgenen zwischen den Rosenbüschen auch bei uns um Garten. Solange ich die verblühten Köpfchen abknipse, bevor die Samenschirmchen auftauchen können, wird er von meinem Rasenfan geduldet.

Denn Löwenzahn ist eine Heilpflanze und enthält viele Bitterstoffe, die blutreinigend und positiv auf die Verdauungsorgane wirken. Und er vertreibt die - gähn - Frühjahrsmüdigkeit - gähn.

Jetzt ein kleines Nickerchen.... Und dann mache ich uns einen Salat.


Mi

28

Jan

2015

Hefeteig

Noch ein kleiner Nachtrag zum Hefeteig, der nicht nur Grundlage für meine Wähen, sondern auch für Pizza, Quiche, Brötchen oder Blechkuchen ist:

 

Wenn ich beim wöchentlichen Einkauf schon weiß, dass ich backen werde, kaufe ich frische Hefewürfel aus der Kühltheke. Aber für das ungeplante Backen habe ich immer Trockenhefe im Vorratsschrank. Es gibt im Internet auch Anleitungen, wie man Backhefe selber machen kann ... was man so alles selber machen kann ... es gibt da für mich Grenzen.

Mit frischer Hefe wird erst ein Vorteig angesetzt und danach erst mit dem Rest verknetet, mit Trockenhefe rührt man einfach alles gleich zusammen. Trockenhefe startet langsamer als die frische, geht dann aber genauso auf. Geschmackliche Unterschiede halte ich für vernachlässigbar.


Backhefe ist ein einzelliger Pilz, in einem 42 Gramm Hefewürfel sind etwa 600 Millionen einzelne Pilzchen. Die Lieblingstemperatur der Hefepilzchen ist 32 Grad Celsius, dann haben sie so richtig Appetit auf die Honig- oder Zuckerkohlenhydrate, die sie als Kohlenstoffdioxid wieder ausscheiden. Diese kleinen Gasbläschen können aus der Mehl-Flüssigkeiten-Mischung nicht entweichen und treiben so den Teig in die Höhe. Wenn man die Flüssigkeit für den Teig vorher auf diese Temperatur wärmt und alle Zutaten zimmerwarm sind, geht der Hefeteig am schnellsten auf - je gieriger die Pilze fressen, desto grösser sind die "Blähungen".

Die kleinen Pilze fressen aber auch bei niedrigen Temperaturen und sogar im Tiefkühler, nur viel langsamer und mit entsprechend kleineren Gasbläschen. Das ist ideal, wenn man berufstätig ist und der Teig wird feinporiger.

 

Ich rühre deshalb manchmal Abends meinen Hefeteig an und stelle ihn abgedeckt in einer großen Schüssel in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen hat er sein Volumen dann so vergrößert, dass ich backen kann, ich kann ihn aber auch bis zum Abend im Kühlschrank stehen lassen und dann verarbeiten.

Eigentlich alles ganz easy.

Di

27

Jan

2015

Winterpause

Ich weiß, dass es Orte in Deutschland gibt, die in diesem Winter schon ganz viel Schnee hatten und haben. Nun, Hannover gehört bisher nicht dazu. Im Dezember beschränkte sich Schnee auf eine Nacht, um genau zu sein, auf die Zeit zwischen 1.30 Uhr nachts und etwa 5.00 Uhr morgens. Als wir aufstanden war alles schon wieder fort. 

 

Aber am Samstag schneite es dann tatsächlich. Dicke fette Flocken, alles sah so schön weiß und sauber aus und die Straßen wurden glatt und rutschig. Unsere Tochter war nur mäßig begeistert, weil sie durch den Schnee zu einem Konzert nach Seelze fahren musste. Und für die Rückfahrt dann das Auto freikratzen, das erste Mal in diesem Winter...

Am Sonntag war durch Regen und Plusgrade alles vorbei. Die Zeitung brachte ein Foto: Kinder die im Schnee spielen, Überschrift "So freute sich Hannover über den Winter". Aber es soll ja noch werden, sagt der Wetterfrosch, nächste Woche. Bis dahin ist Dauerregen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, in diesem Fall die Seele, und so habe ich eine richtig deftige Schweizer Käsewähe gemacht.

Grundlage ist ein Hefeteig: 500 Gramm Weizenkörner zu feinem Mehl mahlen, mit 2 Eiern, 1/4 l Milch, 60 Gramm Honig, einer Prise Salz und einem Tütchen Trockenhefe verkneten, die Schüssel mit einem Tuch abdecken und für ca. 2 Stunden warm stellen. 32 Grad Celsius sind optimal für die Hefe.

Während dieser Zeit lässt sich der Guss vorbereiten. 400 ml Milch werden mit 2 Esslöffeln Mehl verrührt und unter Rühren aufgekocht.  Mit Muskatnuss, Pfeffer und Salz würzen und dann langsam abkühlen lassen. Immer wieder mal Rühren, damit es nicht ansetzt. Danach 200 Gramm Naturyoghurt, 200 Gramm fein geschnittene Zwiebelringe und 400 Gramm geriebenen Emmentaler unterheben.

Und bitte, passt beim Käsereiben auf Eure Finger auf und kommt nicht, wie ich, der Börnerreibe zu nahe. Mein nächster Bär muss jetzt warten, bis mein rechter Daumen verheilt und der Verband abgenommen ist.

Wenn der Teig richtig schön aufgegangen ist, noch einmal gut durchkneten, in 2 Hälften teilen und 2 gebutterte und bemehlte Quicheformen damit auskleiden, den Rand hochziehen und noch 10 Minuten gehen lassen. Dann füllen, ruhig unterschiedlich, aber nicht zu viel nehmen. Mit dünnen Tomaten-, Zucchini- oder Kürbisscheiben, Paprikastreifen oder Erbsen. Fleischesser können Schinkenstreifen dazugeben, zu Kürbis passt auch Ziegenfrischkäse in kleinen Flocken. Jeder wie er mag (bei uns reicht eine Wähe für 3 Personen).

 

Darüber kommt der Guss und dann die Wähen für 45 Minuten in den 200 Grad Celsius (Ober-Unterhitze) heißen Ofen schieben. Sie sollen schön braun werden. Danach erst etwas abkühlen lassen, bevor angeschnitten wird und schon mal ein Glas Rotwein trinken.

Oder soweit abkühlen lassen, dass die Wähe sich mit den Fingern essen lässt -  besonders praktisch, wenn man Verband trägt.

 

Nach dem nochmaligen Durchkneten sollte der Teig einige Minuten liegen bleiben, dann entweicht die Spannung in ihm und er lässt sich danach ausrollen, ohne wieder zusammenzuschrumpfen.

 

Di

16

Dez

2014

Achtmal werden wir noch wach

... und dann ist schon Weihnachten? Ach du liebes bisschen.


Die letzte Woche war bei mir für das Plätzchenbacken reserviert und jetzt warten gut gefüllte Keksdosen auf Weihnachten. Noch gut gefüllte Keksdosen.

Free Graphics

Als ich klein war, stand meine Mutter in unserer Küche am großen alten Küchentisch und rührte Teige, rollte sie aus und ich durfte dann die Plätzchen ausstechen und bunt verzieren. Ich bin mir ganz sicher - damals habe ich die Grundlagen meiner Neigung zu abstrakter Kunst gelegt.


Als meine Kinder noch klein waren, wiederholte sich das Geschehen. Nur, dass jetzt ich für die Teigproduktion zuständig war.


Seit einigen Jahren backe ich alleine, seitdem vermeide ich zeitraubendes Ausstechen und Verzieren und rolle lieber Kugerln oder häufele kleine Berge. Hauptsache, 's schmeckt.

Ein schnelles Rezept, für Alle, die Marzipan mögen, aus

  • 200 Gr Honigmarzipan-Rohmasse (aus dem Reformhaus oder Naturkostladen)
  • 150 Gr fein gemahlenem Weizen (ersatzweise Weizenmehl)
  • 60 Gr gemahlenen Mandeln
  • 150 Gr Butter
  • 50 Gr Honig (vorzugsweise Akazienhonig)
  • 2 Eigelb
  • 3 Tropfen Bittermandelöl

Ich mahle die Weizenkörner in meiner Getreidemühle zu feinem Mehl und vermische es mit den gemahlenen Mandeln, gebe die Butter und das Marzipan in kleinen Stückchen dazu, außerdem den Honig, Eigelbe und das Bittermandelöl. Wer den Marzipangeschmack weniger intensiv möchte, lässt es einfach weg. Dann wird alles gut miteinander verknetet (mit den Knethaken des Handrührers, erst zuletzt mit den Händen) und für 30 Minuten kühl gestellt, damit der Teig nicht ganz so arg klebt. Danach rolle ich zwischen den Handflächen kleine Kugeln. Etwa 60 Stück.

Zum Verzieren brauche ich 1 Eigelb, ein klein wenig Schlagsahne und 50 Gramm blanchierte, d. h. weiße ganze Mandeln.

Die Mandeln werden mit einem spitzen Messer in zwei Hälften gespalten und je eine Hälfte auf die Teigkugel gedrückt.

Das Eigelb wird mit Schlagsahne verquirlt und mit einem Backpinsel leicht über die Plätzchenoberseite mit der Mandelhälfte gestrichen.

Dann wird gebacken: 15 Minuten bei Ober-Unterhitze mit 175 Grad oder bei Umluft mit 150 Grad. Ich bevorzuge Umluft, weil dann das Eigelb nicht so stark bräunt.

Die Marzipankugerln sollen nicht zu dunkel werden, sie werden beim Abkühlen fester und schmecken besser, wenn man es schafft, sie ein paar Tage in der Keksdose zu lassen...

Der fertig geknetete Teig lässt sich auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahren, bevor man backt. Dann sollte er vor dem Kugelnformen erst 1 Stunde bei Zimmertemperatur liegen.

Do

11

Dez

2014

Chestene

Ich freue mich jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt in der hannoverschen Altstadt. Dort gibt es Chestene. Chestene?


So heißen in der Schweiz die (Ess-)Kastanien. Ihre leckerste Sorte sind die Maroni und die Schweiz, besonders die Zentralschweiz um den Vierwaldstättersee, ist Marroniland (dort bitte mit 2 r) - bereits 1340 wurden hier erste Bäume gepflanzt.

Im kleinen Dörfchen Greppen am Nordufer des Vierwaldstätter Sees findet jährlich Ende Oktober der größte Schweizer Marronimarkt statt - die "Chestene Chilbi". Wir waren vor einigen Jahren dort und haben gestaunt, was man alles aus Esskastanien machen kann. Wie in Frankreich werden sie kandiert oder man braut Bier aus ihnen. Ich kaufte mir Kastanienspaghetti - mjam-mjam. Konditoren und Bäcker backen Brot und Kuchen mit Kastanienmehl und machen aus Marronipüree die wunderbaren Vermicelles. In der Schweiz gibt es das Püree in jedem guten Supermarkt fertig zu kaufen. Für die Vermicelles wird es mit Butter, Zucker und Kirschschnaps in variabler Menge verfeinert und wie Spaghettieis auf einem Mürbeteigboden angerichtet. Großes Mjam-mjam. Dafür lohnt sich schon ein Klimmzug.

Jeder, der die "Kleine Hexe" von Otfried Preußler gelesen hat, kennt den Marronimann, der auf dem Weihnachtsmarkt steht und in oder auf seinem Öfchen Marroni röstet. Wie die Marronimänner und -frauen auf unserem hannoverschen Weihnachtsmarkt. Nur das Ergebnis ist manchmal  - na ja - vielleicht haben sie nicht genug Übung.


In der Schweiz ist das anders.

Bereits ab Oktober stehen in der Luzerner Innenstadt Marronistände. Die Qualität der Früchte und die Erntemenge wird in den Zeitungen diskutiert und der Preis der Köstlichkeit (5 Franken, d. h. 4 Euro für 150 Gramm, das sind 12 bis 13 Stück) ist ein Politikum. Die Papiertütchen haben eine zweite Kammer für die Schalen. Damit sie nicht wie hier in Hannover einfach auf dem Boden landen.

Ich habe dort die besten Marroni überhaupt gegessen. Nicht verbrannt, nicht zu fest, innen buttrig weich, mit einem nussigen Aroma und leicht zu schälen. Vielleicht liegt es daran, dass sie zwischendurch mit einem Bier-Wasser-Gemisch besprüht werden....

 

Ach, wenn die hannoverschen doch nur halb so gut wären. Und nicht so teuer.

 

(Die Edel- oder Esskastanienbäume und die bei uns wachsende Rosskastanie gehören zu verschiedenen Pflanzengattungen. Rosskastanienfrüchte sind nicht essbar. Es gibt unzählige Esskastaniensorten, die besten sind die Maronen. Maronen wachsen im Mittelmeerraum, aber auch in Süddeutschland und sogar in England und Irland.)  

 

So

31

Aug

2014

Noch mehr Blaubeerkuchen

Die Heidelbeerzeit neigt sich dem Ende zu. Kein Wunder, die Sonne hat sich in den Augustwochen immer mehr hinter Regenwolken versteckt und nachts war es KALT. Dafür sprießen die Pilze. In unserem Garten und in den Wäldern.

 

Es ist höchste Zeit, endlich meine Heidelbeer-Philadelphiatorte auf den Kaffeetisch zu bringen. Sie schmeckt am besten mit frischen Beeren, funktioniert aber auch mit tiefgefrorenen Blaubeeren. Denn, auch wenn bei uns die Geburtstage der männlichen Familienmitglieder in die blaubeerenlose Zeit des Jahres fallen, sie ist ein "Must" auf den Geburtstagstischen. Und eigentlich ist sie eine "Buko"-Torte...

Sie besteht aus drei Schichten, ganz unten dem Teig. Wenn ich mehr als eine Torte benötige, backe ich einen Biskuitboden und teile ihn in der Mitte durch. Aber meistens brauche ich nur eine und dann bin ich "faul" und kaufe im Supermarkt Löffelbiskuits.

 

250 Gramm Löffelbiskuits müssen zerbröselt, das heißt in eine Gefriertüte gesteckt werden, die ich dann mit dem Nudelholz bearbeite, bis die Kekse in kleine Stückchen zerbrochen sind. Dann werden sie mit 140 Gramm flüssiger Butter vermischt, die Butter soll in die Keksbrösel einziehen. Diese Masse kommt dann in eine Springbodenform, deren Boden mit Backpapier bespannt ist, und ich drücke sie mit der Rückseite eines großen Löffels fest. Und mein Tortenboden ist ohne Backen fertig.

Für die zweite Schicht werden 300 bis 400 Gramm Blaubeeren in einem kleinen Kochtopf erhitzt bis sie Saft abgeben. Man kann etwas Honig oder Zucker zugeben, aber reife Beeren sind süß genug. Ein Päckchen roter Tortenguss wird mit 4-5 Teelöffeln Wasser oder Apfelsaft angerührt und dann unter die Blaubeeren gezogen. Einmal kurz aufkochen und dann abkühlen lassen. Danach die Blaubeermasse auf dem Tortenboden verteilen. Vorsicht, nicht drücken, sonst platzen die Beeren und spritzen...

 

 

Für die "Philadelphia"-Schicht brauche ich eine halbe Kaffeetasse voll Zitronen- oder Limettensaft, in den ich ein Tütchen Zitronengötterspeisenpulver schütte. Das Pulver quillt darin 5 Minuten lang auf, dann löse ich die Mischung in einer halben Kaffeetasse heißen Wassers auf. Gut rühren, damit keine Klümpchen bleiben und die jetzt flüssige Mischung beiseite stellen. 2 Becher Schlagsahne (das sind je nach Sorte 400 bis 500 Gramm) werden möglichst steif geschlagen und beiseite gestellt.

 

200 Gramm Frischkäse (besagter "Philadelphia" oder unser bevorzugtes Konkurrenzprodukt, der Fettgehalt ist dabei wirklich egal) werden mit 150 Gramm Honig und der Götterspeisenflüssigkeit verquirlt. Darunter wird sorgfältig die geschlagene Sahne gehoben. Nicht den Mixer benutzen, sonst wird es wieder zu flüssig. Und dann kommt diese Masse auf die Blaubeerenschicht und wird glattgestrichen.


Die Philadelphiatorte muss 24 Stunden im Kühlschrank durchkühlen. Dann löst man vorsichtig mit einem Messer den Springformrand und hebt sie auf eine Tortenplatte. Gehackte Mandeln oder Pistazien sehen als Deko gut aus.

Mi

11

Jun

2014

Neue Bärchen

Die Bärenpopulation in unserem Haus hat Zuwachs bekommen.

 

Dieses Mal bin nicht ich dafür verantwortlich, sondern meine Tochter.

 

Alle Bären und ich sind schwer begeistert. Und das Beste: der braune Grund, auf dem sie ihre Picknickdecke ausgebreitet haben, ist ... der Schokoladenüberzug einer Biskuittorte mit Himbeer-Sahne-Füllung. Alles selbst gemacht.

Ein ganz großes Mjam - mjam - mjam.

 

Davon ist nicht viel übrig geblieben.

Aber die Bären haben wir natürlich nicht gegessen, sie sind vorher mit Decke und Paket umgezogen.

 

Fr

30

Mai

2014

Regentage

Das Erstaunliche am Wetterbericht ist, dass er immer dann stimmt und dass das Vorhergesagte dann wirklich eintrifft, wenn es sich um "schlechtes" Wetter handelt.

Wobei Regen an sich natürlich nicht schlecht ist, wenn man einen Garten hat, Landwirtschaft betreibt oder seine Talsperren füllen muss... Aber es müssen ja nicht 36 Stunden Dauerregen sein. Und Kälte.

Da werden sogar unsere Vögel im Garten trübsinnig und suchen sich einen Regenschirm.

An solchen Tagen bin ich über den Sandboden bei uns froh, der unser Grundstück vor Überflutungen schützt. Denn unser Stadtteil am nordöstlichen Rand Hannovers liegt auf einer eiszeitlichen Endmoräne, also eigentlich auf dem Kies- und Sandmüllhaufen des damaligen Gletschers, und deshalb auch 3 Meter höher als die übrige, etwas sumpfige Gegend drumherum. Was 3 Meter doch ausmachen können. Der höchste Punkt ist 2 Straßenecken von uns entfernt. (Und der Müllberg der hannoverschen Mülldeponie liegt noch stadtrandiger 15 Autominuten von uns entfernt und ist noch um einiges höher. Allerdings würde niemand auf die Idee kommen, auf diesem Müll Dörfer zu gründen und Ackerbau zu betreiben, nur weil bei Regen das Getreide nicht absäuft.)

Inzwischen hat der Regen aufgehört und die Rosenblüten und unsere Schuhe trocknen langsam wieder.

 

Aber für alle Väter, die an Himmelfahrt unterwegs waren, war es ungemütlich feucht und kalt.

Dann doch lieber zu Hause im Warmen und Trockenen mit der Familie eine selbstgebackene Torte der Tochter genießen. Biskuit mit Erdbeerfüllung. Mjam, mjam.

Mi

19

Feb

2014

Grünkohlzeit

"Lost in Grünkohl"
"Lost in Grünkohl"

Eigentlich ist es ja zu warm für Grünkohl.

Fürs Grünkohl-Essen muss es richtig kalt sein. Verrückt, dabei ist Februar, Winter.

 

Aber wir essen ihn so gerne. Mit Pellkartoffeln und mit Sojawürstchen, die die Bregenwurst und den traditionellen "Pinkel" ersetzen, die es bei meinen Eltern gab.

Ich habe also eine große Tüte nach Hause geschleppt, gewaschen, blanchiert, Zwiebeln angeschwitzt und gedünstet. Von einem riesigen Haufen Grünkohlblätter blieb danach gerade genug für das Familienabendessen übrig und danach nur eine leere Schüssel. Bärchen hat nur gestaunt.

Im Oldenburgischen krönen sie jetzt den Grünkohlkönig und die Grünkohlfans ziehen auf Kohlfahrt.

Kohlfahrt ist appetitanregendes winterliches Wandern durch die "kalte" Landschaft, für die innere Wärme sorgt dabei Hochprozentiges, das im Bollerwagen mitgenommen wird. Ziel der Wanderung ist eine Gaststätte, in der Grünkohl (und vor allem die dazu gehörenden Würste und Kassler) gegessen und der Kohlkönig unter den Teilnehmern ausgeguckt wird, der dann einen ausgeben muss.

Kohlfahrten gibt es seit dem 19. Jahrhundert, sie sind (von den Tourismusverbänden geförderte) Tradition. Und seit über 50 Jahren veranstaltet die Stadt Oldenburg in unserer Hauptstadt ein offizielles Kohlessen und kürt den offiziellen Kohlkönig. Oder Königin. Der oder Die bekommt eine Königskette umgehängt, an der ein Metallschwein baumelt, und ist dann ein Jahr lang Herr über Grünkohl und Pinkel. In diesem Jahr fand man es passend, den türkischen Botschafter in Deutschland zu krönen...

 

Pinkel ist eine oldenburgische Wurstspezialität und besteht aus Schweinespeck und -schmalz, Rindertalg, Grütze, Zwiebeln und Gewürzen. Oldenburger Fleischereien haben jeweils ein eigenes Geheimrezept.

So

18

Aug

2013

Blaubeerkuchen

Wir leben im Blaubeerland. Gleich hinter Hannover beginnt das Heide - und Moorland mit dem Boden, den die Blaubeerbüsche lieben.

In unseren Wäldern wachsen sie wild, geschmacklich super, aber klein und mit Vorsicht zu essen. Denn sie färben alles - nachhaltig. Auch die Zähne. Meine Mutter hatte im Schrank eine spezielle Paste, die sie auf Textilien und Hände auftrug, um die Flecken herauszubekommen.

 

Vor den Toren Hannovers gibt es große Kulturblaubeerplantagen, auf denen man auch selber pflücken kann. Diese Beeren sind viel größer und je nach Sorte unterschiedlich süß und aromatisch. Und sie färben nicht so schrecklich, weil ihr Farbstoff nur in der Schale steckt.

 

Ich mag besonders eine der frühesten Sorten und meine Familie mag besonders meinen Blaubeerbiskuitkuchen nach einem Rezept meiner Mutter. Er funktioniert nur mit frischen Blaubeeren richtig, darum gibt es ihn nur während der Entezeit, dafür an fast jedem Wochenende.

 


 

Ich brauche dafür ca. 350 Gramm Blaubeeren. Als erstes wird der Backofen vorgeheizt (Umluft 160 Grad, konventionell 180 Grad, Umluft bringt das bessere Backergebnis), denn ist der Teig vorbereitet, muss er schnell in den Ofen.

Dann werden 5 Eier getrennt und die Eigelbe mit 200 Gramm Akazien- oder Heidehonig mit dem Handrührer zu einer dicken weißlichen Creme aufgeschlagen. Das geht gut im warmen Wasserbad, es darf nur nicht zu heiß werden, sonst gerinnt das Eigelb zu Rührei. Die Rührschüssel nicht zu klein wählen, denn...

Darüber werden 150 Gramm gemahlene weiße (blanchierte) Mandeln und 4 Eßlöffel frisch gemahlenes Weizenvollkornmehl gestreut.

Am Rand giesst man vorsichtig 120 Gramm flüssige Butter und 200 Gramm geschmolzene Schokolade (ich nehme halb und halb Vollmilch und Zartbitter einer guten Schweizer Firma) an die Masse. Und dann wird alles mit einem großen Spatel gut untergehoben.

Die 5 Eiweiß werden zu einem standfesten Eischnee aufgeschlagen, das geht super mit dem Handrührer auf niedriger Stufe, und der Schnee wird schnell mit dem Spatel unter die Crememasse gehoben. Bitte nicht mit dem Handrührer, die kleinen Luftbläschen sollen nicht platzen.

Dann kommt das Ganze in eine Springform. Ich lege den Boden vorher mit Backpapier aus und fette Papier und Rand zusätzlich mit Butter ein.

 

Und dann werden auf die Masse ca. 250 Gramm trockene Blaubeeren verteilt.

 

 

Und ab in den Ofen. Nach 20 Minuten die restlichen Blaubeeren auf dem Kuchen verteilen, die erste Partie ist inzwischen in den Teig eingesunken, die zweite bleibt dann oben liegen, und noch einmal ca. 20 Minuten backen. Unbedingt die Hölzchenprobe machen und einen Zahnstocher in die Mitte stechen. Klebt daran beim Herausziehen noch flüssiger Teig, die Backzeit verlängern. Wenn sich der Kuchen am Rand von der Springform löst, ist das ein Zeichen, dass man die Probe machen sollte.

Und dann auf einem Gitter abkühlen lassen. Ich löse immer nur den Springformrand und nehme den Kuchen erst, wenn er abgekühlt ist, vom Springformboden herunter, weil er dann nicht so leicht auseinanderbricht.

 

 

Mit etwas angeschlagener Sahne genießen, nicht an die Kalorien denken und sich klarmachen, wie gesund Blaubeeren sind. Sie enthalten jede Menge Antioxidantien im blauen Farbstoff, wirken gegen Hautalterung, Nachtblindheit, entzündungshemmend, senken das Krebsrisiko, stärken das Immunsystem  - und angeblich die Gedächtnisleistung älterer Frauen. 

Mo

24

Jun

2013

Jam-Session

Wir hatten am Wochenende unsere ganz spezielle Jamsession.

Wer jetzt an Musik denkt, was angesichts der Fête de la Musique am Freitag, Silbermond vor unserem Rathaus am Donnerstag und des Jazzclub-Sommerfests am Samstag verständlich ist, liegt falsch. Wir interpretieren sozusagen wörtlich.

 

Unsere Jamsession besteht aus rund 12 kg Erdbeeren, 4 kg Gelierzucker, Limetten- und Orangensaft - und der gesamten Familie in der Küche. Bis der Vorrat an Erdbeermarmelade wieder für ein Jahr reicht.

 

Das kleine Erdbeerkind ist während der Kindergartenzeit meiner Kinder für den Geburtstagskerzenring entstanden und hat noch einige Geschwisterchen.

 

Das ganze Haus riecht nach Erdbeeren.

 

Ich bin in einer kleinen Siedlung auf dem Dorf aufgewachsen. Mit Sandwegen vor den Häusern und großen Eichen und Kiefern in den Gärten. Es gab 2 Straßen entfernt eine winzigkleine Marmeladenfabrik, über deren Grundstück ich meinen Schulweg abkürzen durfte. Wenn dort produziert wurde, roch unsere ganze Siedlung so wie heute das Haus.

 

made by Martin Keese
made by Martin Keese

 

In der Provence fahren wir nach Robion in die kleine Confiturerie "La Roumaniere". Dort haben die Konfitüren Namen wie Clémentines de Corse, Abricots aux Amandes und - unübertroffen - Pêches jaunes. Gleich neben dem Verkaufsraum liegt die "Küche". Und dort riecht es nach allen Früchten des Südens.

Mo

10

Jun

2013

Mmmmh

Der erste Erdbeerkuchen des Jahres. Sie schmecken so gut, wie sie aussehen.

So

12

Mai

2013

Muttertag

Muttertag - ein wunderbares Datum um meine Webseite zu starten. Bis die Inhalte den Weg aus meinem Kopf auf die Seite finden wird es noch etwas dauern.

Wir feiern die Anfänge mit selbstgemachten Trüffeln meiner Tochter.

Weiße Mango-Yoghurt-Trüffel und Vollmilch-Vanille-Mohn-Trüffel.

Zeitraubend, aber das ist das Ergebnis...

Augen zu und genießen.