Rosebudbears by SyKe

Träume in die Kinderzeit

von

Sylvia Keese

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  letztes Update am 21.09.2018

 

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Juni 2018

Do

28

Jun

2018

das war der 27ste

Es gibt Tage, an denen passiert ganz viel. Oder ganz wenig. Je nach Blickwinkel. Gestern zum Beispiel.

 

Gestern haben die niedersächsischen Schulkinder Sommerferien bekommen, zwar auch die Zeugnisse, aber was darin steht weiß ein moderner Schüler ja schon lange im Voraus. Sommerferien: 6 Wochen lang keine Lehrer sehen, nicht viel zu früh aufstehen müssen, nicht den Geruch grüner Seife im Schulflur riechen müssen. Wenn ich grüne Seife rieche, rutsche ich mit einem Schlag wieder in die fünfte Klasse zurück und sehe die Jacken an den Haken hängen.

Johannisbeerernte
Johannisbeerernte

Gestern waren auch meine roten Johannisbeeren reif zum Pflücken, es wurde eine große Schale voll. Aber einige blieben für die hungrigen Amseln hängen.

 

Gestern habe ich eine MMS in mein Email-Postfach bekommen mit einer Frage, die ich gern beantworten würde, aber, lieber Frager, ohne gültige Mailadresse keine Antwort.

Johannisbeere

Gestern nachmittag haben wir vor den Fernsehapparaten gesessen und nicht gewusst, was wir denken sollten. Es war ein bisschen so, als spielte Hannover96 kurz vor dem Abstieg in die zweite Liga. Lustlos, mutlos, ideenlos. Aber gestern spielte Deutschland und Deutschland spielte bei der WM ums Weiterkommen und gestern gingen diese hochbezahlten, erfolgsverwöhnten Fußballer ganz einfach baden. Nicht mit Fighten und Pech, sondern einfach so, im flachen Wasser.

Und ich hab gedacht, dass ich jetzt wieder Zeit für Garten und Fensterputzen, Bürokram und Nähen habe. Oh ja, für die Fenster. Manchmal muss es ganz mies werden, damit es besser werden kann. Oder: wer nicht ganz unten gewesen ist, kann es gar nicht schätzen, wenn es gut läuft. Oder Fenster geputzt sind.

Hannover96 hat ein Jahr lang zweite Liga gespielt und ist jetzt wieder erste und sie werden nie vergessen, wie schnell es abwärts gehen und was man erreichen kann, wenn man WILL. Wir Hannoveraner fanden es gar nicht so schlecht, mal zu gewinnen in der zweiten Liga. Nur auf die Häme der Hamburger hätten wir gern verzichtet. Aber das haben sie nun davon. Mal sehen, ob Hamburg es schafft, nach einem Jahr wieder aufzusteigen.

Johannisbeere

Und dann war gestern ja auch noch Siebenschläfer. Ein ganz wichtiger Tag fürs Wetter. "Regnet's am Siebenschläfertag, regnet's noch sieben Wochen danach." Im letzten Jahr wurde diese Bauernregel bittere Wahrheit. Aber Gestern schien die Sonne, der Himmel war blitzeblau, kleine weiße Schäfchenwolken segelten von Osten nach Westen, die Nelken dufteten nach Vanille und wir hatten angenehm wohlige 26 Grad Celsius. Lieber Petrus, wenn du das die nächsten sieben Wochen beibehalten kannst - super.

 

Di

26

Jun

2018

Lavendel und Kohl und Fußball

Zwischenstand zum Fußball: So viel "alkoholisches Blau" wie befürchtet, war am Samstag nun doch nicht nötig, aber "Lavendeltee-Blau" dafür eimerweise. Der beruhigt so schön. Denn der Kommentator des deutschen Spiels hat mich mächtig aufgeregt, holte er doch glatt den türkischen Präsidenten wieder aus der No-Go-Schublade und rotierte seine Meinung minütlich. Tore in letzter Sekunde sind wir Hannoveraner dagegen gewöhnt - wenn auch meistens vom gegnerischen Team - und das Lavendeltee aufbrühen auch.

Kohlweißling Lavendel

Und jetzt eine kleine Pause im Garten. Pünktlich nach dem Wochenende hat der Regen aufgehört und ein wenig Sonne lässt sich sehen. Sobald sie scheint, flattern weiße Falter über die Beete. Kohlweißlinge.

Sie lieben den Lavendel - ob er sie auch beruhigt? - sie können gar nicht genug davon bekommen. Und sie lieben meine Balkonkästen.

 

2016 hatte ich im Herbst Zierkohlpflanzen gekauft und in die Balkonkasten-Lücken gesetzt. Der Winter 2016/17 war nicht sooo schlimm und kalt und Noppenfolie schützte meine Kästen vor dem Schlimmsten.

Und so hatten einige Pflanzen überlebt und haben im letzten Jahr geblüht. Ich habe die Samenkapseln gesammelt und ausgesät. Jetzt wächst der Kohl. Die Kohlweißlinge sind entzückt.

Zierkohl - Kinderstube für Kohlweißlingsraupen
Zierkohl - Kinderstube für Kohlweißlingsraupen

Kohlweißlinge sind die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Schmetterlinge. Aber wir haben ja in den letzten Monaten durch die Presse gelernt, dass auch sie immer weniger werden, also kommt es auf jeden einzelnen an.

Und deshalb habe ich die weißen Falter ihre Eier auf meine Kohlpflanzen legen lassen und lasse die kleinen grünen Raupen an den Blättern fressen. Die Meisen legen die Köpfe schief, wahrscheinlich denken sie, ich züchte ihnen ihr Frühstück. Wenn die Raupen etwas größer sind, sind sie ein guter Happen. Wir sind gespannt, ob die Kohlweißlingspopulation es schafft zu wachsen.

Meisen können nicht lesen.

 

Sa

23

Jun

2018

Stadtpark goes Japan

Da war doch noch was .... Ach ja, das Teehaus im Stadtpark ... Fast wäre es in Vergessenheit geraten vor lauter Fußball. Dabei sind Teetrinken, etwas Meditation und tiefes Durchatmen im Moment nicht das Schlechteste: zur Ruhe kommen, bevor wir von neuem beginnen, uns über Politik und Fußball aufzuregen ...

 

Magnolienblüte
Magnolienblüte

1988 bekam Hannover von der japanischen Partnerstadt Hiroshima als Zeichen der gegenseitigen Freundschaft und Verbundenheit ein Teehaus (echt und groß und zum Hineingehen) geschenkt. Ein nicht ganz kleines Geschenk, das man nicht einfach verstauen und bei Bedarf mal herausholen kann. Das Wohin-damit wurde mit dem Aufbau im Stadtpark gelöst. Für das Was-damit gründete sich sogar ein eigener Verein. Nun wird im Hannover des 21. Jahrhunderts im Teehaus die originale und echte japanische Teezeremonie des 17. Jahrhunderts zelebriert. Dazu muss man sich anmelden und einige Euronen und mindestens 2 Stunden Zeit übrig haben.

Hannover Stadtpark Teehaus mit Garten
kein Lärm, keine Hektik, nur idyllische Ruhe

Die Teezeremonie bedeutet zwar, dass man Tee trinkt, grünen japanischen Matchatee. Aber die ritualisierte Zubereitung hat meditativen Charakter, sie soll die Teilnehmer zur Ruhe und inneren Klarheit bringen, dazu gehört, dass jede Handbewegung vorgeschrieben ist und bedacht ausgeführt wird. Schnelles und Lärm verbieten sich.

Hannover Stadtpark Teehaus
der äußere Garten mit Ruhezone - das Tor - der innere Garten, links geht es wieder hinaus

Rund um das Teehaus ist ein kleiner japanischer Garten entstanden, auch er ist ein Teil der Zeremonie. Denn wer durch das Bambustor in den Garten geht und dem Trittsteine-Teeweg folgt, soll in meditativer Ruhe das Teehaus erreichen und hat - hoffentlich - den Alltag mit Hektik, Sorgen und Unruhe hinter sich gelassen. Und den Fußball.

Es beginnt mit dem äußeren Garten: einem Kiesbeet. die Trittsteine führen zu größeren Findlingen, die die Inseln im Meer (dem Kies) vor Hiroshima symbolisieren. Daneben lässt es sich in einem Wartehäuschen auspusten und ruhig werden und die Kräfte zentrieren.

Denn dann krabbelt man (rückwärts, in gebeugter Haltung und Schuhe ausgezogen) durch ein Tor/Loch im Zaun in den inneren Garten. Damit soll man zu innerer Demut gelangen - man kann auch drumherum gehen.

Hannover Stadtpark Teehaus
die tobi-ishi (Trittsteine) führen zum Teehaus senshin-tei (Pavillon der Reinigung der Seele und des Geistes)
Kamelie

Im inneren Garten liegt ebenfalls Kies (der den Fluß bei Hiroshima symbolisiert und im Idealfall geharkt ist), darin eine Insel mit Kiefer und drumherum Bepflanzung. Es blüht hier nur dezent im Frühjahr: rote Kamelie, rosa Azalee, weißer Rhododendron. Die Azaleen und Gehölze werden nach japanischen Regeln beschnitten und eigentlich sollte Moos wachsen.

Auf Trittsteinen geht es zu einem kleinen Wasserbassin, hier soll man knien und sich rituell reinigen, Hände und Mund waschen. Für die Sorgen gibt es eine "symbolische" Abfallgrube. Dann ist man bereit für den Tee und darf ins Haus.

Hannover Stadtpark japanischer Garten
japanischer Ahorn und Kamelien rund um die Steinlaterne - der Laternenbaum passt gut dazu

Wir sind einmal ums Teehaus herumgegangen und haben die Ruhe des Gartens auf uns wirken lassen. Ich mag japanische Gärten. Aber japanischen Tee - nein, das ist nicht mein Favorit - lieber Darjeelingtee.

 

Der Latenenbaum, lateinisch Crinodendrum hookerianum, sieht mit seinen Lampions zwar japanisch aus, kommt aber aus Chile. Er wächst bei uns am besten im Kübel in saurer Erde, mag keinen Wind und keine Staunässe, möchte aber viel Wasser. Dafür blüht er dann ganz entzückend bis zum Herbst.

 

Do

21

Jun

2018

manchmal muss es blau sein

Blauer Himmel - Fehlanzeige. Obwohl heute offizieller Sommeranfang ist und es bisher warm und sonnig war, ausgerechnet heute besucht uns eine Kaltfront, die Temperaturen rutschen in den Keller und es regnet. Schlechtes Timing, Petrus.

Blaue Blüten - ja, einige gibt es noch im Garten.

Strauchrose Rhapsody in Blue - farblich passende Akelei und Levkojen
Strauchrose Rhapsody in Blue - farblich passende Akelei und Levkojen

Meine Lieblingsrosensorte in diesem Jahr und neu bei uns: 'Rhapsody in Blue' mit einem wunderbaren Duft. Im Aufblühen erscheint sie noch blauer. Eine wunderschöne Rose, die sich zur Beetrose herunterschneiden lässt, die aber auch zu einem kompakten Strauch wachsen kann.

Die meisten Blüten sind ja nicht richtig blau, sondern haben einen kräftigen Schuss Lila in der Farbe. Aber das macht nichts. Ich mag diese Farben. Und überhaupt ...

Habt ihr auch die unvergesslichen Worte Frau Schönebergers beim großen HAZ-Jubiläumstrubel am letzten Samstag in der Innenstadt gehört? 'Wein auf Bier das rat ich dir. Bier auf Wein das rat ich dir auch. Es geht natürlich auch ohne Alkohol. Aber heute wollen wir doch auf Nummer sicher gehen.' (So zumindest meine Erinnerung, da war es schon ziemlich spät und es war, nachdem die Fußballer Deutschland in Verzweiflung gestürzt hatten.)

Was nichts anderes bedeutet als dass es manchmal BLAU sein muss.

Der HAZ-Jubiläums-Trubel vor dem Anzeiger-Hochhaus mitten in Hannover wurde für alle, die sich nicht zwischen Fußball und Musik entscheiden konnten, im Livestream gesendet. Es traten so bedeutende Größen wie Lukas Rieger und Sarah Lombardi, Lions Head und Sasha (der tatsächlich mehr als 2 Stücke singen durfte) auf, es gab viele Grußworte und ganz viel Mousse T. (den ich nicht leiden kann, seit unser Sohn 2014 bei seiner Peppermint-Eventagentur einen ausbeuterischen Studenten-Messejob hatte, weil ich seitdem weiß, auf wessen Kosten da Geld verdient wird). Es gab ein groß angekündigtes und dann ganz kleines Feuerwerk als Abschluss der wirklich schönen Tanz- und Videoshow an der verhüllten Hausfassade. Nur die eingebettete "Hannoversche Liebesgeschichte" war wirklich verzichtbar.

Und jetzt warten wir auf Samstag und unsere Fußballer und schauen mal, wie blau es hinterher sein muss.

 

Mo

18

Jun

2018

der Ball rollt wieder ...

... denn die Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen. Obwohl sie in Rußland stattfindet und alle Medien über Doping reden. Obwohl Frauen Fußballspiele kommentieren und Immer-gestrige einen Shitstorm entfachen. Obwohl in den USA jemand Sonnenkönig spielt, der nicht nur die Frisur einer Ente hat ... aber die USA sind ja sowieso nicht dabei. Obwohl der Türkei-Pascha meint, jeder der mal Verwandtschaft in seinem Land hatte, sei noch sein Untertan. Obwohl manche Spieler Intelligenz nur fürs Spiel benutzen - was ja irgendwie auch sinnvoll ist, das Haushalten mit den Ressourcen. Obwohl die Männerkumpelei und Machospielchen aus unserem südlichsten Bundesland gerade zum Kotzen sind. Und obwohl so vieles auf unserer Erde im Argen liegt und wir alle schnellstens bessere Menschen werden sollten - ist derzeit das Wichtigste ein kleiner schwarz-weißer Ball. Auch bei uns.

Fanmeile - mit campushunter-Spruch, Steiffbär und meinen Rosebudbears
Fanmeile - mit campushunter-Spruch, Steiffbär und meinen Rosebudbears

Der Ball rollt also wieder. Nur rollt er auch ins richtige Tor? "Richtig" bedeutet: Nicht ins deutsche! Aber was war das mit Mexiko? Hat denn niemand unseren Spielern gesagt, dass die Vorbereitung vorbei ist und die WM begonnen hat und dass es jetzt um die Wurst geht und das Ergebnis nicht wurscht ist?

 

Aber auch wenn Deutschland nicht spielt, ist es nicht egal, wer wieviele Tore schießt. Denn wir alle tippen natürlich, kicktipp hat Hochkonjunktur. Wie gehen die Spiele aus? Wer wird Gruppensieger, kommt ins Halbfinale, wird gar Weltmeister? Spannung. Nach den sonnabendlichen Spielen war ich zu der Überzeugung gelangt, wir sollten nur die Halbzeit-Ergebnisse tippen. Oh waren wir gut. Leider kam noch eine zweite Halbzeit.

Wenn Deutschland nach der Gruppenphase ausscheidet ist es sowieso wurscht.

 

Sa

16

Jun

2018

wenn man nicht denkt, geht's eigentlich

Ist das ungewohnt. Es gibt sie seit 1986, aber heuer das erste Mal im Sommer. Cebit im Juni.

Sie sollte ganz neu erfunden werden, um die Firmen wieder zufriedener (besser verdienend) zu machen, um die Besucherzahlen wieder zu steigern, um wieder gemocht zu werden, um wieder für das normale Publikum attraktiver zu werden, um das Herumgeeiere der letzten Jahre (kürzer, teurer, weil bitte nur Fachpublikum, aber bitte dann doch junge! Leute - und Frauen, unbedingt Frauen fürs Image) abzustreifen.

So wurde aus ihr das "Business-Festival für Innovation und Digitalisierung" auf dem es sich nicht mehr um Werbung, Information und Neukunden drehen, sondern darum gehen sollte, ein Erlebnis zu schaffen und statt Kunden eine Community zu formen. Um "die digitalen Entscheider von Heute und Morgen" anzulocken, gab es Riesenrad und Surfwelle, interaktive Drohnen mit pazifistischem Ballett und abendliche Konzerte. Was nicht mehr in dieses Konzept passte waren bei einigen Firmen die Werbegeschenke.

Hannovers Messegelände mit Wahrzeichen Hermeskopf - der Blick aus dem Riesenrad der Cebit
Hannovers Messegelände mit Wahrzeichen Hermeskopf - der Blick aus dem Riesenrad der Cebit

Bei den abendlichen Konzerten klappte das "Locken" gut: Für 15 Euro Abendticket ein mehr als einstündiges Konzert mit Jan Delay, super. Da erlaubten sich auch die "digitalen Entscheider von Gestern" zu kommen und trieben die Besucherzahl in die Höhe.

Probe für den Abend - Jan Delay auf der Cebit 2018
Probe für den Abend - Jan Delay auf der Cebit 2018

Apropos Besucherzahl: Etwa 180.000 im letzten Jahr, angebliche 120.000 in diesem Jahr - einschließlich Konzertpublikum. Aber es wäre zu 90 % Fachpublikum gewesen, heißt es stolz, und ein Drittel davon die relevanten Entscheider ... Ja dann.

Ich weiß noch gut, wie um die Jahrtausendwende um die "Normalen" geworben wurde, um jeden potentiellen Kunden, die Kinder und Studenten, um alle in die digitale Welt zu verführen, wieviele Werbegeschenke verteilt wurden, wie wir geschleppt haben, Bälle, Popcorneimer, Gimmicks, wo jeder dagewesen sein musste, mehr als 800.000 Besucher, und Hannover war ein einziger Stau. Und der Eintritt war noch bezahlbar. Jetzt bleiben die großen Firmen weg und mit ihnen die Neuheiten, die die "Normalen" interessieren und gleichzeitig steigt der Preis in Höhen, die die "Normalen" nicht mögen, übrigens auch Behörden und Ämter nicht, die deshalb Besuche nicht genehmigen.

schon WMtauglich, aber kein Zuwachs zu meiner Datev-Familie, Geschenke passen dort nicht mehr ins Konzept - "Wenn man nicht denkt, geht's eigentlich" , großer Fan der Sprüche von campushunter.de - auf deutsch, mal nicht englisch - göttlich
schon WMtauglich, aber kein Zuwachs zu meiner Datev-Familie, Geschenke passen dort nicht mehr ins Konzept - "Wenn man nicht denkt, geht's eigentlich" , großer Fan der Sprüche von campushunter.de - auf deutsch, mal nicht englisch - göttlich

Bis zum letzten Sonntag dachten wir noch, die Cebit 2018 würde ohne uns stattfinden. Sie war noch nie so teuer wie in diesem Jahr. Ein Tag - 100 Euro. Und wir waren nicht bereit, auch nicht mit 50-Prozent-Angeboten, auch nicht aufs Geschäftsbudget, diesen Eintritt zu bezahlen. Dann rettete unser Mobilfunkanbieter mit Freikarten unseren Messebesuch. Wir haben aber satte 11 Euro fürs Parken bezahlt, was an genau derselben Stelle zur Infa im Oktober noch 6 Euro gekostet hat, und fanden das unverschämt.

Aber wir konnten schauen und staunen, konnten über Use cases, neue Features und Contents reden, uns über Influencer-Marketing mit Technology Panel informieren. Und sogar ein zwei drei Werbegeschenke ergattern. Es gab keine Schlangen, kein Gedränge, es war sehr entspannt. Die Füße taten trotzdem weh.

 

Und jetzt ist Fußball. Mit Ente.

 

 

Di

12

Jun

2018

Lass es Krachen

Ich weiß nicht, wieso es so ist, wie es ist. Karma?

Es ist nämlich so, dass wir ausgerechnet an Extrem-Wettertagen immer irgendwelche Termine haben. Solche Dinge wie: eine Tagung im platten Nordfriesland beim heftigsten Schneesturm des Jahres und satten Minustemperaturen, der Beginn einer Urlaubsfahrt nachdem in der Nacht noch ein Sturm gewütet und Bäume und Äste auf die Straßen geworfen hat, Karten für das Kleine Fest in Herrenhausen am heißesten Tag des Jahres (37 Grad Celsius) oder fürs Roncalli-Zirkuszelt, oder für Winter-Roncalli bei Glatteisregen ... ich könnte noch einiges aufzählen.

Hannover Herrenhausen Großer Garten
schöne Hibiskusblüten im Großen Garten Herrenhausen - im Inneren einer Triangel

Am Samstag war auch so ein Tag, bereits am Morgen war es drückend und schwül, fast windstill, das Thermometer kletterte auf 32 Grad Celsius, die Sonne brannte und die Devise war eigentlich: drinnen bleiben, alles verdunkeln und nicht bewegen. Aber wir hatten Eintrittskarten für den Feuerwerkswettbewerb in Herrenhausens Großem Garten, für den Beitrag Norwegens. In der größten Hitze mussten wir raus, denn um 18.00 Uhr begann der Einlass, einen Parkplatz fürs Auto brauchten wir auch ... wer fährt bei solchen Temperaturen schon freiwillig stickige Straßenbahn? Ich hatte das knappste vertretbare Kleid aus meinem Kleiderschrank an und war ausgerüstet mit 1,5 Liter Wasser, einem Baguette, Weintrauben, Käsewürfeln, Keksen, Fächer, Sonnencreme und einem Sonnen(eigentlichRegen)schirm.

Hannover Herrenhausen Feuerwerkswettbewerb
Schloss Herrenhausen mit einem Teil des Großen Parterres samt Picknickern - der hintere Teil bleibt für die Feuerwerker reserviert

Was wir nicht hatten: Picknickdecke, Campingstühle, Bollerwagen und Kühltasche (beides eigentlich sowieso verboten) voll Essen und Trinken.

Hannover Herrenhausen Großer Garten Triangel Große Fontäne
verborgener Blick auf die Große Fontäne

(Fast) alle übrigen hatten das aber und bauten in Windeseile im Großen Parterre des Gartens ihre Wagenburgen, wo sie dann saßen und sich nicht mehr fortbewegten, um ja die beste Sicht aufs Feuerwerk nicht zu verlieren. Wen erinnert das nicht an das Urlaubs-Handtuch bereits Morgens auf dem Pool-Liegestuhl? Und wir hatten leider kein Mückenspray ...

 

Während wir noch schattensuchend in der Eingangsschlange standen fielen die ersten Tropfen, wurden immer dicker, Gewitterwolken türmten sich aus dem Nichts. Aus meinem Sonnen- wurde wieder ein Regenschirm und wir suchten uns eine Bank zwischen Hainbuchenhecken, Hibiskushochstämmchen und Linden. Und im Großen Parterre wurden alle Burgenbauer mächtig nass. Schadenfreude.

Wir wanderten im Regen bis zur Großen Fontäne, dort waren die sonst immer verschlossenen kleinen dreieckigen Gärtlein, die Triangeln, offen. Jedes Gärtlein ist von einer Hainbuchenhecke umschlossen, innen wachsen Gehölze und stehen Bänke unter einem dicken Blätterdach. Wir waren dort allein, wie in einer anderen Welt, hörten gedämpftes Gewittergrollen, die übrigen 10.998 Besucher waren wie weit entfernt und Vögel und Verwandtschaft von Hemmi Hermine Eichhorn hüpften um uns durch die Zweige.

Hannover Herrenhausen Großer Garten Feuerwerkswettbewerb
Mittelmeerstimmung vor dem Schloss

Nach zwei Stunden hörte der Regen ganz auf, schwül war es noch immer. Das wurde erst besser als die Sonne unterging und sich die Wolken verzogen. Walking Akts tauchten auf, Musik spielte, die Getränkestände machten ihr Geschäft, wir versuchten, uns zwischen den Picknickdecken durchzuschlängeln und machten "Leute gucken".

Dann kam endlich das Feuerwerk. Ein sehr norwegisches Feuerwerk, bunt und sehr laut und sehr viel. Nicht Kleckern - Klotzen. Ein phantastisches Feuerwerk, passgenau zur Musik, mit detailverliebten tollen Effekten. Ein Feuerwerk, das so viele Höhenelemente hatte, dass auch unsere Tochter von ihrem Balkon aus eine ganze Menge sehen konnte.

Impressionen vom Internationalen Feuerwerkswettbewerb - Team North Star Fireworks
Impressionen vom Internationalen Feuerwerkswettbewerb - Team North Star Fireworks

Wir waren mächtig begeistert. Der hintere Gartenteil tauchte in dichtem Feuerwerksnebel ab, die Feinstaubbelastung war gigantisch und eigentlich dürften deswegen jetzt tagelang keine Autos durch Herrenhausen fahren. Egal. Es war toll.

 

Anschließend war Illumination des Gartens, noch etwas bummeln und dann verschwitzt und sehr zufrieden nach Hause fahren.

Dort war übrigens nicht ein Tropfen Regen gefallen.

Intern. Feuerwerkswettbewerb Norwegen North Star Fireworks
gut vom Lister Balkon aus zu sehen

Und jetzt ist sie da, die Schafskälte. Verschnaufpause von Hitze und Schwüle. Wir sind dankbar.

 

Sa

09

Jun

2018

Hochsommerhitze

Blaumeise beim Baden

Ist das warm. Hochsommerlich warm. Freibadwetter.

Das Freibad unseres Blaumeisen-Nachwuchses ist der Schalenbrunnen auf der Terrasse. Da sprudelt es so schön aus der obersten Amphore.

Und auch die Kohlmeisen, Spatzen, Finken und das Rotkehlchen kommen ins Bad. Aber am eifrigsten sind die Blaumeischen.

Blaumeise beim Baden

So nass kann nur ein Blaumeisenkind plantschen.

 

Mo

04

Jun

2018

Realsatire

Jetzt müsste sie eigentlich kommen, die jährliche Schafskälte mit frischen Temperaturen und Regen. Ab dem 4. Juni sollte sie eintrudeln. Hauptsache sie bringt keine Unwetter und Überschwemmungen mit. Ansonsten ist es uns allen wohl ganz recht, wenn das Thermometer nicht auf 32 Grad Celsius klettert und die Wohnungen so aufheizt, dass wir alle nachts nicht gut schlafen können. Das Schlimme ist, dass auch Hirn und Herz unter zuviel Wärme leiden. Das Denken verlangsamt sich, Empathie weicht der Sehnsucht nach Kühle, Fehler schleichen sich in den Alltag. Hitze bringt unausgeschlafene Menschen dazu, Seltsames zu Tun und zu Denken - oder gar nichts.

Rhododendren und Azaleen - viel zu schnell verblüht
Rhododendren und Azaleen - viel zu schnell verblüht

Was mir passiert ist:

Das Verlagshaus unserer Tageszeitung feiert heuer 125sten Geburtstag und hat dazu eine Sonderbeilage gedruckt, dicke 112 Seiten. Am 18. Mai, einem Freitag, hatte meine Morgenzeitung eine dicke Schlagzeile: "Wir feiern Jubiläum und laden Sie ein. Lesen Sie heute auf 112 Extra-Seiten, wie alles anfing...." Und etwas versteckt im Hannover-Teil: "Heute lesen HAZ-Leser doppelt. ...  Die heutige HAZ-Sonderausgabe wird unseren Abonnenten separat zur Tageszeitung zugestellt. Sollte es vereinzelt zu Verzögerungen kommen, bitten wir um Verständnis." Was soll ich sagen, es kam nichts.

Am Pfingstsamstag ein Anruf beim Abo-Service und das erhaltene Versprechen, die 112 Seiten nachzuliefern, nach Pfingsten. Am Nachmittag fiel mir ein, dass man mir vor einigen Monaten, als ich die HAZ nachgeliefert bekommen wollte, gesagt hatte, das täte man grundsätzlich nicht mehr. Ich schrieb eine Mail: "Liefern Sie tatsächlich ... nach?"

Am Dienstag nach Pfingsten hatte ich die Zeitung vom Samstag als Nachlieferung im Briefkasten, keine Sonderbeilage.

Rhododendronblüte

Also ein erneutes Telefonat mit dem Abo-Service. Mittags eine Mail der Abozentrale aus Textbausteinen: "Vielen Dank für Ihre Nachricht. Es tut uns leid, dass die Zustellung ... nicht wunschgemäß funktioniert hat und wir entschuldigen uns dafür. Wir haben umgehend den Zusteller informiert und gehen davon aus, dass die Zustellung ab sofort wieder zuverlässig erfolgt. Eine Nachlieferung der Jubiläumsausgabe wurde für Sie veranlasst. ..." Ich schrieb noch eine Mail: " ... Kommt sie Morgen?"

Nein, sie kam nicht. Dafür eine Antwort-Mail, bis auf geringe Abweichungen identisch mit der ersten.

Am Donnerstag nach Pfingsten kam als Nachlieferung die Zeitung vom Mittwoch, keine Sonderbeilage. Ich schrieb eine Mail, ich bekam eine Antwort aus leicht erweiterten Textbausteinen und "... Für die nicht gelieferte Zeitung erhalten Sie eine Nachlieferung. ..." Am Freitagmorgen hatte ich die Freitagszeitung doppelt im Briefkasten, wieder keine Sonderbeilage. Ich schrieb eine Mail: "... Ich gewinne den Eindruck, dass Sie überhaupt nicht wissen, was ich reklamiere..." und die Antwort kam prompt: " ... Wir haben die Nachlieferung erneut ausgelöst. Wir gehen davon aus, dass die Nachlieferung schnellstmöglich richtig erfolgt. ..." Am Samstag bekam ich die Samstagszeitung doppelt. Und keine Sonderbeilage.

Rhododendron

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zweimal telefoniert, bereits fünf Mails geschickt, jedesmal einen anderen Ansprechpartner gehabt und schrieb eine sechste Mail: " ... Ich reklamiere nicht die Tageszeitung, ich reklamiere die Lieferung der Jubiläums-Sonderbeilage vom 18.5.2018.

Rhododendronblüte

Die mittlerweile über eine Woche alt ist und eigentlich nicht mal mehr zum Fisch einwickeln reicht. Ich erwarte ... eine Stellungnahme zu diesem Liefermangel ... " Die kam am Montag danach mit einer Entschuldigung, den üblichen Textbausteinen und "... Den Sachverhalt haben wir nun zur Klärung an unsere Fachabteilung weitergeleitet, mit der Bitte die Jubiläumsausgabe schnellstmöglich an Sie zu versenden. ..."

Dann tat sich nichts, den ganzen Dienstag lang.

 

Aber ob Ihr's glaubt oder nicht .... :

Am Mittwoch, dem 30.Mai, 12 Tage nach Erscheinen, brachte die Citipost einen großen braunen Umschlag in dem die 112seitige Sonderbeilage steckte.

Mein Mann sagte dazu, das wäre doch etwas für die tägliche Glosse im Hannover-Teil der HAZ. Diese Glosse, die sich immer gern den Widrigkeiten des Lebens widmet und was den Schreibern so alles passiert ist.

Aber das hier brächten sie nie.

Rhododendronblüte

Das große hannoversche Verlagshaus Madsack wurde 1893 gegründet. Bis 1943 erschien der Hannoversche Anzeiger, dann wurde der Verlag verboten, 1949 neu gegründet und die Zeitung hieß nun Hannoversche Allgemeine Zeitung: HAZ. Seitdem ist aus dem Zeitungsverlag ein Medienkonzern geworden, dem viele, viele Tageszeitungen entweder ganz oder teilweise gehören. Und egal wo man wohnt, ob in Göttingen, Leipzig, Kiel, Wolfsburg, Lübeck, Dresden oder im Eichsfeld - man liest Madsack. Auch die Anzeigenblättchen, die Mittwochs und Samstags in unserem Briefkasten landen, gehören dem Konzern und seitdem können wir Artikel manchmal dreifach lesen (wenn denn der Zusteller uns gnädig ein Exemplar verteilt). Und die Hannoversche Neue Presse gehört Madsack sowieso. Meinungsvielfalt.

Wer mit der Citipost Briefe verschickt, verschickt mit Madsack. Wer Antenne Niedersachsen oder Radio ffn hört, hört Madsack. Und wer beim Heißen Draht Überflüssiges zum Kauf inseriert, tut das mit Madsack. Uff.

Eigentlich sind wir fest in Madsacks Hand. So wie Hannover in der der SPD.

Der Konzern selbst übrigens gehört zum Teil immer noch der Familie Madsack, jedoch gut 23 % gehören der SPD. Aber darüber spricht man nicht gern.

 

Sa

02

Jun

2018

Eins Zwei Drei Vierhundert

Ich mache es jetzt einmal wie unsere Tageszeitung gestern, die süffisant grinsend alle Gedenktage des 1. Juni aufgezählt hat:

Heute, am 2. Juni, ist Tag des Hundes, zumindest hier in Deutschland. Und der europäische Tag der Organspende, weshalb jeder Politiker und jeder Mediziner meint, heute seine Meinung zu Organspenden verkünden zu müssen ... bis es uns zum Hals heraushängt, moralisch unter Druck gesetzt zu werden. Und es ist der nicht-ganz-internationale Hurentag, und wenn ihr erstaunt guckt, ja, seit 1976 und initiiert von Frankreich aus, woher sonst, und nicht alle Länder finden ihn gut - oder wichtig - begehenswert.

Heute ist in Deutschland aber auch der Tag des Gartens. Und den finde ich natürlich gut und er passt auch nicht schlecht, denn NABU hat uns alle zum Insektenzählen aufgerufen. Das lässt sich dann doch prima miteinander verbinden.

Bis zum 10. Juni ist noch Gelegenheit, sich für eine Stunde in den Garten zu setzen und die Insekten, die man da so sieht, zu zählen. Hummeln und Bienen, Libellen und Schmetterlinge, Fliegen und Käfer ... und Blattläuse und Ameisen. Puh, das sieht nach richtig Arbeit aus.

Ich habe deshalb schon mal angefangen:

Teddy-Hermann Biene
Eins - Biene Hermann nascht in meinen gelben Stiefmütterchen

Aber wie Ihr die Verbindung von Hunden - Garten - Huren - Organspenden wieder aus dem Kopf bekommt ... Tja.

 

Informationen zum Insektenzählen gibt es unter nabu.de.